Rudersdorf

Rudersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Jennersdorf im Burgenland in Österreich mit 2172 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020). Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Radafalva. Am 1. Jänner 1971 wurden die Gemeinden Rudersdorf und Dobersdorf zusammengelegt und bilden seither einen eigenen Ortsteil. Im Rahmen des 600-jährigen Jubiläums (1991) wurde Rudersdorf zum Markt erhoben (durch VO 81). Durch Ruderdorf fließen unter anderem die Lafnitz, die Feistritz, der Lahnbach, der Weichenberger Bach, der Rudersdorfer Bach, der Kuhbergbach, und der Marbach.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2020): Dobersdorf (471) und Rudersdorf (1701) samt Höch, Hütergraben, Kuhberg, Lindwald, Marbach, Pußta, Schulterreigel und Weichenberg. Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dobersdorf und Rudersdorf.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Radafalva verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Entstehung des Ortsnamens Rudersdorf: Für die Entstehung des Ortsnamens "Rudersdorf" gibt es gleich mehrere Theorien. Die erste Erklärung ist sehr einfach: In alten Zeiten war zwischen Fürstenfeld und dem heutigen Rudersdorf ein See gelegen, an dessen Ufer die Fürsten von Fürstenfeld ein Jagdschloss und ein großes Jagdrevier hatten. Da die Fürsten zum Schloss hinüberruderten, benannte man das um das Schloss herum entstandene Dörflein "Rudersdorf". Nach einer anderen Version wird Rudersdorf vom Personennamen Ruodolf, ungarisch Rodolf, abgeleitet, ausgehend von der alten Namensform Ruodolvesdorf = "Dorf des Rudolf". 1391 scheint Rudersdorf unter der magyarischen Bezeichnung "Radofalva" in der von König Sigismund für Ladislaus von Sáró bestimmten Urkunde auf. Die Zollstätte Rudersdorf war ein sogenanntes Dreißigstamt. Dreißigstämter waren ehemalige ungarische Zollstätten entlang der westlichen Grenze. Die Bezeichnung "Dreißigst" geht darauf zurück, dass man bei der Einfuhr und später auch bei der Ausfuhr den dreißigsten Teil einer Ware als Zoll einhob. Diese Verzollung wurde unter dem ersten ungarischen König Stephan eingeführt. Schon im Mittelalter, um 1336, war Rudersdorf eine Dreißigststelle und ein Mautplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Dreißigstamt in Rudersdorf aufgelassen. Rudersdorf gehörte bis etwa 1380 zur Burg Güssing.

Wappen: Blasonierung: In blauem Schild golden über einem Dreipaß von je fünf Nüßchen und je einem Blatt der Flatterulme im Schildhaupt ein allseits anstoßendes geschwungenes Frontale einer Fenstersohlbank mit einer Guttula in der Mitte und je drei Guttulae an den seitlichen Lätzen.

Wirtschaft und Infrastruktur: Im Ort gibt es zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe. Unter anderem findet man in Rudersdorf eine Niederlassung der Firma Sattler und die Firma Katzbeck, welche zugleich zu den größten Arbeitgebern der Region gehören. Rudersdorf liegt direkt an einer wichtigen Ost-West Verbindung der B319, welche die Südautobahn (A2) mit dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Lafnitztal verbindet. Zur Verbesserung der Infrastruktur in der Region und zur Entlastung der Gemeinden in der Region plant die ASFINAG eine Schnellstraße von der Südautobahn zum Grenzübergang in Heiligenkreuz (Fürstenfelder Schnellstraße).

Mühlen: Das Lafnitztal beginnt in Rohrbrunn und und findet sein Ende in Heiligenkreuz. Entlang der Lafnitz kann man fast in jeder Ortschaft eine Mühle finden. Die meisten dieser Mühlen sind nicht mehr in Betrieb und wurden zu Wohnhäuser umgebaut:
Rudersdorf - "Fritz-Mühle"
Dobersdorf - "Bagdie-Mühle"
Königsdorf - "Rauscher-Mühle"
Eltendorf - "Buchmann-Mühle"
Heiligenkreuz - "Wollinger-Mühle"

