Stinatz

Stinatz (kroatisch: Stinjaki, ungarisch: Pásztorháza) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Güssing in Burgenland mit 1297 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Nach der Volkszählung 2001 bekennen sich 53,9 % der Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten und 8,1 % bekennen sich als Kroaten. 30,7 % geben als Umgangssprache Deutsch an.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Bezirk Güssing.

Gemeindegliederung: In Stinatz gibt es zwei Ortsteile, Stinatz und Stinatz-Nord.

Nachbargemeinden: Hackerberg Litzelsdorf Ollersdorf im Burgenland Wolfau und Wörterberg

Geschichte: Als Folge der Türkenkriege zogen im 15. Jahrhundert Familien aus Kroatien in die Gegend. Ihre Ansiedlung wurde 1577 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Stinacz verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Deutsch-Westungarn 1919 nach zähen Verhandlungen in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Am 26. Juli 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen auf das Gemeindegebiet von Stinatz. Von den neun Besatzungsmitgliedern konnten sich sechs mit dem Fallschirm retten.

Marktgemeinde ist Stinatz seit 1977.

Wappen: Blasonierung: "In Blau über gekreuzten silbernen Schlüsseln eine silberne Tiara (Papstkrone)."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock an der L378.
Heimatmuseum Stinatz: ObjektID: 28827, Hauptstraße 19, Holzblockbau, bezeichnet mit 1813.
Josefmarterl: Dem Heiligen Josef wurde im Jahr 2016 ein neues Marterl gewidmet, das im Wald im Ried Lenca aufgestellt wurde. Errichtet wurde es von Josef Kirisits und von Josef Zsifkovits, welcher auch die Josefsfigur geschnitzt hat. Die Segnung nahm Pfarrer Ignaz Ivanschits im Rahmen einer Maiandacht vor. Das Josefmarterl soll vorbeikommende Wanderer, Arbeiter und Jäger zum Innehalten und zum Gebet einladen.
Kath. Pfarrkirche hll. Petrus und Paulus: ObjektID: 28823, Hauptplatz 19a, Pfarre seit 1790. Kirche erbaut von 1815 bis 1819, eine Erweiterung erfolgte im Jahr 1883. Ein Umbau erfolgte 1971/72. Großer Bau mit leicht eingezogenem Chor und westlichem Fassadentürmchen. Ursprünglich einschiffig, das nördliche Seitenschiff und der Zubau an der Südwand des ersten Chorjoches sind jedoch modern. Dreijochiges Schiff; Platzlgewölbe zwischen Gurten auf breiten Pilastern. In den Chorjochen Platzl, in der Apsis Schalengewölbe. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1883, ein weiterer Seitenaltar vom Beginn des 19. Jahrhunderts.
Kitting: ObjektID: 30804, Hauptstraße 19, Ein Kitting aus der Gemeinde Oberschützen (angrenzend ein Stadel aus Markt Allhau).
Kriegerdenkmal: Das Denkmal wurde im November 2017 von der Firma Kalch aus Tobaj saniert.

Blumenschmuckwettbewerb: Nach den Jahren 2011 und 2013 wurde die Marktgemeine Stinatz 2107 wieder Sieger als "Schönster Dorfplatz" im Bezirk Güssing. Maßgeblich zum Sieg beigetragen hat der Verschönerungsverein Stinatz mit der Pflege der Blumen am Hauptplatz.

Persönlichkeiten:
Söhne und Töchter der Gemeinde:
Ferdinand Grandits (* 1932), Politiker
Thomas Resetarits (* 1939), Bildhauer
Lukas Resetarits (* 1947), Kabarettist
Willi Resetarits (* 1948), Musiker und Menschenrechtsaktivist, alias Kurt Ostbahn
Peter Resetarits (* 1960), ORF-Moderator (TV)
Marijana Grandits (* 1954), Politikerin
Terezija Stoisits (* 1958), Politikerin der Grünen und Volksanwältin

Personen mit Bezug zur Gemeinde:
Peter Jandrisevits (1879 Sulz – 1938 Schandorf), österreichischer Geistlicher und Politiker. Jandrisevits war zwischen 1923 und 1927 Abgeordneter im Burgenländischen Landtag und zwischen dem 12. November 1906 und dem 15. Juni 1924 Administrator bzw. Pfarrer von Stinatz.
Ernst A. Grandits (* 1951 Wien), österreichischer Autor, Filmemacher und Journalist, Moderator bei 3Sat
Thomas Stipsits (* 1983 Leoben), österreichischer Kabarettist und Schauspieler mit Stinatzer Wurzeln
Ägidius Zsifkovics (* 1963 Güssing), Bischof der Diözese Eisenstadt, mit Stinatzer Wurzeln

Vereine:
Der Fußballverein ASKÖ Stinatz spielte in der Landesliga Burgenland, der Abstieg erfolgte in der Saison 2013/14. Der Abstieg von der 2. Liga Süd erfolgte gleich darauf. Der Fußballverein ASKÖ Stinatz wurde im Jahr 2015 aufgelöst.
Der Tennisverein ASKÖ TC Stinatz besteht seit dem 26. Juli 1979.
Der Laufclub LC Tiger Stinatz veranstaltet seit dem Jahre 1995 den Internationalen Stinatzer Halbmarathon.
Der Musikverein Stinatz, das Folklore-Ensemble (Tamburizza + Volkstanz) Stinjacko Kolo, der Laufklub Tiger, die Naturfreunde Stinatz und ein Verschönerungsverein.

Regelmäßige Veranstaltungen:
Kirtag (Verschönerungsverein)
Fitmarsch (Sozialistische Jugend Stinatz)
Waldfest (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
Pfarrfest (Pfarre Stinatz)
Musikertreffen (Musikverein Stinatz)
Feuerwehrball (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
Pfarrball (Pfarre Stinatz)
Arbeiterball (SPÖ Stinatz)
Tiger-Heuriger (LC Tiger) (im Jahre 2014 der erste "Stinatzer-Opernball")

Sonstiges: Relative Bekanntheit im deutschen Sprachraum erlangte der Ort durch das Lied "Fürstenfeld" (1984) der Gruppe S.T.S., in dem es heißt: "I spü höchstens nu in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz" ("Ich spiele höchstens noch in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz") sowie in jüngerer Zeit durch den "Freibadsong" des Kabarettisten Thomas Stipsits.

Gewässer: Durch Stinatz fließt der Bach von Stinatz, südlich der Ortschaft entwässert der Lisstenbach (Lißtenbach). Nördlich von Stinatz fließt der Sommersbach (Brunnengasse).

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