Gols

Gols (ungarisch: Gálos) ist eine im Burgenland gelegene Markt- und Weinbaugemeinde mit 3825 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Der Ortsname leitet sich entweder vom Oberhaupt der Bissener, Gal oder vom Heiligen Gallus ab, der mit dem Weinbau in Zusammenhang gebracht wird.

Geografie: Gols liegt im Norden des Burgenlandes, im Bezirk Neusiedl am See, östlich des Neusiedler Sees. Es befindet sich an der Grenze der beiden Landschaften Parndorfer Platte und Heideboden.

Nachbargemeinden: Weiden am See, Zurndorf, Neusiedl am See (mit den Zitzmannsdorfer Wiesen), Podersdorf am See, Mönchhof und Frauenkirchen.

Geschichte: Das Gebiet nordöstlich des Neusiedlersees ist seit der Steinzeit besiedelt. Funde aus dieser Epoche sowie aus Bronzezeit und Hallstattzeit belegen dies. Auch während der römischen Besetzung (3. bis 5. Jahrhundert) wird hier eine dichte Besiedelung angenommen. Um das 10. Jahrhundert siedelte hier das Geschlecht der Bissener, das von den Magyaren mit der Sicherung der Westgrenze beauftragt war. 1217 wird der Ort Gols erstmals urkundlich erwähnt. 1582 wurde von Rudolf II. das Marktrecht und das Wappen verliehen. Anfang des 17. Jahrhunderts nahmen Mitglieder der Familie Batthyány süddeutsche protestantische Siedler auf.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gálos verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Blasonierung: "Auf einem roten Wappenschild ein silberner Turm mit vier Zinnen, der auf drei grünen Hügeln steht, umrankt von Reben mit fünf Weinblättern und zwei reifen gelben Trauben."

Bildung:
Volksschule
Sportmittelschule
Volkshochschule
Musikschule

Gemeindepartnerschaften:
Ergenzingen in Baden-Württemberg, Deutschland, seit 1989 Freundschaftsvertrag und seit 2000 Partnerschaftsvertrag
Bozcaada, Türkei

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 5923, Marktgasse, die Dreifaltigkeitssäule rechts neben dem Stiegenaufgang zum Kirchhof der katholischen Pfarrkirche entstand um 1700, sie hat ein ionisches Kapitell und eine plastische Dreifaltigkeit. Die Säule wurde 1976 restauriert.
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 5924, Untere Quergasse, die Dreifaltigkeitssäule an der Bundesstraße zeigt die Jahresangabe 1618 und wurde 1806 restauriert. Die Säule stand ehemals in der Wüstung Zitzmannsdorf und wurde hierher verlegt.
Evangelische Pfarrkirche Gols: ObjektID: 5918, Dr. Martin Luther Platz 1, die Evangelische Pfarrkirche A.B. wurde 1818 als schmuckloser turmloser Bau errichtet und 1888 mit Architekt Ludwig Schöne verlängert und mit einem Turm in neoromanistischem Stil versehen. Das bemerkenswerte Altarbild Anbetung der Könige mit der Bezeichnung A 1537 A kopiert einen Holzschnitt von Albrecht Dürer aus 1511. Die Glasfenster gestaltete Hannelore Knittler-Gesellmann (1976). Die Orgel baute Franz Ullmann (1852).
Katholische Pfarrkirche Gols: ObjektID: 5919, die im 12. und 13. Jahrhundert erbaute romanische Pfarrkirche hl. Jakobus d. Ä. zeigt mit dem massiven Ostturm die ehemalige weitere Funktion als Wehrkirche.
Pfarrhof: ObjektID: 5920, Hauptplatz 34
Weinkulturzentrum Gols: ObjektID: 5921 Hauptplatz 20/20a, das barocke Giebelhaus als burgenländischer Langstreckhof aus dem 18. Jahrhundert ist das älteste Gebäude in Gols. Im Keller werden 400 Weine des Ortes präsentiert. Das Erdgeschoß dient Veranstaltungen. Seit 2014 beinhaltet das Gebäude auch ein Museum zum Kinder- und Jugendbuchautor Erwin Moser.

