Nikitsch

Nikitsch (kroatisch: Filež, ungarisch: Füles) ist eine Gemeinde im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich mit 1380 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017), von denen ca. 87 % der Volksgruppe der Burgenlandkroaten angehören. Damit ist Nikitsch die Gemeinde mit dem größten Anteil an Kroaten in Burgenland.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland am Nikitschbach nur vier Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt. Durch Nikitsch fließt der Nikitschbach.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017): Kroatisch Geresdorf (366), Kroatisch Minihof (324) und Nikitsch (690).

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Nikitsch dann in der Provinz Pannonia. Schon bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1150 als Uhec wurden in Nikitsch Kroaten und Slowenen genannt. Die letzte große Besiedlungswelle des Orts durch Kroaten fand zwischen 1565 und 1579 statt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Füles verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen Truppen der ungarischen Räterepublik und kroatischen Bauern in Nikitsch/Filež gab es zwei Todesopfer. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

1971 wurden aufgrund des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes Nikitsch, Kroatisch Minihof und Kroatisch Geresdorf zur Großgemeinde Nikitsch zusammengeschlossen.

Wappen: Das Wappen zeigt auf dem Siegelfeld: "Eine mit der Schneide nach unten gerichtete schwebende Pflugschar, dahinter drei blättrige Weizenähren."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock, Flagellatio: ObjektID: 30523, gegenüber Mittelgasse 6, der Bildstock mit einer Ecce-homo-Steinfigur ist mit 1659 datiert.
Figurenbildstock Ecce Homo: ObjektID: 85598, vor Neugasse 2, der Bildstock mit einer Ecce-homo-Steinfigur aus dem Jahr 1659 steht auf einer schlanken Säule mit Sockel.
Figurenbildstock hl. Antonius: ObjektID: 85609, vor Hauptstraße 158, der Bildstock mit Antonius-von-Padua-Steinfigur am nördlichen Ortsausgang ist mit 1742 datiert.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 67005, vor Kirchenplatz 5, eine Johannes-Nepomuk-Gruppe aus Stein, die sich unter einem Baldachin mit Zwiebeldach und vier Säulen befindet. Die Steinfigurengruppe ist laut Sockelinschrift aus dem Jahr 1737 und der Baldachin aus dem Jahr 1779.
Gruftkapelle d. Familie Zichy, Hl. Kreuz Kapelle: ObjektID: 30524, ein neugotischer Bau mit Wandmalerei.
Herz-Jesu-Kapelle: ObjektID: 85614, die neugotische Kapelle an der Straße nach Deutschkreutz wurde um 1900 errichtet.
Kapelle hl. Florian: ObjektID: 85593, neben Hauptstraße 1, die Kapelle befindet sich linksseitig bei der ehemaligen Schlosseinfahrt und wurde um 1740 errichtet.
Kath. Pfarrkirche hl. Laurentius: ObjektID: 50027, Kirchenplatz 5, die Pfarrkirche hl. Laurentius wurde unter Einbeziehung älterer Bauteile in den Jahren 1931/32 nach Plänen von Karl Holey gebaut.
Marienkapelle: ObjektID: 85600, gegenüber Quellenstraße 10, ein kleiner Giebelbau mit runder Apsis.
Ost- bzw. Gartenfassade des Schlosses Nikitsch:
Schloss Gálosháza (Schloss Nikitsch): ObjektID: 30525, Hauptstraße 1, das Schloss steht westlich außerhalb des Ortes in einem weitläufigen Park. Der langgestreckte Bau mit quadratischem Turm stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert. Die Gartenfassade und der Torbau wurden um 1840 hinzugefügt. Die ehemalige Kapelle im Nordflügel ist seit 1945 devastiert.

Vereine: Folkloreverein Granicari, Sportverein SC Nikitsch, Jugendverein Nikitsch – Mladina Filez und Tennisverein

Persönlichkeiten:
Söhne und Töchter der Gemeinde:
Agnes Prandler (* 1927, † 2013), Angestellte und Politikerin
Gyula Somogyváry (* 1895 in Nikitsch, † 1953), ungarischer Schriftsteller

Personen mit Bezug zur Gemeinde:
Norbert Darabos (* 1964), Politiker, 1987–2003 Mitglied des Gemeinderates in Nikitsch, 1992–1999 Ortsvorsteher in Kroatisch Minihof

Disclaimer

Einige Texte sind von der freien Wikipedia kopiert und angepasst worden. Die allermeisten Bild- und Mediendateien sind aus eigener Quelle und können auf Anfrage für eigene Webseiten verwendet werden. Sollten sich dennoch Bild- oder Mediendateien auf dieser Seite finden, welche einen Copyright unterliegen, so bitte ich um Verständigung per Email guenter.nikles@gmx.at, damit ich einen Copyright-Vermerk bzw. Weblink anbringen kann, bzw. auf Wunsch die Bild- oder Mediendateien löschen kann.

Kontakt

Bevorzugte Kontaktaufnahme ist Email.

Telefon: 0677/61984675
Telefax: 03322/44384
Email: guenter.nikles@gmx.at
Website: www.nikles.net

Günter Nikles,
Josef Reichl-Straße 17a/7,
A-7540 Güssing, Österreich