Oberpullendorf

Oberpullendorf (ungarisch: Felsopulya, kroatisch: Gornja Pulja, Romani: Uprutni Pulja) ist eine Stadt im Burgenland und Bezirksvorort (Burgenländische Bezeichnung für Bezirkshauptstadt) des Bezirks Oberpullendorf in Österreich mit 3202 Einwohnern (1.1.2017).

Geografie: Oberpullendorf liegt im Mittelburgenland, im Zentrum des gleichnamigen Verwaltungsbezirks. Der Stooberbach durchfließt das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten.

Die Kuppe (Fenyös erdö) westlich des Ortskerns von Oberpullendorf gehört zum Vulkan von Oberpullendorf. Dieser Vulkan besteht aus zwei übereinander liegenden Lavaströmen. Er wird in die Zeit vor dem bzw. um das Sarmat datiert, ist somit rund zwölf Millionen Jahre alt.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2017: Mitterpullendorf (1.163w.) und Oberpullendorf (2.039w.)

Die Stadtgemeinde Oberpullendorf besteht aus den Katastralgemeinden Oberpullendorf und Mitterpullendorf (ungarisch: Középpulya, kroatisch: Sridnja Pulja). Die Katasterfläche von rund 1265 Hektar gliedert sich in landwirtschaftlich genutzte Flächen mit ca. 850 ha und forstwirtschaftlich genutzten Flächen mit ca. 320 ha, während die verbleibende Fläche von ca. 95 ha weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt wird (z. B. Bauland und Verkehrsflächen).

Nachbargemeinden: Nachbargemeinden sind: Stoob im Norden, Frankenau-Unterpullendorf im Süden, Steinberg-Dörfl im Westen und Großwarasdorf im Osten.

Geschichte: Der Bezirk Oberpullendorf ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Während der jüngeren Eisenzeit (Kelten) befand sich im Bezirk ein blühendes Eisenindustriegebiet. Die systematische Kartierung der urgeschichtlichen Fundplätze nahm der Oberpullendorfer Gärtnermeister und Heimatforscher Josef Polatschek vor.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Nach der Eingliederung des Königreiches in das Römische Reich, wurde das Gebiet des heutigen Oberpullendorfs der römischen Provinz Pannonia zugeordnet.

Die erste urkundliche Erwähnung der ungarischen Grenzwächtersiedlung des Gyepusystems aus dem Ende des 10. Jahrhunderts stammt aus dem Jahr 1225. Die wichtigsten adeligen Grundherren waren die Grafen Cseszneky und die Freiherrn Rohonczy.

1853 wurde Oberpullendorf Standort eines ungarischen Steueramtes. Im Jahre 1893 waren anlässlich der Günser Kaisermanöver Kaiser Franz Joseph und der Monarch des deutschen Reiches, Wilhelm II., sowie im Generalstab auch Georg von Rohonczy als Generalmajor in Oberpullendorf anwesend. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Der Ort war noch vor wenigen Jahrzehnten landwirtschaftlich geprägt. 1958 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Oberpullendorf und Mitterpullendorf. Stadtgemeinde ist Oberpullendorf seit 1975.

Wappen: Blasonierung: "Auf rotem Schild eine goldene Stadtmauer mit goldenem Tor und aufgezogenem Fallgitter, darüber vorne ein nach rechts gerichteter, mit goldenem Schwert bewaffneter, goldener Löwe, hinten eine von zwei goldenen Ähren begleitete goldene Pflugschar."

