Tadten

Tadten ist eine Gemeinde mit 1193 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Téteny.

Gemeindegliederung: Tadten ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tetény verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Etymologie: Die meisten Ortsnamen im Burgenland können von Ortsnamenforschern einer Sprache zugeordnet werden. Forscher sind der Meinung, dass der Name Tadten ("Teteny") der ungarischen Sprache entstammt.

Die Regierungsform der landnehmenden Ungarn basierte auf einem politisch regierenden Großfürsten und einem sakralen Herrscher, dem so genannten "Kende". Die Herrschaftsbereich der ungarischen Fürsten wurden entlang der Flussläufe aufgeteilt. Das rechte Donauufer zwischen Budapest und dem Neusiedlersee, wurde dem Kende Kurszan zugesprochen. Er richtete einen Sommersitz in der Tiefebene östlich des Neusiedlersees ein. Im Jahr 904 wurde Kurszan nach einem Treffen mit den Bayern ermordet. Dadurch fiel der Uferstreifen östlich des Neusiedlersees wieder an den zu dieser Zeit regierenden Fürsten Árpád zurück. Nach dessen Tod und der Machtübernahme durch den dann regierenden Fürsten Fajzs um 950, wurde ein neuer Kende für das Gebiet östlich des Neusiedlersees bestimmt. Sein Name war "Teteny". Der Name des heutigen Orts Tadten kann daher auf den sakralen Herrscher Teteny aus dem 10. Jahrhundert zurückgeführt werden.

Das Dorf Tadten wurde im Jahr 1357 erstmals urkundlich als "Tetun" erwähnt. Dies geschah vor dem Domkapitel in Raab (heutiges Gyor), als es um die Enteignung eines Mannes aus "Tetun" und um die Enteignung eines anderen Mannes aus dem Komitat Moson ging. Es ist sicher, dass es sich hierbei um Tadten handelt, weil Tetun auch im Komitat Moson lag.

Der Name der Ortschaft Tadten wurde mit der Zeit immer wieder verschieden geschrieben. Der Hauptgrund für die unterschiedlichen Schreibweisen war die Sprachzugehörigkeit. Es muss unterschieden werden, ob der Schreiber ungarisch- oder deutschsprachig war. Die folgenden Varianten sind belegt:
Tetun 1357
Titin 1360
Theten 1451
Thaton 1550
Taton 1570
Teten 1659
Teteny 1680
Taden 1786
Taaden 1808

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 6108, gegenüber Andauer Straße 40, Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahr 1834 mit Stiftungsinschrift.
Evangelische Filialkirche: ObjektID: 6104, Obere Hauptstraße 40, erbaut 1913/14. Am 7. Juni 1914 in einem Festakt als Bethaus eingeweiht.
Katholische Pfarrkirche Tadten hl. Michael: ObjektID: 6103, Untere Hauptstraße, die römisch-katholische Pfarrkirche Tadten steht in der Gemeinde Tadten im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland. Die Pfarrkirche hl. Michael gehört zum Dekanat Frauenkirchen in der Diözese Eisenstadt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Die mittelalterliche Pfarre hatte vorübergehend das Patrozinium Cosmas und Damian. Die Pfarre war im 17. Jahrhundert zeitweise evangelisch. Der klassizistische Kirchenbau aus 1804 wurde 1954 modern mit Architekt Franz Peck erweitert. Die Turmfassade mit einem Turm mit einem achtseitigen Pyramidenhelm und einem Giebel ist mit Lisenen gegliedert. Das Südportal zeigt im Sturz die Jahresangaben 1804–1934. Das zweijochige Langhaus (1804) wurde über einem rechteckigen Grundriss mit einer Apsis mit abgerundeten Ecken erweitert (1954). Das zweijochige Langhaus hat Platzlgewölbe zwischen Doppelgurten auf breiten Pilastern. Das Turmjoch hat eine eingestellte Empore, welche mit einer überkragenden geschweiften Brüstung über drei Bogen reich gegliedert ist. Die moderne Erweiterung hat eine flache Kassettendecke. Der Taufstein mit einer Buckelschale auf einem gedrehten Fuß zeigt die Jahresangabe 1832. Eine Glocke goss Karl Hofer aus Raab (1846).
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich am Hauptplatz. Es ist ein quadratischer Block auf einem Sockel, gekrönt mit der Skulptur eines vor einem Kreuz liegenden Soldaten, mit Namenstafeln auf drei von vier Seiten.
Meierhofsiedlung in Neuhof: ObjektID: 6110, diese Siedlung ist eine Meierhofsiedlung südwestlich des Ortes an der Straße nach Wallern im Bgld.. Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage errichtet, die heute noch gut erhalten ist. Sie besteht aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, Arbeiterwohnhäusern, einem Getreidespeicher, einer ehemaligen Schmiede und Wagnerei mit Wasserturm sowie etlichen Stall- und Wirtschaftsgebäuden.
Ortskapelle hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 6106, bei Obere Hauptstraße 49, Kapelle mit gestuftem Giebel und Glockentürmchen; gestiftet 1873.

Söhne und Töchter der Gemeinde:
Franz Hautzinger (* 1963), Jazz- und Improvisationsmusiker
Johann Hautzinger (1909–1973), Politiker (ÖVP) und Landwirt
Edith Sack (* 1960), Politikerin (SPÖ), seit 2000 Abgeordnete zum Burgenländischen Landtag

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