Lutzmannsburg

Lutzmannsburg (ungarisch: Locsmánd; kroatisch: Lucman) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland in einer mittleren Seehöhe von 204 m ü. A. und gehört zum südöstlichen Teil des politischen Bezirks Oberpullendorf. Die Gegend um Lutzmannsburg stellt die Übergangszone von der Landseer Bucht zur Kleinen Ungarischen Tiefebene und weiter zum Pannonischen Becken dar. Das Ortsgebiet der Gemeinde ist in eine großflächige Ebene eingebettet. Diese wird vom Fluss Rabnitz durchflossen, in den im Ortsteil Strebersdorf der Raidingbach und der Stooberbach einmünden. Im Süden wird Lutzmannsburg vom "Lutzmannsburger Weingebirge", einem Ausläufer der Günser Berge begrenzt, im Osten von der Staatsgrenze zu Ungarn.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017):
Lutzmannsburg (639)
Strebersdorf (ungarisch: Micske; kroatisch: Selce) (248)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Lutzmannsburg und Strebersdorf. Lutzmannsburg gehört wie auch Horitschon, Deutschkreutz, Raiding und Neckenmarkt zum Blaufränkischland.

Geschichte: Die ersten Besiedelungen im Gemeindegebiet von Lutzmannsburg führen auf einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahrtausenden bis in die Jungsteinzeit zurück. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Für die Zeit des Römischen Reichs, in der das Gebiet zur Provinz Pannonien gehörte, lässt sich im Bereich der Lutzmannsburger Weinberge eine größere Siedlung nachweisen. Im Frühmittelalter, während der Zeit der Völkerwanderung, besiedelten Goten, Hunnen, Langobarden, Slawen, Awaren und andere Stämme die Region um Lutzmannsburg, ehe es gegen Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen in die Awarenmark seines Reiches eingegliedert wurde. Daraus erfolgte eine fränkisch-bayrische Besiedelung. Als das Erzbistum Salzburg im Jahr 796 das Gebiet zwischen Donau und Plattensee zur Mission zugeteilt wurde, hielt auch in Lutzmannsburg die Christianisierung Einzug. Nach Einzug der Magyaren und der Heirat des ungarischen Königs Stephan I. mit der bayerischen Herzogtochter Gisela der späteren Königin von Ungarn, kamen nach der Jahrtausendwende zahlreiche bayerische Adelige ins Land. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1156 zurück, als der ungarische König Géza II. den Rittern Gottfried und Albrecht für treue Kriegsdienste das Dorf „Lusman“ verlieh. Nachdem der Ort bereits damals als Markt bezeichnet wurde, zählt Lutzmannsburg zu den ältesten Marktgemeinden des Burgenlandes. Um 1171 wurde am heutigen Kirchberg eine Komitatsburg errichtet, aus der sich der heutige Name ableitet.

Der Ortsteil Strebersdorf wird erstmals 1195 in einer Schenkung des Provinzverwalters (Banus) Dominicus an das Stift Heiligenkreuz erwähnt.

Durch kriegerische Auseinandersetzung zwischen Ungarn und Österreich kam es zum Verfall der Lutzmannsburger Burg, die um 1263 nicht mehr bewohnbar war. Die Befestigung wurde auf Grund ihrer kurzen Bestandszeit nicht wie die meisten anderen Komitatsburgen städtisch überbaut. Wo die „modernen“ Zerstörungen durch die beiden Friedhöfe und den Straßenbau noch nicht zu weit fortgeschritten sind, sind Wall und Graben selbst heute noch gut im Gelände erkennbar. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebiet aus königlichem Besitz in das Eigentum der Güssinger Grafen übertragen. In weiterer Folge gehörte das Gebiet von Lutzmannsburg zur Burg Güns, die 1445 vom deutschen König und späteren Kaiser Friedrich III. erobert wurde. Obwohl das Dorf 1529 und 1532 infolge der Türkenkriege völlig zerstört wurde, konnte es wieder rasch aufgebaut werden. Der um 1570 evangelisch gewordene Ort war im 17. Jahrhundert Sitz des Archidiakonats, zu dem alle Orte Westungarns gehörten. Aufgrund der Gegenreformation 1674 und des Toleranzediktes 1781 durch Kaiser Joseph II. gibt es im Ort sowohl eine katholische als auch eine evangelische Kirche. Ursprünglich lag der Markt Lutzmannsburg am Bett der Rabnitz. Da diese immer wieder über ihre Ufer trat und das Dorf überschwemmte, wurden in den 1820er-Jahren die Häuser des Ortes nördlich der Rabnitz auf eine Anhöhe hinauf gebaut. Die Hofstatt, die heute noch am Bett der Rabnitz liegt, wurde im Jahr 1965 abermals vom Hochwasser heimgesucht.