Städtepartnerschaften: Deutschland Bad Neustadt an der Saale, (Deutschland), Die Partnerschaft besteht seit 1982.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bezirkshauptmannschaft: ObjektID: 85074, Hauptstraße 56.
Ehem. Schloss Rohonczy, Haus Stephan: ObjektID: 67193, Schlossplatz 4. Das Schloss Oberpullendorf (auch als Rohonczy-Schloss bekannt) befindet sich im Ortsgebiet von Oberpullendorf im österreichischen Bundesland Burgenland. Mangels einschlägiger Literatur lässt sich nicht genau bestimmen, wann das Schloss erbaut wurde. Vermutlich stammt der Bau aus dem Mittelalter, da noch Mauerreste von 150 cm Dicke vorhanden sind. Im 17. Jahrhundert wurde es auf einem hakenförmigen Grundriss neu gebaut. Im 18. Jahrhundert wurde der Bau als Gasthof verwendet. Ab dieser Zeit wurde es als Schloss Rohonczy bekannt. Später erwarb die Familie Niczky aus Nebersdorf das Schloss und ließ es kastellartig ausbauen. Erneut restauriert wurde es 1880 im Stil des Historismus. Im 20. Jahrhundert erwarb die Burgenländische Landwirtschaftskammer das Schloss und brachte für kurze Zeit eine landwirtschaftliche Fachschule für Mädchen darin unter. Ende der 1980er-Jahre erwarb die Diözese Eisenstadt das Gebäude. Das Schloss beherbergt heute das Haus St. Stephan, ein Bildungs- und Jugendzentrum.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 85071, neben Cafegasse 4, eine Nepomuk-Steinfigur aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.
Franziskuskirche: erbaut 1707 und damit das älteste Gebäude Oberpullendorfs. 1707 wurde hier eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet. 1736 ließ Emmerich Madarász einen neuen Hochaltar mit Altarbild, welches den Hl. Franziskus darstellt, errichten. 1785 wurde die Kapelle um einen Turm mit drei Glocken und einen Zwiebelhelm erweitert.
Friedhofskapelle: ObjektID: 85073, Weinbergkapelle zur Unbefleckten Empfängnis, erbaut 1928.
Kapelle zum hl. Franz von Assisi: (Franziskuskirche), erbaut 1707.
Kapelle zum hl. Stephan: König von Ungarn, im Haus St. Stephan, benediziert 2007.
Kath. Pfarrkirche hl. Clemens Maria Hofbauer: ObjektID: 50044, die römisch-katholische Pfarrkirche Oberpullendorf steht im Ortszentrum der Gemeinde Oberpullendorf im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Sie ist dem heiligen Klemens Maria Hofbauer geweiht und gehört zum Dekanat Oberpullendorf in der Diözese Eisenstadt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Die Kirche wurde 1935 erbaut. An die Kirche schließt ein Redemptoristenkloster an. Bis 1949 war die Pfarre eine Filialkirche der Pfarre Mitterpullendorf. Das Kirchenschiff ist ein Saalbau mit Flachdecke, die durch Gurtbögen unterteilt ist. Ein breitrechteckiger Triumphbogen trennt das Langhaus vom Chor. Der Chor ist gerade geschlossen. Nach rechts ist das Langhaus zum Seitenschiff durch Arkaden geöffnet. In der Kirche steht eine Pietà aus Stein. Sie wurde im 18. Jahrhundert geschaffen und 1978 restauriert. Das ursprüngliche Orgelpositiv stammte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurde als Chororgel aufgestellt. Die heutige Orgel von 1978 wurde von Gregor Hradetzky gebaut.
Ortskapelle hl. Franziskus von Assisi: ObjektID: 50043, Hauptstraße 54, die Kapelle mit einem 3/8-Chorschluss und einem Westtürmchen mit Zwiebelhelm wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet.
Polytechnische Schule, Haydnschule: ObjektID: 85076, seit 2017 denkmalgeschützt, Spitalstraße 33.
Schauraum "Ur- und frühgeschichtliche Eisenindustrie": im Rathaus.
Spitalskapelle zum Heiligsten Herzen Jesu: Neubau 1979

Veranstaltungen:
Neujahrskonzert mit dem Ambassade Orchester Wien (Ensemble der Wiener Symphoniker)
Kapplsitzungen der Faschingsgilde Oberpullendorf
Kunst.Kontakt.Textil (Ausstellung textiler Kunst)
Keramik im Steinbruch (Internationale Keramikkünstler zeigen im einzigartigen Ambiente des Steinbruchs ihre Werke)
Pullenale (Oberpullendorfer Kulturtage)

Freizeit: Am Hauptplatz im Stadtzentrum mit Kinderspielplatz und Event-Bühne finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

Oberpullendorf verfügt über:
ein Sportzentrum mit 7 Sand- und 4 Hallentennisplätzen, 4 Kegelbahnen, 3 Squashcourts, 1 Sport- und Mehrzweckhalle für Fußball, Basketball usw.
ein neu errichtetes Stadion mit über 550 Sitzplätzen
ein Freibad mit Sportbecken (33,3 Meter), Kinderplanschbecken, Nichtschwimmerbereich, 1 Meter-Sprungbrett, Wasserrutsche, Beachvolleyballplatz, Tischtennistisch, Kinderspielgeräten und 2 Sandkästen
einen Veranstaltungsplatz mit "Skaterpark" und "Streetsoccer"-Möglichkeit sowie einen Modellflugplatz und einen Hundeabrichteplatz.
Unter den Wanderwegen durch die nahen Wälder gibt es einen "Barfuß-Erlebnisweg", hinzu kommen Radwege und zwei Fischteiche mit Angelmöglichkeit.
Unterhaltung bieten auch die Stadtbibliothek und ein Kino mit drei Vorführsälen.
Der Oberpullendorfer Bahnhof der Burgenlandbahn ist unter anderem auch Ausgangspunkt einer Draisinentour.
Der örtliche Fußballclub SC Oberpullendorf spielt aktuell in der 2. Landesliga (2. Liga Mitte).

