Landsee

Landsee (ungarisch: Lánzsér, Lándzsér, kroatisch: Lanžer, Lanžir) ist ein Ortsteil von Markt Sankt Martin im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich und hat laut Statistik Austria 285 Einwohner (1. Jänner 2017).

Geschichte: Nähert man sich der Landseer Bergwelt, so sieht man schon aus der Ferne die imposanten Mauern der Ruine Landsee. Die Festung gilt als einer der ältesten und größten Burganlagen Europas. Landsee blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde erstmals 1058 urkundlich erwähnt. Die Burg Landsee war die größte und bedeutendste Herrschaft in der weiten Umgebung und bis heute im Besitz der Familie Esterházy. Das Geburtshaus der Heimatdichterin Mida Huber, das Steinmuseum mit regionalen Gesteinsarten und der begehbare Vulkan Pauliberg laden zu einem Besuch ein.

Über Brücken und durch verschiedene Bauteile der imposanten Befestigungsanlage gelangt man zum Burgfried, dem "Don Jon", von dessen Aussichtsplattform sie einen herrlichen Rundblick in das Mittelburgenland, zum Neusiedler See und in die Bucklige Welt genießen können.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lánzsér bzw. Lándzsér verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Sehenswürdigkeiten:
Burgruine Landsee: ObjektID: 30424, Landsee 176, die Burgruine ist ein beliebtes Ausflugsziel inmitten des Naturparks Landseer Berge. Sie liegt auf einem Felssporn auf einem Höhenrücken zwischen Heidriegel (dort befinden sich Reste einer Fluchtburg) und dem Pauliberg. Der Name hat nichts mit einem See/Gewässer zu tun. Die Burg befand sich bis zum Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie in Ungarn, ihr Name wird von der ungarischen Bezeichnung "Lánzsér" eines ursprünglich "Landeshere" geschriebenen deutschen Namens abgeleitet. Ob eine ungarische oder eine deutsche Version die erste Bezeichnung der Anlage waren, ist nicht belegbar, ebenso nicht, ob die Burg den Namen des Besitzers bestimmte oder der Name (der Familie) des Besitzers auf jenen der Burg Einfluss nahm. Lánzsér wird auch mit "Lanzenträger" übersetzt. Das Wort "hehr ..." ist ein altes deutsches Wort und steht für herausragend, hoch angesehen, stolz, von hohem Rang und Ähnliches, das Wort "Hehre" wurde für "stolze Schönheit" verwendet. Dieser Name beschreibt die Anlage somit als eine damals hoch angesehene Burganlage (eine ähnliche Namensbildung liegt bei Landskron vor). Der Name "Landeshere" wurde im Jahre 1158 erstmals erwähnt, die Burg 1263. Sie lag nur wenige hundert Meter östlich der Grenze zwischen den österreichischen Gebieten des Heiligen römischen Reichs und dem Königreich Ungarn. Das Urkundenbuch der Steiermark erwähnt 1173 einen Erchenger von Landesehre, dessen Familie auch die Burg Hohenwang bei Langenwang gehörte. Seinen Namen erwähnt auch die Reimchronik Ottokars von Horneck. Diese Personen werden als Beamte (Ministerialen) der Grafen von Pitten, die damals zur Steiermark gehörten und als Nebenlinie der Stubenberger in der Oststeiermark gesehen. Vor 1222 gehörte die Burg aber bereits zu Ungarn. Im 13. Jahrhundert gehörte sie Lorenz Athinai, dem Gespan des damaligen Ödenburg (Sopron). 1289 wurde die Burg von Herzog Albrecht von Österreich bei seinem Feldzug gegen die Güssinger Grafen im Zuge der Güssinger Fehde erobert. Nach mehrfachen Besitzerwechseln kam die Burg 1612 an Baron, später Graf Nikolaus Esterházy. Am 12. Juli 1707 zwischen 10 und 11 Uhr Vormittag brach ein erster Brand aus, der schwere Zerstörungen an der Kobersdorfer Seite (Nordostseite) der Burg brachte, wo sich die Gemächer des Besitzers befanden. Danach wurde die Burg wieder in Stand gesetzt, begann in weiterer Folge aber zu verfallen, es war bereits die Abtragung einiger Teile vorgeschlagen. Am 2. Juni 1790 brannte die Burg neuerlich verheerend. Ihr Besitzer, Fürst Nikolaus I. Esterházy, genannt „der Prachtliebende", verstarb am 28. September 1790 in Wien. Sein Nachfolger Fürst Anton sah sich wegen des aufwändigen Lebensstils seines Vorgängers, der ihm 3,8 Millionen Gulden an Schulden hinterlassen hatte, zu starken Sparmaßnahmen gezwungen. Die Anlage (damals Schloss genannt, siehe die historische Landkarte) wurde nicht mehr aufgebaut und (im Ergebnis zugunsten von Burg Forchtenstein bzw. der damaligen Herrschaft Lackenbach) aufgegeben. 1802 wurde die Anlage als "ruinös" bezeichnet. Sie diente danach als Steinbruch für die Bauten der Umgebung. Seit 1968 wird die Burgruine gesichert und der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 67063, eine Steinfigur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Brückensturzrelief.
Figurenbildstock hl. Maria: ObjektID: 67064, Güterweg Landsee-Blumau, ein Figurenbildstock aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Heimatmuseum, Mida Huber-Haus: ObjektID: 67065, Landsee 109, ehemaliges Wohnhaus und Arbeitsraum der Mundartdichterin und Künstlerin Mida Huber und das aktuell (2012) als Museum fungiert.
Kath. Filialkirche hl. Matthäus: ObjektID: 130121, seit 2014 denkmlageschützt, Landsee - Blumau.
Kath. Pfarrkirche hl. Michael: ObjektID: 49904, Landsee 77, ein klassizistischer Sakralbau mit neoromanischen Ergänzungen. Die Kirche wurde im Jahr 1800 errichtet, ist 1897 abgebrannt und wurde 1909 umgebaut.
Ruine des Kamaldulenserklosters: ObjektID: 96382, seit 2012 denkmalgeschützt, Klosterberg, das Kamaldulenserkloster wurde von der Fürstin Eva Esterházy-Tököly (Gattin von Paul I. Esterházy de Galantha) 1701 gestiftet und bereits 1782 im Zuge der Josephinischen Reformen wieder aufgelöst.

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