Forchtenstein

Forchtenstein (ungarisch: Fraknó, kroatisch: Fortnava) ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland (Österreich), dem früheren Deutsch-Westungarn mit 2810 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Forchtenstein ist vor allem durch die dominante Burg bekannt.

Geografie: Forchtenstein ist eine Gemeinde, die aus dem Zusammenschluss der früher selbständigen Gemeinden und nunmehrigen Katastralgemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia entstanden ist.

Die Burg Forchtenstein, die historisch von großer Bedeutung ist, beherrscht den landschaftlichen Umkreis der Gemeinde und markiert durch ihren felsigen Untergrund einen geologischen Übergang zum Rosaliengebirge. Hier liegt auch das Quellgebiet der Wulka, die nach Nordosten zum Neusiedlersee fließt.

Nachbargemeinden: Wiesen (Bez. Mattersburg, Bgld.), Lanzenkirchen (Niederösterreich), Mattersburg (Bez. Mattersburg, Bgld.) und Hochwolkersdorf (Niederösterreich).

Geschichte: Vor der römischen Annektierung war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später, nach der Eingliederung des Gebietes in das Römische Reich, wurde das heutige Forchtenstein der Provinz Pannonia administrativ zugeordnet. Der wechselvolle Zeitverlauf beließ es nach der ungarischen Landnahme um 900 bei den ungarischen Stammlanden.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 mussten auch die einheimischen Deutschen und Kroaten aufgrund der Magyarisierungspolitik der Budapester Regierung den ungarischen Ortsnamen Fraknó verwenden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs - als die Monarchie Österreich-Ungarn zerfiel, wurde Deutsch-Westungarn 1919 nach zähen Verhandlungen aufgrund der Verträge von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört zu dem 1921 neu gegründeten Bundesland Burgenland.

1971 wurden die beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Forchtenau und Neustift an der Rosalia zusammengelegt. Bis 1972 hieß die Gemeinde Forchtenstein noch Forchtenau (vermutlich nach der Au am Fuße des Burgberges).