Ab 1898 musste auf Grund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Locsmánd verwendet werden. Da Lutzmannsburg kein Frontgebiet war, blieb der Ort während des Ersten Weltkriegs weitgehend verschont und es kam zu keinen Kriegsschäden. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war bei Lutzmannsburg der Südostwall abgesteckt. In der Umgebung von Lutzmannsburg überschritt 1945 die Rote Armee die Grenze zu Österreich. 1948 kam es als Folge des Kalten Krieges an der Gemeindegrenze zu Ungarn zur Errichtung des Eisernen Vorhangs, womit Lutzmannsburg nach Osten und Süden isoliert war. Bedingt durch den Ungarischen Volksaufstand war Lutzmannsburg in der zweiten Novemberhälfte 1956 Auffanglager für ungarische Flüchtlinge.

Ab 2. Mai 1989 wurde der Eiserne Vorhang wieder abgebaut. In der Folge wurde unmittelbar hinter der Therme ein "Kleiner Grenzübergang" für Fußgänger und Radfahrer zu Ungarn errichtet. Am 21. Dezember 2007 wurde die Grenzstation auf Grund des Schengener Abkommens aufgelassen.

Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerungsentwicklung war bis 1900 ansteigend und erreichte mit 1.862 Einwohnern ihren Höchststand. Seit dieser Zeit ist sie rückläufig. Zum Stichtag der letzten Volkszählung am 15. Mai 2001 hatte Lutzmannsburg 944 Einwohner (davon 127 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren und 206 Senioren über 60 Jahren) mit beinahe ausnahmsloser (97,9 %) österreichischer Staatsbürgerschaft. Neben deutsch (855 Personen) zählen ungarisch (51) und burgenland-kroatisch (14) zur häufigsten Umgangssprache. Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 57,7 % (545 Personen) der Gemeindebevölkerung. Rund 5,4 % der Bevölkerung gehört der Volksgruppe der Burgenlandungarn an. Ein für Österreich relativ großer Anteil von 38 % (359 Personen) bekennt sich zur Evangelischen Kirche. Nach der Volkszählung 2001 bestanden in Lutzmannsburg 497 Gebäude, davon 438 Wohnhäuser (mit 507 Wohnungen, von denen jedoch nur 398 Hauptwohnsitze waren), 15 Hotels, 8 Industrie- und 4 Bürogebäude. Auf Grund der jüngsten Erfassung durch die Gemeinde per 31. Dezember 2007 sank die Bevölkerung weiter auf nunmehr 875 Einwohner. In den letzten 100 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl damit etwa halbiert. Maßgeblich dafür ist neben einer stark rückläufigen Geburtenrate, die lange Zeit negative Wanderungsbilanz, die erst in den letzten Jahren durch die Errichtung der Therme umgekehrt werden konnte.

