Deutsch Ehrensdorf

Deutsch Ehrensdorf ist ein kleiner Weinbauort im Südburgenland mit 133 Einwohnern (Statistik Austria 1. Jänner 2017). Umgeben von Wäldern, Feldern und Weingärten bieten sich Spazier- und Radwanderwege geradezu an. Im Ort gibt es ein Kaufhaus, Speiserestaurant und mehrere Buschenschenken, in denen man in rustikaler Umgebung ortstypische Speisen und Qualitätsweine günstig verkosten kann.

Geografie: Deutsch Ehrensdorf liegt im südburgenländischen Bezirk Güssing auf einer Höhe von 235 m, westlich vom Kulmer Wald. Die Ortschaft befindet sich 6 km nördlich des Ortes Strem und hat 170 Einwohner.

Geschichte: Laut Ortschronik wurde der stets deutschsprachige Ort im Jahr 1297 erstmals erwähnt: Der ungarische König, Andreas III., tauschte dem einer Seitenlinie der Güssinger Grafen entstammenden Jakob von Héderváry (aus dem Adelsgeschlecht Heder und Hedervary) die Herrschaft Eberau (Allerheiligen, Prostrum, Bildein, Höll, Winten, Koh- und Kirchfidisch) für andere Güter aus. Bereits im Jahr 1255 war das Gebiet von Strem, Heiligenbrunn, Sumetendorf und die heute nicht mehr lokalisierbaren Orte Merhart, Ujefalu und Pinka in den Händen dieser Grundherrenfamilie. Der erste schriftliche Beleg des bis 1921 amtlich als (Nemet) Hasas (mag. "hasos"=Lindengegend) geführten Dorfes stammt aus dem Jahr 1369: König Ludwig der Große übergab Körmend und den Eberauer Besitz dem Berthold von Ellerbach (Elderbach). Ab 1489 gehörte der Ort dem Paulinerkloster Kulm, dann der Familie Erdödy. 1659 wurde Kroatisch Ehrensdorf als Horvath Hassos erstmals schriftlich erwähnt. Die 100 Jahre zuvor dorthin gezogenen kroatischen Neusiedler bildeten zunächst mit den "Alt"-Ehrensdorfern eine Dorfeinheit. Ein Feldkreuz in den Weinbergen, an dessen Stelle eine gemeinsame Kirche bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts stand, erinnert noch heute daran. Die heutige Dorfkirche verdankt ihre Entstehung dem in Deutsch-Ehrensdorf geborenen Pfarrer Georg Legath. Er ist auch der Mentor einer Dorfschule (um 1810). Ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Dorfbewohner bildet der Weinbau. In der Mitte des 18. Jahrhunderts erreichte das Flächenausmaß für den Weinbau in den Bergen 240 Hauer (ein Hauer =2-3 Ar). Die Dorfgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts war von einer allgemeinen Bevölkerungszunahme gekennzeichnet, mit der allerdings Armut und ein gesteigerter Bedarf nach Grund und Boden der überwiegend bäuerlichen Bevölkerung einhergingen. Erbteilungen und das "Hinauszahlen" der Geschwister steigerten vor allem in kinderreichen Familien die Not. Etliche Dorfbewohner wanderten daher nach Amerika aus. Hielt sich die Auswanderbewegung in den beiden Jahrzehnten vor 1914 noch in einem erträglichen Rahmen, so explodierte sie in der Zwischenkriegszeit. Allein in den Jahren 1922/23 beispielsweise verließen dreizehn Bewohner ihr Heimatdorf, was bei einer Gesamteinwohnerzahl von 273 einen Anteil von 5 % bedeutete. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Emigrationsbewegung, wenn auch in deutlich abgeschwächter Form, fort und kam erst in den 1960er Jahren zum Stillstand. Nachteilig für die Entwicklung von Deutsch-Ehrensdorf erwies sich die geographische Randlage abseits jeglicher Straßenverbindungen der Region. Elektrizität hielt daher erst im Jahre 1950 Einzug. Seit 1958 verbindet eine Straße den Ort mit seinen Nachbargemeinden Steinfurt und Strem.

