Oggau am Neusiedler See

Oggau am Neusiedler See ist ein Ort mit 1779 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland am Westufer des Neusiedler Sees. Seit 1994 hat der Ort den Status einer Marktgemeinde.

Herkunft des Ortsnamens: Der Ortsname ist zum ersten Mal 1344 als villa Zaka bezeugt. Diese Form stammt aus dem altungarischen Personennamen Sac. Die Siedlung ist also nach ihrem ersten Besitzer benannt.

Im Deutschen wurde der anlautende Zischlaut /s/ des nicht weiter verständlichen Namens mit der mhd., bei Ortsbestimmungen überaus häufigen Präposition ze ("zu; in") identifiziert; wenn man die vermeintliche Präposition wegließ, blieb als Ortsname nur noch das heutige Oggau übrig. Diese eingedeutschte Form wiederum wurde bald ins Ungarische zurückentlehnt und ist seit 1393 als Oka bezeugt.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Oggau dann in der Provinz Pannonia.

Die erste urkundliche Erwähnung Oggaus (eigentlich des ungarischen Ortsnamens Oka) geht auf das Jahr 1344 zurück. Bei Ausgrabungen wurden Trinkschalen mit Rotweinresten aus der Römerzeit gefunden. Aufgrund dieses Fundes ist Oggau die "älteste Rotweingemeinde Österreichs".

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach bitteren Verhandlungen ein Teil Ungarns in den Vertrag von Trianon 1920 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Marktgemeinde ist Oggau am Neusiedler See seit 1994 (durch VO 16).

Wappen: Blasonierung: "In Blau ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau mit geöffnetem Rundbogentor, aufgezogenem goldenen Fallgitter, Kegeldächern und je einem geöffneten Rundbogenfenster an den Türmen. Aus dem linken Obereck bricht eine goldene Sonne hervor. Die Ortsfarben sind den Tinkturen des Wappens entsprechend Silber- (Weiß-) Blau."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock, Hafnerkreuz: ObjektID: 26001, Margarethengasse, ein Tabernakelpfeiler aus dem Jahr 1644 in der Margarethengasse.
Bildstock, Weißes Kreuz: ObjektID: 26003, Weißenböckgasse, der Pfeiler wurde um 1670 errichtet, die Renovierungsinschrift stammt aus dem Jahr 1788.
Brunnen: ObjektID: 26012, Sechshausgasse, ein Kettenbrunnen mit einer Schachttiefe von 21 Meter, der 1862 nach der Hausplatzzuteilung an die ersten sechs Siedler der Sechshausgasse errichtet wurde.
Ehem. Ortsbefestigung: ObjektID: 75361, Hauptstraße 97, der Rest einer 1650 errichteten Ringmauer mit zwei Toren und drei Basteien.
Figurenbildstock, hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 26005, Hauptstraße/Kirchenplatz, eine Steinskulptur auf geschuppter Säule. Am Sockel die Datierung 1730.
Friedhofskreuz, Cholerakreuz: ObjektID: 75359, das hohe Steinkruzifix am Friedhof, auch Cholerakreuz genannt, wurde zum "bestädigen Andenken der furchbaren Cholerakrankheit" am 20. Oktober 1832 errichtet.
Hölzlstein: Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Hölzlstein, ein rund 10 mal 20 Meter großer Kalkstein, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt. Dabei handelt es sich um einen Überrest aus der Zeit, als die Gegend noch unter dem Meeresspiegel lag. Einer Sage nach bewohnten einst Hexen den Hölzlstein.
Kath. Pfarrkirche Hll. Dreifaltigkeit, Simon und Judas: ObjektID: 25868, Hauptstraße 65, die Kirche wurde von 1727 bis 1731 erbaut. Von der Vorgängerkirche ließ man nur den Turm stehen und erbaute den Rest neu. Baumeister war höchstwahrscheinlich Franz Anton Pilgram.
Kreuzkapelle: ObjektID: 25869, Hauptstraße 97, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und 2001 zuletzt umfassend restauriert. Ein einfacher Bau mit Walmgiebel, Dachreiter und tiefer Apsis.
Kruzifix/Kreuz: ObjektID: 25991, bei Oggauerstraße, ein Steinkruzifix und Maria Magdalena aus dem 18. Jahrhundert.
Mariensäule: ObjektID: 25995, Hauptstraße, am Kapitell die Datierung 1696. Die Figur ist neueren Datums.
Pfarrhof: ObjektID: 25870, Hauptstraße 63, laut Inschrift 1795 erbaut.
Purschkykreuz: ObjektID: 26009, Rusterstraße, der Bildstock an der Rusterstraße ist mit 1687 datiert.
Rosaliakapelle: ObjektID: 25873, Oggauer Landesstraße, eine kleine Kapelle mit Dachreiter und halbrunder Apsis auf einer Anhöhe nächst der Oggauer Landesstraße. Über dem Portal die Inschrift: Erbaut Anno 1713 Renofirt 1833.
Sebastiansäule: ObjektID: 26004, Sebastianstraße, errichtet 1680. Auch als Pestsäule bezeichnet. Auf einer Weinlaubsäule die Steinfiguren hl. Sebastian und hl. Rochus.
Weinlehrpfad bei Oggau