Wappen: Der Marktgemeinde Lutzmannsburg wurde am 4. Juli 1973 durch Beschluss der Burgenländischen Landesregierung das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen. Blasonierung: "Ein roter Schild, durchzogen von einer silbernen Mauer, aus der sich ein dreizinniger silberner Turm erhebt. Aus dem Turm erhebt sich die Gestalt eines Mannes in einem ärmellosen blauen Gewande mit einem blauen Hute hervor, der mir seiner rechten Hand den Griff einer aufgerichteten silbernen Sichel umfasst und in der Linken eine blaue Weintraube gesenkt hält. Den Schild umgibt eine ornamentierte bronzefarbene Randeinfassung."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Figurenbildstock hl. Josef: ObjektID: 67027, seit 2014 denkmalgeschützt, die Josephssäule am westlichen Ortseingang wurde laut Inschrift 1698 errichtet, trägt aber heute eine neue Figur.
Evang. Pfarrkirche A.B.: ObjektID: 49933, Hauptstraße, Lutzmannsburg, die klassizistische Kirche mit einem schmächtigen Fassadenturm steht auf dem Dorfanger und wurde 1846 bis 1848 neu errichtet.
Evangelisches Pfarramt: ObjektID: 86639, Hauptstraße, Lutzmannsburg 46.
Gnadenstuhl: ObjektID: 67024, Hauptstraße, gegenüber Lutzmannsburg 76a/76b, die Dreifaltigkeitssäule auf dem Dorfanger stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Evangelisches Gemeindezentrum, ehem. evang. Schule: ObjektID: 86644, Hauptstraße, Lutzmannsburg 79.
Komitatsburg Lutzmannsburg: ObjektID: 30449, Hofstatt.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 67026, Hofstatt 1, der Figurenbildstock des hl. Johannes Nepomuk neben dem katholischen Pfarrhof stammt aus der Zeit um 1800.
Kath. Pfarrkirche hl. Veit und ehem. Friedhof: ObjektID: 49936, Hofstatt, die römisch-katholische Pfarrkirche Lutzmannsburg steht auf dem Kirchberg mitten auf dem Friedhof in der Ortschaft Lutzmannsburg (kroatisch Lucman, ungarisch Locsmánd) im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Sie ist dem heiligen Veit geweiht und gehört zum Dekanat Großwarasdorf. Am Standort der Kirche befand sich eine Komitatsburg, eine Befestigungsanlage mit Wall und Graben. Seit 1955 werden die Fundamente der Burg mit gepflasterten Böden aus dem 12. und 13. Jahrhundert ausgegraben. Die Kirche wurde vor 1272 gegründet und nach der Reformation 1674 wiedererrichtet. Der Bau stammt im Kern aus dem Mittelalter und wurde 1673 barockisiert. Die Kirche wurde in den Jahren 1974/75 restauriert. Die Kirche hat einen eingezogenen Polygonalchor aus dem 15. Jahrhundert sowie einen vorgesetzten Westturm mit steinernem Pyramidenhelm. Das rechteckige Kirchenschiff ist gedrungen. An den Langseiten sind je drei barocke Strebepfeiler. Am Chor sind einstufige Strebepfeiler, gotische Spitzbogenfenster mit Nasen in den gekehlten Laibungen. An der Nordseite des Chorjochs schließt die gotische Sakristei mit kleinen Spitzbogenfenstern an. Im viergeschoßigen Turm sind schießschartenartige Fenster eingelassen. Die Turmbemalung aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurde 1974 rekonstruiert. An der Westwand hängt ein Kruzifix aus Stein mit Ex-Voto-Inschrift von 1779. Die beiden Joche des Kirchenschiffes sind tonnengewölbt mit gerundeteten Stichkappen. Die Fenster sind in tiefen, rundbogigen Nischen eingelassen. Ein breiter Triumphbogen trennt das Kirchenschiff vom Chorjoch. Dieses hat einen 5/8-Schluss und ist kreuzrippengewölbt. Das Gewölbe lagert auf Kegelkonsolen. Die Schlusssteine sind rund. Die gotische Tür zur Sakristei mit Nasen hängt im doppelt gekehlten Rahmen mit Wappenstein.
Kapelle Maria Königin: ObjektID: 49935, Hofstatt, die neogotische Kapelle in der Hofstatt wurde 1806 erbaut.
Ehem. Zollamtsgebäude, Polizei: ObjektID: 67029, Thermenstraße 32.
Torbogen des ehem. Friedhofes: ObjektID: 86622, Friedhofsportal mit Zinnen.
Pranger: ObjektID: 86628, der Pranger auf dem Dorfanger besteht aus zwei Kegelstümpfen auf einem achteckigen Sockel.

Wirtschaft und Infrastruktur: Lutzmannsburg hatte wirtschaftlich lange darunter zu leiden, dass die Gemeinde unmittelbar neben dem Eisernen Vorhang lag. Die Wirtschaft war dadurch auf landwirtschaftliche Produkte und vor allem den Weinbau beschränkt. Erst durch den Bau des Thermalbades in den 1990er Jahren erfolgte ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung.