Feuerwehr: Feuerwehr-Gründungsfest in D.-Ehrensdorf: Von herrlicher Witterung begünstigt, beging am 13. Mai 1926 der neue freiwillige Feuerwehrverein in Deutsch-Ehrensdorf sein Gründungsfest. Die Ortsbewohner hatten zum Empfange der Besucher und Gäste die weitgehenden Vorbereitungen getroffen. Die kleine Kirche dieser Gemeinde wurde auch aus diesem Anlasse innen und aussen neu renoviert und in mustergültigen Ordnung hergestellt. Von Seite der Nachbar-Feuerwehrvereine war als erste die Gemeinde Kroat-Ehrensdorf, sodann mit Fahne der vollzählige Feuerwehr­verein aus Gaas erschienen, diesen folgte die freiwillige Feuerwehr aus Steinfurth, Kulm und Winten. Delegierte aus Urbersdorf, Eberau, Ober- u. Unterbildein und Moschendorf hatten sich auch vielzählig eingefunden. Gegen viertel Zehn Uhr vormittags hat sich auch Herr Bezirkshauptmann L.R.R- Dr. Mayrhofer in Begleitung des Bezirksfeuer­wehrinspektors Schwarz aus Güssing einge­funden. Am Ortseingange wo auch eine prächtige Ehrenpforte errichtet war, nahm der Verein Aufstellung. Kommandant Schrammel begrüsste hiebei mit sinnreichen Worten auf das herzlichste die nunmehr erschienenen Ehrengäste, erstattete die übliche Meldung wonach unter Musikspiel ins nahe gelegene Gasthaus Pum eingezogen wurde. Programmgemäss erfolgte gegen 10 Uhr vorm die Aufstellung aller Vereine vor der Kirche, wo auch die Festpredigt und Feld­messe zelebriert wurde. Bezirksfeuerwehr - Inspektor Schwarz nahm vor allem in feierlicher Weise von den Mitgliedern des neuen Vereinen die Angelo­bung ab. Vor und auch nach dieser rühren­den Zeremonie brachte unter der Leitung des Oberlehrers Röster eine Gruppe junger Mäd­chen wirklich schöne Lieder zum Vortrage die gerade auch für dieses Feuerwehrfest passten. Es war bereits der ganze Kirchenplatz von Ortsbewohnern und fremden Besuchern umrungen, als H Hochw. Pfarrer Herzeg aus Gaas die Festpredigt begonnen hatte. Alle Anwesenden folgten mit Andacht den Ausfühiungen welche ganz besonders für die Pflege der Nächstenliebe und für den edlen Dienst der Feuerwehr gegolten hat. Anschliessend darauf folgte die Feld­messe und nach dieser die einzelnen Anspra­chen resp. Festreden. Damit war der offizielle Teil der Fest­lichkeit auch zu ende, es folgte nunmehr die Defilierung aller Vereine vor den Bezirks­funktionären und Ehrengästen, dann wurde ins Gasthaus Pum marschiert wo alle Räume recht nett hergerichtet waren und das vor­ bereitete Menü verabfolgt wurde. Dieses Feuerwehr-Gründungsfest und gleichzeitig Kirchweihfest in D.-Ehrensdorf wird entschieden auf lange Zeit hinaus jedem Teilnehmer in angenehmer Erinnerung blei­ben, diese Gemeinde wird gewiss auch Stolz sein auf ihre neue Feuerwehr die stets ihrer Aufgabe bewusst ist und das Motto "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" immer vor Augen hält (Originaleintrag Güssinger Zeitung vom 23.5.1926).

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Denkmal Nemet Hasas 1898
Filialkirche hl. Johannes Evangelista, mitten auf dem Anger stehend.
Florianikapelle
Kreuz Greutwiesen
Obstpresse beim Tratschplatz
Tratschplatz, mitten im Ort

Ausflugsziele in näherer Umgebung: Freibäder, Badeseen, Thermen, Weinmuseum, Vinothek, Schnapsmuseum, Freilichtmuseum, Wallfahrtskirche Maria Weinberg, Naturpark, St. Emmerichkirche im Grenzstreifen zu Ungarn, ca. 6 km zum Grenzübergang nach Ungarn und vieles anderes mehr.

Wanderwege: Rund um Deutsch Ehrensdorf führt die 4 W Runde (Wald Wiese Wein Walking), beginnend mitten im Ort beim Tratschplatz .

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