Marz

Marz (ungarisch: Márcfalva, kroatisch: Marca) ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland. Entwässert wird Marz vom Marzer Bach, vom Jüdingsaubach und vom Klettenbach.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Tal des Marzer Bachs in einer etwa 20 km breiten Mulde der Wulkaebene. Sie ist umgeben von niedrigen, zum Teil bewaldeten Hügeln.

Nachbargemeinden:
Mattersburg, Pöttelsdorf, Rohrbach bei Mattersburg, Sieggraben und Zemendorf-Stöttera

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Marz dann in der Provinz Pannonia.

Marz wurde 1202 erstmals urkundlich als Mouruhc erwähnt. Ab dem Jahr 1312 war Marz Teil der Grafschaft Mattersdorf, die später als Grafschaft Forchtenstein bezeichnet wurde. In den Wirren der Türkenkriege wurde der Ort mehrmals zerstört.

Die Revolution von 1848 brachte die Aufhebung der Grundherrschaft und die Durchführung der Bodenreform. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Márczfalva verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Legende: Der heilige Willibald (erster Bischof von Eichstätt) soll im Jahre 741 die erste Kirche gebaut haben.

Wappen: Blasonierung: "In Rot ein silberner, dreigezinnter, mit drei Fensteröffnungen und einem Tor versehener Turm, der von einer silbernen Mauer begleitet wird." Das Wappen wurde am 7. September 1977 verliehen. Marz wurde im Jahr 1202 erstmals urkundlich erwähnt, und zählt damit zu den ältesten Siedlungen im Burgenland. Die auf einem Hügel stehende Pfarrkirche diente mit einer den Hügel umfassenden Wehrmauer während der Türkenkriege als Zufluchtsstätte der Dorfbevölkerung. Das Wappensymbol verweist auf diese Verteidigungseinrichtung und somit auf das schwere Schicksal der Gemeinde in der Vergangenheit; zugleich soll es als Zeichen für den großen Aufschwung in der Gegenwart dienen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Ältestes Haus von Marz (erbaut 1690)
Anlage Alte Schmiede (Schmiede- und Wohntrakt, Lagergebäude und Innenhof): ObjektID: 67081, Ambrosius Salzer-Platz 1.
Gemeindeamt: ObjektID: 18953, Schulstraße 11, der zweigeschoßige Bau mit rundbogiger Einfahrt weist eine barocke Bausubstanz auf. Er wurde mehrfach umgebaut und renoviert.
Grabsteine: ObjektID: 18949, Friedhofgasse 1.
Johannes Nepomuk-Kapelle: ObjektID: 18957, Heiligenbrunnengasse, die Wallfahrtskapelle in der Mitte des ehemaligen Angers wurde 1767 erbaut. Der kleine Bau mit Giebelfassade und Schmiedeeisengitter hat einen ovalen Innenraum.
Kath. Pfarrkirche Mariae Krönung: ObjektID: 18948, Ambrosius Salzer-Platz 15, die Pfarrkirche steht etwas erhöht im alten Friedhof mit Wehrmauer. Sie wurde im Jahr 1691 nach einem Brand unter Verwendung gotischen Mauerwerks wieder aufgebaut. Sie weist ein gedrungenes Schiff mit Strebepfeilern sowie einen im Kern gotischen eingezogenen Chor auf. Ihrer Westfassade ist der dreigeschoßige Turm vorgestellt. Der bemerkenswerte Hochaltar stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Kanzel vom Ende des 17. Jahrhunderts.
Kriegerdenkmal: befindet sich beim Aufgang zur Pfarrkirche.
Lichtsäule: ObjektID: 18951, auf dem Ambrosius Salzer-Platz, Die Lichtsäule stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht heute vor der Pfarrkirche. Auf einem gedrehten Schaft steht ein Tabernakel; an den Seiten sind alte Wappenbilder zu sehen.
Mattersburger Bahn: Aufnahmegebäude der Haltestelle Marz Rohrbach, vormals Bahnhof.
Neumühle/ehem. Heroldmühle: ObjektID: 18946, Heroldmühle 1, das im Kern mittelalterliche Gebäude wurde mehrfach umgebaut. Das Wohnhaus ist mit 1919 bezeichnet, das Mühlengebäude mit 1777.
Pest-/Dreifaltigkeitssäule, Mariensäule: ObjektID: 18952, Ambrosius Salzer-Platz 3, die Mariensäule wurde 1715 nach einer Pestepidemie errichtet und steht heute vor der Pfarrkirche.
Radkreuz: ObjektID: 18950, Ambrosius Salzer-Platz 4, das mittelalterliche Gemarkungs- oder Sühnekreuz wurde mehrfach versetzt und steht nun unter der Friedhofsmauer.

Persönlichkeiten:
Ehrenbürger der Gemeinde:
Franz Mariska, Pfarrer (verliehen am 15. Februar 1937)
Johann Schwarz, Pfarrer (verliehen am 3. April 1972 / verstorben am 8. März 1976)
Georg Fuchs (verliehen am 24. September 1977 / verstorben am 7. April 1998)

Träger des Ehrenringes:
Johann Buchinger, Altbürgermeister (verliehen am 8. Mai 1984 / verstorben am 14. Mai 1994)
Stefan Zachs, Altbürgermeister (verliehen am 17. November 1989 / verstorben am 21. Mai 1994)
Alois Grath, Altbürgermeister (verliehen am 26. November 1999 / verstorben am 29. Juni 2004)
Otto Scheiber, Bürgermeister a. D. (verliehen am 15. Mai 2014)

Träger der Ehrennadel der Gemeinde:
Franz Schmidl (verliehen am 29. Mai 1987)
Johann Herowitsch (verliehen am 19. Juli 1987)
Franz Buchinger (verliehen am 20. Dezember 1991)
Peter Seedoch (verliehen am 15. März 2007)
Ewald Widder (verliehen am 15. März 2007)
Hermine Steiner, Volksschuldirektorin i. R. (verliehen am 15. März 2007)
Robert Steiner (verliehen am 30. November 2017)

Personen die mit Marz in Verbindung sind:
Ambrosius Salzer (1475–1568), Domherr von St. Stefan und Rektor der Universität Wien
Eduard Suess (1831–1914), österreichischer Geologe und Politiker des 19. Jahrhunderts, in Marz bestattet
Wolfgang Weisgram (* 1957), österreichischer Journalist und freier Autor (Der Standard-Korrespondent und Fußball-Experte) lebt in Marz

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