Frankenau-Unterpullendorf

Frankenau-Unterpullendorf (kroatisch: Frakanava-Dolnja Pulja, ungarisch: Frankó-Alsópulya, Romani: Telutni Pulja) ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf, Burgenland, Österreich mit 1114 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017), von denen ca. 80 % der Volksgruppe der Burgenland-Kroaten angehören.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland am Stooberbach. Seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1971 gibt es vier Ortsteile, Frankenau/Frakanava, Großmutschen/Mucindrof, Kleinmutschen/Pervane und Unterpullendorf/Dolnja Pulja. Im Ortsgebiet von Unterpullendorf befindet sich auch der geografische Mittelpunkt des Burgenlands.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017): Frankenau (414) Großmutschen (152) Kleinmutschen (106) Unterpullendorf (442)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Frankenau, Großmutschen, Kleinmutschen und Unterpullendorf.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lagen die heutigen Orte Frankenau und Unterpullendorf dann in der Provinz Pannonia.

Das Landesmuseum Burgenland hat in den Jahren 2000 und 2001 gemeinsam mit dem Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS) in der Ried "Zerrwald" von Unterpullendorf Grabungen vorgenommen und dort ein Bergbaugebiet der Latènezeit erforscht. In zwei kleineren Pingen (Bodenvertiefungen durch Bergbautätigkeiten) wurde der dort aufgefundene Abraum zwecks Datierung untersucht, eine große Pinge wurde bis in eine Tiefe von 6,5 m ergraben, um die Schachtsohle und damit den Abbauort zu erreichen.

Die ehemals selbstständigen Orte gehörten wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 mussten aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest die ungarischen Ortsnamen Frankó bzw. Alsópulya verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Die Orte gehören seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Blasonierung: "In Gold über blauem, mit vier goldenen Wellenfäden belegtem Wellenschildfuß wachsend ein durchgehender roter Baum mit vier blattlosen Ästen, deren Enden vorne mit einem rückgewandten offenen Buch und einem Herz, hinten mit einer fünfblättrigen Rose und einer Pflugschar besteckt sind." Gemäß § 4 Abs. 4 Bgld. GemO 2003 werden die vom Gemeinderat der Gemeinde Frankenau-Unterpullendorf festgesetzten Gemeindefarben "Rot-Gold" genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten (Frankenau):
Ausgrabungen: Im Gemeindegebiet von Frankenau wurden im Jahr 2008 archäologische Ausgrabungen, unter der Leitung des Österreichischen Archäologischen Institutes (ÖAI), durchgeführt. Es ist dabei auf die wahrscheinlich größte römerzeitliche Siedlung des Burgenlandes gestoßen, deren Gesamtläche sich auf ca. 10 ha beläuft.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 84969, vor Frankenau 83, der Bildstock am südwestlichen Ortsende stammt aus dem Jahr 1864.
Figurenbildstock hl. Josef: ObjektID: 84978, die Inschrift lautet: "Spominak bralu duhovniku - Ivanu Blazovich - 1888 - 1946 - Pjesniku Boga i naroda"
Friedhofskapelle: ObjektID: 84970.
Gnadenstuhl: ObjektID: 84953, Kirchenplatz, die Dreifaltigkeitssäule vor der Pfarrkirche ist mit 1862 bezeichnet.
Kath. Pfarrkirche Allerheiligen: ObjektID: 49760, Frankenau 37a, die römisch-katholische Pfarrkirche Frankenau steht auf dem Breitanger von Frankenau (kroatisch Frakanava, ungarisch Frankó) der Gemeinde Frankenau-Unterpullendorf im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Sie ist dem Fest Allerheiligen geweiht und gehört zum kroatischen Dekanat Großwarasdorf. Die Kirche war bereits um 1400 Pfarre. Der heutige neuromanische Bau wurde 1877 errichtet. Eine Restaurierung erfolgte 1975. Die neuromanische Kirche hat einen eingezogenen Chor mit Rundapsis. Der Westturm hat einen Spitzhelm. Das Kirchenschiff ist ein großer, einjochiger, nüchterner Raum. Es ist mit einer Tonner mit Stichkappen überwölbt. Die dreiachsige Empore liegt auf einem Platzlgewölbe. Der Hochaltar wurde in Formen der Neorenaissance errichtet. Die Seitenfiguren stellen den heiligen Petrus und den heiligen Paulus dar. Der Hochaltar wurde im 18. Jahrhundert geschaffen und später verändert. Die beiden Seitenaltäre sind neoromanisch. Die Glocke wurde 1727 von Josev Dival in Wien gegossen.
Marienkapelle: ObjektID: 84948, die Marienkapelle mit einer Statue der Gottesmutter wurde 1848 erbaut.
Miloradic-Denkmal: Das Denkmal befindet sich im Miloradic-Park in Frankenau. Im Jahre 1850 wurde hier der große kroatische Priesterdichter Mate Meršic Miloradic geboren. Eine vom berühmten kroatischen Bildhauer Ivan Meštrovic geschaffene Büste erinnert an sein Wirken.
Mittelpunktstein: Dieser Basaltstein vom Pauliberg markiert den geografischen Mittelpunkt des Burgenlandes. Er wurde im Jahre 1991 von der Burgenländischen Geographengesellschaft anlässlich "70 Jahre Burgenland" aufgestellt.
Pest-/Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 84971, die 1935 errichtete Dreifaltigkeitssäule südlich des Friedhofs trägt einen barocken Gnadenstuhl.
Thermenwetterstation Frankenau: Gegen Voranmeldung kann man sich die Wetterstation und vieles mehr von Herrn Johann Kerstinger erklären lassen: Tel. 02615/87017
Waldlehrpfad Frankenau: Der Waldlehrpfad liegt direkt an der Strecke zur Sonnentherme.

Persönlichkeiten:
Elfriede Krismanich (* 1940), Politikerin und AHS-Lehrerin, 1987 Vizebürgermeisterin von Frankenau-Unterpullendorf

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