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock: ObjektID: 19591, Hauptstraße 89
Burg Forchtenstein: ObjektID: 19593, Melinda Esterhazy-Platz 1, Neustift an der Rosalia, Die Burg Forchtenstein wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter den Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein als ungarische Grenzburg errichtet, diente sie in den Türkenkriegen als wichtiges Bollwerk. Seit dem frühen 17. Jahrhundert in Besitz der Esterházy. Kern der gewaltigen Burganlage ist das Hochschloss, das im 17. Jahrhundert seine heutige Form erhielt, unter anderem mit barocker Burgküche (Wallfahrtskirche hl. Rosalia). Die Burg beherbergt mehrere Dauerausstellungen, die - neben den Ausstellungen im Schloss Esterházy in Eisenstadt - die Geschichte und Schätze des alten Adelsgeschlechtes Esterházy zeigen - deshalb trägt die Burg auch die Bezeichnung "Tresor der Esterházy".
Esterházy-Ahnengalerie: in den Repräsentationsräumen der Burg befindet sich die größte barocke Ahnenbilder-Galerie Mitteleuropas und die in Europa einzige erhaltene Sammlung von Silbermöbeln aus dem Barock.
Esterházy-Schatzkammer: einzig komplett erhaltene barocke Kunst- und Wunderkammer in Europa mit Objekten aus Gold, Elfenbein und wertvollen Steinen, Automaten und exotischen Tierpräparaten.
Flur-/Wegkapelle, mit Figur hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 19587, Neustiftgasse 1, die Wegkapelle mit einer Statue des hl. Johannes Nepomuk entstand im 18. Jahrhundert.
Hausberg Forchtenstein: ObjektID: 47966, Forchtenau.
Katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt: ObjektID: 19580, Hauptstraße 59, die Kirche wurde 1347 als Filialkirche von Mattersburg durch Bischof Albert von Nikomedien, dem Vikarius des Raaber Bischofs, geweiht. Laut Inschrift über der Kirchentür wurde sie 1655 sowie 1703 im Zuge der Errichtung des Klosters erweitert. Fürst Paul Esterházy übergab 1695 die Kirche und das angebaute Kloster den im Zuge der Gegenreformation ins Land geholten Serviten. Zwischen 1983 und 1985 wurde im Zuge der Renovierung der Kirche das Seitenschiff erweitert. Die Fenster wurden von der Eisenstädter Künstlerin und Ordensfrau Elfriede Ettl mit Darstellungen des Psalms 148 ("Das Gotteslob in der Schöpfung") ausgestattet. Die unter dem Patrozinium Maria Himmelfahrt stehende Kirche, die in Verbindung mit der Rosalienkapelle eine viel besuchte Wallfahrtsstätte ist, hat einen barocken Hochaltar. In dessen Mittelpunkt steht eine aus dem 15. Jahrhundert stammende gotische Madonna mit auf dem Arm liegenden Jesukind. Der Legende nach ist diese Statue bei Bränden und anderen Zerstörungen immer unversehrt geblieben.
Naturpark Rosalia-Kogelberg
Pest-/Dreifaltigkeitssäule, Gnadenstuhl: ObjektID: 19584, neben Hauptstraße 57, die Dreifaltigkeitssäule vor der Pfarrkirche stammt aus der Zeit um 1700.
Reptilienzoo Forchtenstein
Serviten-Kloster, ehem. Kloster des Ordens Servorum Mariae: ObjektID: 19581, Hauptstraße 59, das Servitenkloster östlich der Pfarrkirche wurde 1692 gegründet und bis 1704 erbaut. Über dem Hauptportal des zweigeschoßigen Vierflügelbaus befindet sich das Wappen der Esterházy.
Scala Santa: ObjektID: 19582, Hauptstraße 59, die Heilige Stiege ist ein Zubau zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und ist der Scala Santa in Rom nachempfunden. Sie wurde 1719 geweiht und zwischen 1993 und 1998 renoviert.
Unterer Edelhof: ObjektID: 19583, Hauptstraße 75, der Untere Edelhof an der Hauptstraße war seit 1627 Sitz der Grafschaftsverwaltung Esterházy. Das Hoftor zeigt das Wappen der Familie.
Wallfahrtskirche hl. Rosalia (Rosalienkapelle): ObjektID: 19592, Neustift an der Rosalia, die Rosalienkapelle ist eine Wallfahrtskirche auf dem Heuberg aus dem 17. Jahrhundert. Die erste Kapelle wurde im Jahr 1644 errichtet. Zu Ehren der Pestpatronin Rosalia ließ Fürst Paul Esterházy 1666 eine hölzerne Kirche errichten. Über dessen kreuzförmigen Grundriss wurde 1670 mit dem Bau einer steinernen Kirche begonnen. 1679 wurde die Kirche mit dem rechten Seitenaltar und 1681 mit dem linken Seitenaltar erweitert. 1682 erfolgte die Errichtung der Kanzel. Charakteristisch ist der bis heute unveränderte Baustil der Kirche mit der durch verschiedene Firsthöhen gegliederten Dachsilhouette sowie einem kleinen Turm mit Pyramidenhelm. Die Kirche wurde 1680 geweiht. Trotz ihrer nunmehr massiven Bauweise behielt sie im Volksmund den Namen Kapelle.
Zeughaus und Waffensammlung: ehemaliges fürstliches Zeughaus, heute die größte private Waffensammlung Österreichs.

Söhne und Töchter der Gemeinde:
Michael I. Esterházy de Galantha (1671–1721), ungarischer Staatsmann in habsburgischen Diensten

Disclaimer

Einige Texte sind von der freien Wikipedia kopiert und angepasst worden. Die allermeisten Bild- und Mediendateien sind aus eigener Quelle und können auf Anfrage für eigene Webseiten verwendet werden. Sollten sich dennoch Bild- oder Mediendateien auf dieser Seite finden, welche einen Copyright unterliegen, so bitte ich um Verständigung per Email guenter.nikles@gmx.at, damit ich einen Copyright-Vermerk bzw. Weblink anbringen kann, bzw. auf Wunsch die Bild- oder Mediendateien löschen kann.

Kontakt

Bevorzugte Kontaktaufnahme ist Email.

Telefon: 0680/5509998
Telefax: 03322/44384
Email: guenter.nikles@gmx.at
Website: www.nikles.net

Günter Nikles,
Josef Reichl-Straße 17a/7,
A-7540 Güssing, Österreich