Olbendorf

Olbendorf (ungarisch Óbér, kroatisch Lovrenac) ist eine Gemeinde mit 1475 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Güssing im Burgenland (Österreich).

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland nordöstlich von Stegersbach an der Verbindungsstraße Stegersbach – Olbendorf – OberdorfUnterwartOberwart. Die Entfernung nach Stegersbach beträgt zirka sechs Kilometer, nach Oberwart zirka zwölf Kilometer. Man hat bei klaren Tagen Ausblicke bis zur Riegersburg in der Steiermark.

Gemeindegliederung: Olbendorf besteht aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft. Die neun Ortsteile sind: Bergen, Dorf, Eisenberg, Greiner, Haxbach, Mittermühl, Schoada, Tulmen und Untermühl.

Die Seehöhe der Gemeinde wird amtlich mit 285 m angegeben, was aber nur einen Mittelwert darstellt. Die höchste Stelle liegt im Ortsteil Schoada und erreicht zirka 400 m. Mit einem Flächenausmaß von 1.737 ha ist die Gemeinde Olbendorf eine der größten Streusiedlungen des Burgenlandes. Häuser sind fast auf das ganze Gemeindegebiet zerstreut. Den Chroniken nach ist das schon von jeher so gewesen.

Geschichte: Im ungarischen Staatsarchiv wurde Olbendorf als "Castro Olber" (Schloss Olber) erstmals 1272 urkundlich erwähnt. 1289 wurde die Burganlage von Herzog Albrecht I. erobert. Somit ergibt sich, dass Olbendorf vor 1289 und nach 1291 bis 1468 den Grafen von Güssing gehörte. 1469 schenkte König Matthias Corvinus "Alber oder Alberdorff" mit verschiedenen anderen Gemeinden dem Adeligen Andreas Baumkirchner. Von 1538 bis 1566 finden wir "Albyr oder Holbendorf" im Besitz von Longinus von Pukhamar oder Puchhaim, des Burgherren von Schlaining. Von 1566 bis zum Ende der Grundherrschaft waren die Batthyány die Grundherren von Olbendorf. Infolge des Feldzuges von 1605 brannte der Großteil des Dorfes ab.

Auch die Pestepidemie von 1678/79 verschonte das Dorf nicht. Die Revolutionsjahre 1848/49 gingen auch an Olbendorf nicht spurlos vorüber. Der Zehent wurde abgeschafft und die Grundfreiheit verfügt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Óbér verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Beide Weltkriege forderten große Opfer unter der Bevölkerung. Im April 1945 kamen erste sowjetische Soldaten nach Olbendorf, viele Gebäude wurden zerstört bzw. schwer beschädigt. Nach dem Ende des Krieges begann der Wiederaufbau. Wichtige Straßen wurden asphaltiert, die Elektrifizierung wurde bis 1950 für das gesamte Gemeindegebiet angeschlossen. In allen Ortsteilen wurde die Wasserleitung ausgebaut bzw. teilweise neu errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur: Im Gegensatz zu vielen anderen burgenländischen Gemeinden wuchs die Einwohnerzahl in den letzten 30 Jahren ständig an. Der hohe Anteil an Zweitwohnsitzen ist durch die große Anzahl von Pendlern bedingt, die zum Großteil in Wien arbeiten, sich aber in ihrer Heimatgemeinde ein Wohnhaus errichten.

Das Straßennetz verfügt über mehr als 100 km befestigte Güterwege, davon rund 50 km asphaltierte Gemeindestraße. In den letzten Jahren konnte das über 22 km lange Kanalnetz bis zur Kläranlage in Glasing bei Güssing fertiggestellt werden. Gemeinde- und Standesamt, Volksschule, Kindergarten und Raiffeisenbank sowie ein ortsansässiger praktischer Arzt bilden eine gute Infrastruktur. 1993 wurde ein großes Bauvorhaben, die Mehrzweckhalle, verwirklicht.

In Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Olbendorf errichtete die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus. Die Fertigstellung erfolgte 1997. Die Volksschule wurde ebenso saniert. Seit dem Frühjahr 2001 gibt es in Olbendorf die Möglichkeit, eine Wohnung der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft zu besitzen. Der Wirtschaftshof mit Abfallsammelstelle wurde 2002 eröffnet. Im Jahre 2003 wurde das renovierte Gemeindeamt inkl. Startwohnungen und Shops eröffnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Berglerkreuz: Das Berglerkreuz befindet sich in den Bergen von Olbendorf.
Ehemalige röm.-kath. Schule: ObjektID: 28704, Dorf 40
Greinerkreuz: Das Greinerkreuz befindet sich an der Neuhauser Straße (L385), aus Großpetersdorf kommend.
Hausberg Schlossriegel: ObjektID: 28705, Forst, hier befand sich die ehemalige Burganlage aus der Zeit der Güssinger Grafen, die im Jahr 1289 geschleift wurde.
Kath. Pfarrkirche hl. Laurentius: ObjektID: 28702, erbaut vor 1767, als Pfarre geweiht im Jahr 1788. Hierbei handelt es sich um einen Saalbau. Vor den flach geschlossenen Chor gesetzte Westturmfassade. An der Ostseite befindet sich eine einfache Giebelfassade. Einschiffiges und dreijochiges Gebäude. Breite Platzlgewölbe zwischen Gurten auf vorspringenden Pilastern. Dreiachsige Ostempore über Platzlgewölben auf Pfeilern. Gedrückter Triumphbogen und zweijochiger, etwas eingezogener Chor mit Platzlgewölben. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1770 und zeigt das Martyrium des hl. Laurentius.
Kriegerdenkmal: Drei freistehende polierte Granitplatten, auf der mittleren Platte befindet sich ein Relief zweier verbundenen Hände, an der Straße zum neuen Friedhof. Die Inschrift lautet: Den Toten zur Ehr den Lebenden zur Mahnung. Errichtet im Jahre 1953 von d. Gemeinde u. d. Ortsgr. des KOV Olbendorf und ihren Landsleuten in Amerika unter Bürgerm. Graf u. Ortsgr. Obm. Schalk.
Kunstpark: Der Kunstpark befindet sich hinter dem Kirchenhügel. Der Bildhauer Paul Mühlbauer hat die Wiese und den angrenzenden Wald mit zahlreichen seiner Skulpturen, Plastiken und Statuen bestückt.
Marterl Schoada: Vom Wartehäuschen bzw. dem Marterl im Schoada, der höchsten Erhebung Olbendorfs, genießt man hier einen ausgezeichneten Rundblick. Pomper-Kreuz: Das steinerne Kreuz nahe eines Feldweges soll an Eduard Pomper erinnern, welcher am 14.4.1941 an dieser Stelle überfallen und erschlagen wurde. Er erlag am 15.4.1941 seinen schweren Verletzungen.

Persönlichkeiten:
Söhne und Töchter der Gemeinde:
Karl Konrath (* 1941), ehemaliger Bürgermeister und Landtagsabgeordneter

Gewässer: Durch Olbendorf fließt der Neustiftbach, der Dürrer Bach (Mittermühl und Untermühl), Rennbach (Gmosbach), der Olbendorfer Bach, der Bach vom Guschtscharawald und der Strembach.

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