Musik: Schon im 18. Jahrhundert erwähnen schriftliche Quellen Bläser aus Gols. Um 1900 erfolgte, vermutlich durch Gregor Wurm, eine Wiederbelebung bläserischen Musizierens. Diese Kapelle blieb bis zum Ersten Weltkrieg bestehen. Nach 1922 gab es mehrere kleinere Musikkapellen, die immer wieder als Golser Musikkapelle oder Ortsmusikkapelle Erwähnung finden. Nach dem politischen Umsturz 1938 entstand eine Großkapelle der Ortskapelle Gols, die Leitung übernahm damals Lorenz Schrammel. Nach dem Krieg war Johann Toth Kapellmeister einer kleineren Musikgruppe. 1970 wurde der Musikverein gegründet.

Regelmäßige Veranstaltungen: Das zehntägige Golser Volksfest findet jedes Jahr im August statt. Das Volksfest hat vier Standbeine: das eigentliche Golser Volksfest (Musikunterhaltung und Vergnügungspark), die Pannonia (eine Wirtschaftsmesse mit über 230 Ausstellern), die Bezirksweinkost und der Golser Kultursommer.

Wirtschaft und Infrastruktur: Gols ist einer der bedeutendsten Weinorte in Österreich. Im Ort befinden sich zahlreiche Buschenschänken, Heurige und Weinverkaufsstellen. Zu den Sehenswürdigkeiten von Gols gehören die alten Weinkeller. Rund die Hälfte der Gemeindefläche ist mit Weingärten bedeckt, die etwa 20 % der Bewohner eine Beschäftigung bieten. Weiters werden in Gols Sekt, Schnäpse, Fruchtweine und ein eigenes Golser Bier hergestellt. Die international bedeutendsten Weinerzeuger der Gemeinde sind die Weingüter Paul Achs, Gernot und Heike Heinrich, Juris Stiegelmar und Anita und Hans Nittnaus.

Durch Gols führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.

Persönlichkeiten:
Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Marktgemeinde:
Manfred Beck (Rallycross-Europameister, 1996)
Georg Tischler (Paralympics-Sieger im Kugelstoßen F54, 2004; Weltmeister im Kugelstoßen 2009)
Hans Krutzler (Staatsmeister im Voltigieren, 1996)
Adi Lunzer (Konditormeister, zahlreiche Goldmedaillen)

Personen mit Bezug zur Marktgemeinde:
Georg Christoph Strattner (1644 oder 1645–1704) Kirchenmusiker und Komponist
Matthias Achs (1939–2011), Politiker
Hans Georg Heinke (* 1945), Journalist und Nachrichtensprecher
Dieter Horvath, Kulturbuchautor
Leopold Schmetterer (1919–2004), Mathematiker, Statistiker und Wahrscheinlichkeitstheoretiker
Stefan Pabst (* 1983), Musiker und Gründungsmitglied der Gruppe Ja, Panik

Disclaimer

Einige Texte sind von der freien Wikipedia kopiert und angepasst worden. Die allermeisten Bild- und Mediendateien sind aus eigener Quelle und können auf Anfrage für eigene Webseiten verwendet werden. Sollten sich dennoch Bild- oder Mediendateien auf dieser Seite finden, welche einen Copyright unterliegen, so bitte ich um Verständigung per Email guenter.nikles@gmx.at, damit ich einen Copyright-Vermerk bzw. Weblink anbringen kann, bzw. auf Wunsch die Bild- oder Mediendateien löschen kann.

Kontakt

Bevorzugte Kontaktaufnahme ist Email.

Telefon: 0677/61984675
Telefax: 03322/44384
Email: guenter.nikles@gmx.at
Website: www.nikles.net

Günter Nikles,
Josef Reichl-Straße 17a/7,
A-7540 Güssing, Österreich