Weinbau: Lutzmannsburg ist ein traditioneller Weinbauort. Schon seit dem Jahr 1218 lässt sich die erstmalige urkundliche Erwähnung des Weinbaus nachweisen. Lutzmannsburg ist somit eine der ältesten Weinbaugemeinden des Burgenlandes. Die gesamte Fläche (rund 180 Hektar) des Weinberges Sonnberg war bereits Anfang des 13. Jahrhunderts mit Reben bepflanzt. Lutzmannsburg erhielt, als einer der ersten burgenländischen Weinbauorte überhaupt, sehr früh die Genehmigung, seine Eigenbauweine ins Ausland zu verkaufen. Voraussetzung dafür war, dass die Weine von besonderer Güte waren. Durch die Umstellung auf rationelle Wirtschaftsformen und dank der Einführung moderner Arbeitsmethoden konnte der Lutzmannsburger Weinbau ab den 1950er Jahren enormen Aufschwung nehmen und ist heute ein Geheimtipp unter Weinkennern. Der Weinbau wurde bei vielen Landwirten jedoch nur als zweites Standbein betrieben. Heute gibt es in der Gemeinde 18 Betriebe, die Wein in Flaschen abfüllen. Lutzmannsburg gehört zu den Ortschaften des Blaufränkischlandes. In diesem pannonischen Klima gedeihen besonders die Sorten:
Rotwein: Blaufränkisch, Zweigelt, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz, Blauburger, St. Laurent, Pinot Noir
Weißwein: Müller-Thurgau, Goldburger, Welschriesling, Grüner Veltliner, Pinot Blanc.

Mit dem Weinbau erwähnenswert sind neben den zahlreichen Weinschenken, dem alljährlich Anfang August stattfindenden Rotweinerlebnis und dem Anfang November abgehaltenen Tag der offenen Kellertür, das Weinblütenfest am Sonnberg Mitte Mai.

Sonnentherme: Auf den so genannten Angerwiesen östlich des Marktes Lutzmannsburg, in unmittelbarer Nähe zur österreichisch-ungarischen Staatsgrenze wurden 1989/90 erfolgreiche Bohrungen nach Thermalwasser durchgeführt. Anfang Juni 1993 begannen die Bauarbeiten, am 17. September 1994 wurde die Sonnentherme Lutzmannsburg-Frankenau eröffnet, Am 28. Mai 2003 konnte die bereits dritte Erweiterung abgeschlossen werden. Die Therme ist für Familien mit Kleinkindern und hat eine Gesamtwasserfläche von 1.581 Quadratmeter. Die Gesamtfläche beträgt 44.367 Quadratmeter, von denen 6.918 Quadratmeter verbaut sind. 1996 erhielt die Therme den Umweltpreis des Umweltministeriums, im Oktober des darauf folgenden Jahres wurde das Thermalwasser als Heilmittel anerkannt. An der Ersterrichtung beteiligte sich das Land Burgenland mit 95 Prozent an der neugegründeten Thermen GesmbH Lutzmannsburg Frankenau. Die Gemeinden Lutzmannsburg und Frankenau-Unterpullendorf sind an der Gesellschaft zu jeweils 2,5 Prozent beteiligt. Die WIBAG (Wirtschaftsservice Burgenland AG) übernahm im Jahr 2000 die Anteile des Landes Burgenland, während die Gemeinden Lutzmannsburg und Frankenau-Unterpullendorf weiterhin ihre Anteile behielten. Der Bau der Therme selbst sowie die nachfolgenden Umbauarbeiten wurden gemäß Förderprogramm der EU massiv gefördert. Von den 1995 bis 2006 angelaufenen Projektkosten in Höhe von 46,3 Millionen Euro wurden 19,5 Millionen Euro (42 %) von der EU beigestellt.[12] Insgesamt wurden in der Tourismusregion Lutzmannsburg/Frankenau für verschiedene Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme von 76,3 Millionen Euro von der EU 28,3 Millionen Euro bereitgestellt. Der Großteil dieser Förderungen (92 %) wurde über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Per Ausschreibung sucht im August 2016 das Land Burgenland einen Käufer für die Therme, der diese auch selbst betreiben soll. 2015 kam ein Verkauf der landeseigenen Therme an die spanische Aspro-Gruppe, die in Österreich zwei Thermen betreibt wegen zu geringen Preises (geboten wurden kolportierte 4,8 Mio. Euro) und einem fehlenden Entwicklungskonzept nicht zustande. Die Therme bilanziert als Betrieb finanziell positiv und wurde zuletzt in einem Gutachten auf 35 bis 50 Mio. Euro Wert geschätzt.