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Antoniusäule: (ObjektID: 11516), seit 15. Oktober 2002, Antoniusplatz, die Säule am westlichen Ortsrand stammt aus dem 18. Jahrhundert und zeigt die Leidenswerkzeuge in flachem Relief.
Bronzedenkmal: Das im Jahr 2013 errichtete Bronzedenkmal stellt drei betagte Herrn "die Bankerlsitzer" dar: den Seppl, den Franzl und den Rudi. Das Denkmal zu Ehren der burgenländischen Bauernschaft wurde am 10. Oktober 2014 um 10.00 Uhr eingeweiht. Die Arbeit zeigt drei Männer, die, wie ein zeitgenössisches Foto zeigt, einfach so auf einer Bank saßen. Die lebensgroßen Skulpturen wurden von Renate Muchitsch aus Ollersdorf geschaffen. Das Denkmal wurde zum Gedenken an das Dorfleben, die Landwirtschaft und die Gemeinschaft in den Dörfern des Burgenlandes aus Spendengeldern errichtet.
Brunnen: Der Rundbrunnen befindet sich vor dem Gemeindeamt.
Ehem. Schloss, Textilfabrik Sattler: (ObjektID: 11512), Hintergasse 1, das Schloss ist ein zweigeschoßiger Meierhof erbaut vom Grafen Batthyány im Jahr 1750.
Evangelisches Schul- und Bethaus: (ObjektID: 11515), denkmalgeschützt seit 15. Oktober 2002, Rudersdorf 56. Evangelisches Bethaus seit 1959, erbaut 1895-1896 als evang. Schule mit Glockenturm, renoviert 1988-1989.
Fritz-Mühle: Die Fritz-Mühle befindet sich Am Mühlengrund 1a in 7571 Rudersdorf. Die Fritz-Ölmühle ist eine der wenigen noch in Betrieb stehenden Mühlen, in der seit über 100 Jahren Kürbiskernöl hergestellt wird. Und das noch auf die traditionelle Art. Mit Steinmühle und in Handarbeit, am Stadtrand von Rudersdorf, im sonnigen Südburgenland. Für Familien und kleine Gruppen werden während der Geschäftsöffnungszeiten nach Voranmeldung (Tel. +43 3382 71649) kurzweilige Besichtigungen durchgeführt. Anschließend kann im angeschlossenen Verkaufsraum aus dem umfangreichen Angebot an Kürbiskernprodukten degustiert und eingekauft werden.
Gasthof Schabhüttl, ehem. Gasthaus Zur ungarischen Krone: (ObjektID: 11619), Hauptstraße, Rudersdorf 31.
Hubertuskapelle: Die Hubertuskapelle befindet sich am Rande des Rudersdorfer Leitenriegelwaldes (Kapellenweg). An dieser Stelle findet das Hubertusfest der Bezirksjägerschaft Jennersdorf statt. Die Hubertuskapelle wurde 1987 erbaut.
Hofanlage Finkhaus: (ObjektID: 11513), Hauptstraße, Rudersdorf 35.
Kreuz: Kreuz im Ortsteil Weichenberg in Rudersdorf. Daneben befindet sich ein Trinkwasserbrunnen.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal in der Hintergasse am Hauptplatz neben der Kirche. Es ist eine L-förmige Wand, in der Ecke befindet sich eine überdachte Statue zweier Soldaten. Renoviert 1971 von KOV - HUV Edelweiss und Gemeinde Rudersdorf. Eine Neugestaltung wurde im Jahr 1991 durchgeführt.
Naturlehrpfad: Der Naturlehrpfad wurde von Biologielehrer Othmar Neubauer und Christine Winter gestaltet. Auf 40 Stationen sind die dort wachsenden Bäume und Sträucher gekennzeichnet und beschrieben.
R.K. Pfarrkirche Rudersdorf hl. Florian: (ObjektID: 11511), Die 1862 erbaute römisch-katholische Pfarrkirche Rudersdorf weist eine neoromanische Einrichtung auf.
Schloss Batthyány: Das Schloss Batthyány ist ein ehemaliger Meierhof mit ebenerdigem Herrenhaus und liegt am östl. Ortsrand, neben der Fa. Sattler. Es wurde um 1750 von Graf Emmerich Batthyány erbaut. 1890 erfolgte der Anbau von 2 Ecktürmen. 1920 wurde das Schloss von der Familie Sattler erworben.

Persönlichkeiten:
Adolf Brunner (1900–1963), Politiker und Textilarbeiter
Josef Reichl (1913–2003), Politiker
Petra Wagner (* 1968), Politikerin (FPÖ), betreibt seit 2002 ein Seniorenheim in Rudersdorf



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