Veranstaltungen:
24 Stunden Burgenland Extrem Tour
Jedes Jahr Ende August wird ein Kirtagbaum aufgestellt. Dies wird von Generation zu Generation weitergegeben. Anlass dafür ist die Musterung. Alle zukünftigen Soldaten bzw. Zivildiener stellen diesen Baum gemeinsam auf.

Persönlichkeiten:
Paul Fasching (* 1951) – Landwirt und Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Oggau
Franz Heigl (1925–2002) – Direktor der Volksschule Oggau, Spieler und langjähriger Obmann des UFC Oggau, Ahnen- und Heimatforscher
Josef Lentsch (1909–1988) – in Oggau geborener Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands
Josef Mayrhofer (1810–1897) – Priester und Theologieprofessor am Bischofssitz in Gyor, Wohltäter der Pfarre Oggau
Johann Surányi 1835–1903 – Mitglied des Raaber Domkapitels (Kanonikus), 1897–1902 Rektor der theologischen Hochschule in Gyor
Matthias Weißenbeck (1673–1743) – Tuchhändler und Ratsherr in Wien, der gebürtige Oggauer finanzierte den Bau der Oggauer Kirche
Elias Wimmer (1889–1949) – Politiker, Bürgermeister von Oggau

Ehrenbürger:
An folgende Persönlichkeiten wurde die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Oggau am Neusiedler See verliehen:
Richard Kampits † (verliehen am 11. April 1931) – Volksschuldirektor
Andreas Kern † (verliehen am 11. April 1931) – Gastwirt
Otto von Habsburg (verliehen am 15. September 1934; aberkannt 7. Juni 1938) – Kaisersohn
Kurt von Schuschnigg † (verliehen am 10. November 1936; aberkannt 7. Juni 1938) – Bundeskanzler
Hans Sylvester † (verliehen am 10. November 1936; aberkannt 7. Juni 1938) – Landeshauptmann des Burgenlandes
Josef Heurigs † (verliehen am 7. Juli 1949) – Dechantpfarrer in Oggau
Gustinus Ambrosi † (verliehen am 25. Februar 1953) – Professor und Bildhauer in Wien
Andreas Tschank † (verliehen am 28. September 1954) – Oberschulrat in Oggau
Rudolf Leopold (verliehen am 14. März 1958) – Sektionschef im Bundesministerium für Landwirtschaft
Franz Hengl (verliehen am 14. März 1958) – Ministerialrat beim Bundesministerium für Landwirtschaft
Johann Siess † (verliehen am 27. Mai 1977) – Bürgermeister 1948–1955 und 1960–1972
Alfred Hirtenfelder † (verliehen am 30. Dezember 1986) – Kanonikus, Ortspfarrer 1972–1987
Leopold Werner (verliehen am 13. Mai 2000) – Bürgermeister 1972–1997
Mathias Reiner (verliehen am 29. August 2004) – wirkl. Konsistorialrat, Ortspfarrer 1987–2004

Ehrenringträger:
Seit 1976 wurde an folgende Persönlichkeiten wurde der Ehrenring der Gemeinde Oggau am Neusiedler See verliehen:
Josef Grassl † (verliehen am 27. Mai 1977) – Bürgermeister 1955–1959
Johann Schmidl † (verliehen am 27. Mai 1977) – Vizebürgermeister 1954–1958 und 1962–1967
Ernst Kampitsch † (verliehen am 27. Mai 1977) – Volksschuldirektor in Oggau
Ferdinand Maad † (verliehen am 19. April 1980) – Leiter des Gemeindeamtes Oggau 1947–1980
Franz Heigl † (verliehen am 16. März 1985) – Volksschuldirektor
Michael Schmit (verliehen am 30. Dezember 1986) – Obmann der Raiffeisenkasse Oggau
Helmut Lang (verliehen am 12. September 1977) – langjähriger Kapellmeister
Mathias Pallitsch (verliehen am 13. Mai 2000) – Vizebürgermeister 1967–1982
Johann Neuwirth (verliehen am 13. Mai 2000) – Vizebürgermeister 1967–1980
Heribert Reinprecht (verliehen am 13. Mai 2000) – Vizebürgermeister 1982–1992
Ernst Kampitsch (verliehen am 13. Mai 2000) – Volksschuldirektor in Oggau

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