Campingplatz: Im Frühjahr 2007 wurde in Lutzmannsburg ein neuer Campingplatz mit 170 Stellplätzen eröffnet. Der mit 500.000 Euro vom Land Burgenland geförderte „Camping Sonnenland-Freizeitpark“ wird privat betrieben und befindet sich etwa 900 Meter von der Therme entfernt. Die Anlage weist als Qualitätsmerkmal fünf Sterne auf. Angeboten werden Stellplätze von 115 bis 240 Quadratmeter, die alle mit Stromanschlüssen und Wasser ausgestattet sind. SAT-Empfänger, Sonnenschirme und Fahrräder können gemietet werden. Kernstück der nach Feng-Shui-Kriterien errichteten Anlage, die mit Restaurant, einem Einkaufsladen, umfangreichen Freizeiteinrichtungen sowie einem eigenen Schlechtwetter-Bereich ausgestattet wurde, ist ein rund 6.000 Quadratmeter großer natürlicher Badeteich mit einem Sandstrand.

Fremdenverkehr: Mit dem Bau der Therme wurde parallel dazu eine umfangreiche Infrastruktur entwickelt, die Lutzmannsburg von einer bäuerlichen Gemeinde zu einem der größten Tourismusorte des gesamten Burgenlands machte. Standen 1995 für Auswärtige gerade einmal 98 Gästebetten zur Verfügung, in denen rund 6.000 Nächtigungen zu verzeichnen waren, so waren dies 2007 bereits 1.926 Gästebetten. Im Jahr 2006 waren 232.850 Übernachtungen zu verzeichnen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug 2,5 Tage. Dazu kommen noch die zahlreichen Tagesgäste, die der Therme einen Besuch abstatten. Durch diese Entwicklung bedingt stieg der Budgetrahmen der Gemeinde von 1.031.228 Euro im Jahr 1995 auf 1.718.300 Euro im Jahr 2007 sowie die Steuerkopfquote von 469,39 Euro im Jahr 1995 auf 755,00 Euro im Jahr 2005.

Beschäftigung: Die Errichtung der Therme wirkte sich auf die Zahl der Unternehmen und der Arbeitsplätze höchst positiv aus. Im Vergleich der Volkszählungen von 1991 und 2001 kam es zu einem Anstieg von 25 auf 48 Arbeitsstätten. Noch deutlicher wird dies bei der Anzahl der Beschäftigten, die sich von 78 auf 227 erhöhte,[17] wovon 83 im Beherbergungs- und Gaststättenwesen, 68 in der Erbringung von sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen sowie 26 im Handel tätig waren. Bis 2008 kam es zu einem weiteren Anstieg von Arbeitsstätten und Beschäftigten, genaue Zahlen liegen jedoch noch nicht vor.

Verkehr: Lutzmannsburg ist von Norden über die Landesstraße 228 (Nikitscher Landesstraße), die in Deutschkreutz von der Bundesstraße 62 (Deutschkreutzer Straße) abzweigt und von Westen über die Landesstraße 225 (Lutzmannsburger Landesstraße), die in Unterpullendorf von der Bundesstraße 61 (Günser Straße) abzweigt, erreichbar. Unmittelbar neben der Therme besteht eine Straßenverbindung über den ehemaligen Grenzübergang nach Ungarn in den Ort Zsira (deutsch Tening). Die Straße darf jedoch im Bereich der per 21. Dezember 2007 aufgelassenen Grenzstation trotz Grenzöffnung und Schengener Abkommen nur von Fußgängern und Radfahrern benützt werden.

In Lutzmannsburg befindet sich außerdem eine Polizeiinspektion, die im ehemaligen Zollgebäude untergebracht ist.

In der Zeit von 9. November 1913 bis 14. Mai 1933 war Lutzmannsburg zudem durch die Eisenbahnlinie von Oberloisdorf nach Bük, eine Zweigstrecke der Burgenlandbahn, erschlossen. Der Bahnhof Lutzmannsburg war Grenzbahnhof und lag im Streckenkilometer 12,6. Im Kilometer 13,5 befand sich die Staatsgrenze.