Wirtschaft: Oberpullendorf präsentiert sich heute als das Verwaltungs-, Schul- und Wirtschaftszentrum der mittelburgenländischen Region. Im Technologiebereich wurde ein Kompetenzzentrum für Umwelttechnik, Recycling und erneuerbare Energien errichtet. Auf dem Gesundheitssektor decken ein Krankenhaus ebenso wie ein Physikalisches Institut, ein Röntgenzentrum und ein Allergieambulatorium sowie diverse Fachärzte den regionalen Bedarf.

Die Stadt ist Standort von über 200 Gewerbebetrieben, ein Großteil davon sind Klein- und Mittelbetriebe. Auch zahlreiche Großunternehmen haben ihren Sitz oder Niederlassungen in Oberpullendorf. Das Arbeitsplatzangebot ist im Vergleich zur Einwohnerzahl hoch: Einer Wohnbevölkerung von 2793 Bürgern standen bei der Volkszählung im Jahr 2001 3267 Beschäftigte gegenüber.

Die größten Arbeitgeber in Oberpullendorf sind unter anderem:
Abfallwirtschaft: Zentrale der Umweltdienst Burgenland GmbH; eine 100 %-Tochter des Burgenländischen Müllverbandes mit 195 Beschäftigten und einem Umsatz von 28,1 Millionen Euro (2006)
Bauwesen: Zentrale des Bauunternehmens Pfnier & Co GmbH, mit rund 500 Beschäftigten
Telekommunikation: Kundenbetreuungszentrum der A1 Telekom Austria
Automobilzulieferer: Kromberg und Schubert Austria GmbH & Co KG ("Kroschu"), Tochter des deutschen Konzerns, mit etwa 170 Mitarbeitern
Tourismus: Gründungsstandort der Blaguss Reisen GmbH, Busunternehmen mit zahlreichen Reisebüros in ganz Österreich
Gesundheit: A.Ö. Krankenhaus Oberpullendorf mit rund 400 Beschäftigten.

Verkehr: Die Stadtgemeinde Oberpullendorf ist über die Burgenland Schnellstraße S 31, Knoten Oberpullendorf oder Oberpullendorf Süd, direkt erreichbar.

Oberpullendorf ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des Burgenlandes. Die Burgenland Straße B 50, welche das Burgenland von Norden nach Süden durchzieht, die Günser Straße B 61, welche in den Grenzübergang Rattersdorf/Koszeg (H) mündet und in weiterer Folge nach Szombathely (H) führt und die Großwarasdorferstraße L 229, welche über Deutschkreutz mit Sopron (H) verbindet, verlaufen durch das Stadtgebiet.

Ein Bahnanschluss (Burgenlandbahn) ist vorhanden, war aber seit 1988 auf den Güterverkehr beschränkt. Mit 15. Dezember 2013 wurde aus der Güterverkehr eingestellt und in der Folge wurde die gesamte Strecke von Deutschkreutz bis Oberloisdorf von den Österreichischen Bundesbahnen an die sonnenland draisinentour verkauft. Damit gehört Oberpullendorf neben Oberwart, Güssing, Zwettl und Waidhofen an der Thaya zu den fünf Bezirkshauptstädten Österreichs ohne Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonenverkehr.

Im öffentlichen Linienverkehr ist das Burgenland sehr gut mit der Landeshauptstadt Eisenstadt und der Bundeshauptstadt Wien angebunden. Beinahe stündlich verkehren Busse des Verkehrsverbundes Niederösterreich-Burgenland in diese beiden Städte.

Im Jahre 2005 wurde die barrierefreie Hauptstraße im Zentrum der Stadt neu gestaltet und mit über 800 Parkmöglichkeiten ausgestattet.

Bildung: Oberpullendorf ist Standort verschiedener Bildungseinrichtungen:
Allgemein-öffentliche Volks- und Sonderschule
Allgemein-öffentliche Hauptschule / Neue Mittelschule
Zentralmusikschule
Polytechnische Schule
Öffentliche allgemeinbildende höhere Schule: Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Bundesoberstufenrealgymnasium
Öffentliche berufsbildende mittlere und höhere Schulen: Bundeshandelsschule und Bundeshandelsakademie
Sonderpädagogisches Zentrum
Volkshochschule
Bildungs- und Tagungszentrum: "Haus St. Stefan"
Stadtbibliothek

Persönlichkeiten:
Matthias Bleyer (* 1969), Fußballspieler
Kurt Groß (1912–1977), Politiker
Paul Kiss (* 1947), Hauptschullehrer und Politiker
Sándor Kozina (1808–1873), Maler
Elisabeth Kulman (* 1973), Sängerin
Jonathan Reiner (* 1994), Musiker, Singer-Songwriter
Horst Steiger (1970–1995), Fußballspieler
Jutta Treiber (* 1949), Autorin
Lemo (* 1985), Musiker
Christopher Trimmel (* 1987), Fußballspieler /p>

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