Konflikt um Öffnung des Grenzübergangs für Kraftfahrzeuge: Auf ungarischer Seite führt vom Ort Zsira (im Hintergrund) bis zur Staatsgrenze eine voll ausgebaute Straße heran. Überlegungen, den Grenzübergang für Kraftfahrzeuge ebenfalls freizugeben, wurden nicht nur vom Gemeinderat, sondern überdies vom Tourismusverein abgelehnt. Bürgermeister Günther Toth hatte den Standpunkt des Gemeinderats in einem TV-Interview mit dem ORF Burgenland am 5. November 2007 öffentlich bestätigt. Die Ablehnung wurde damit begründet, dass der Übergang unmittelbar an die Ruhezonen der Therme und der Hotels angrenzt. So verständlich diese Argumentation ist, erscheint diese Vorgangsweise im Zeitalter eines vereinten Europas und der Öffnung der Grenzen dennoch bemerkenswert und wird vor allem von im ungarischen Grenzbereich lebenden Österreichern kritisiert, da das Schengener Abkommen einen "freien Grenzübertritt, überall wo dies möglich ist, erlaubt".

Bewegung in diese Problematik kam im Frühjahr 2008, als die ungarische Nachbargemeinde Zsira auf eine Verbindung drängte und ein Projekt vorstellte, das eine Straße an anderer Stelle vorsieht. Seitdem steht die Gemeinde Lutzmannsburg in Verhandlungen mit der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf. Eine Beschlussfassung ist jedoch noch immer nicht erfolgt (Stand: August 2008). Nach jüngsten Planungen ist die Errichtung einer Umfahrungsstraße nördlich der Hotels, die am Ortsbeginn in die Hauptstraße einmünden soll, beabsichtigt (Stand: 2017).

Landes-Blumenschmuckwettbewerbe: Die Ausschmückung der Marktgemeinde mit Blumen hat große Tradition. Bereits lange vor Errichtung der Therme und einsetzen des Tourismus nahm Lutzmannsburg an den landesweiten Blumenschmuckwettbewerben[16] teil und konnte nach einem dritten Platz 1978 im Jahr 1979 erstmals einen ersten Platz gewinnen. Diesem folgten fünf weitere erste Plätze in den Jahren 1980, 1984, 1989, 2000 und 2003.

Zweite Plätze wurden in den Jahren 1981, 1985, 1998, 2006 und 2007 erreicht. Weitere dritte Plätze konnten in den Jahren 1997 und 1999 gewonnen werden.

Nach einigen Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Bewertung 2007 – der Kommission wurde Parteilichkeit und eine bereits vorgefasste Meinung vorgeworfen – wurde vom Verschönerungsverein Lutzmannsburg im August beschlossen, am Landes-Blumenschmuckwettbewerb 2008 nicht teilzunehmen. Auf die Ausschmückung des Ortsgebietes mit Blumen sollte dies jedoch keinen Einfluss nehmen.

Im Wettbewerb "Schönster Dorfplatz des Landes" ging Lutzmannsburg nach einem zweiten Platz (2003) im Jahr 2004 als Sieger hervor.

Vereinsleben: In Lutzmannsburg haben neun Vereine ihren Sitz, die mit verschiedenen Aktivitäten zum Geschehen in der Gemeinde beitragen. Diese sind:
Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Strebersdorf
Freiwillige Feuerwehr Lutzmannsburg
Freiwillige Feuerwehr Strebersdorf – gegründet am 21. Oktober 1890
Weinbauverein Lutzmannsburg
Volkstanzgruppe Lutzmannsburg
SV Lutzmannsburg – Fußball, Meisterschaftsteilnahme an der 2. Klasse Mitte (7. Leistungsstufe)
Tourismusverband
Jugend Lutzmannsburg
Dartverein Lutzmannsburg (Dart Monkeys) Gründungsjahr: 2015
Theatergruppe Lutzmannsburg

Radwege: Durch die Ortschaft führt der B 48 - EU-Thermalradwanderweg mit einer Länge von ca. 15 km, der B 43 - Familienthermenradweg mit einer Länge von ca. 32 km, sowie der B 44 - Radwegverbindung.

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