Deutsch Gerisdorf

Deutsch Gerisdorf ist ein Ortsteil von Pilgersdorf (Bezirk Oberpullendorf im Burgenland, Österreich) mit 193 Einwohner (1. Jänner 2021). Der ungarische Ortsname ist Német-Gyirót (Németgyirót). Entwässert wird Dt. Gerisdorf durch den Schirnitzbach und den Zöbernbach.

Geschichte: Der Ort wurde urkundlich erstmals im Jahr 1390 als "Gyerhard" genannt, als die Burg Lockenhaus mit einer Reihe von Dörfern vom ungarischen König Sigismund an die adelige Familie Kanizsay übertragen wurde. 1397 hieß der Ort "Geranth", im 15. und 16. Jhdt. "Gothard" oder "Gotharth", 1558 erstmals "Geresdorf" und schließlich Gerisdorf.

Im Jahr 1519 lebten in Gerisdorf 21 Bauern. Einige ihrer Familiennamen werden erwähnt: 2 PUFF, 1 STYFTER, 1 GROFF, 2 KALMAN, 1 WARGA, 1 AROS. Gerisdorf wurde damals von den "Richtern von Lockenhaus" regiert".

Im Jahr 1528 hatte Gerisdorf einen eigenen Richter, Johann KALMAN, der auch Richter von Bubendorf und Salmannsdorf war.

Im Jahr 1597 sind für Gerisdorf nur 17 Bauern aufgeführt. Die Namen lauten Gaspar KELEMEN, Andre KIS, 4 SCHERMANN, 2 KOGLER, 2 KOGER, 1 STIFTER.

Im Jahr 1605 wurde Gerisdorf während des Bocskay-Aufstandes geplündert und niedergebrannt. Im Jahr 1608 werden 13 Höfe erwähnt: nur einer davon war 1605 nicht verbrannt worden und nur zwei der Verbrannten hatten mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser begonnen. Die 2 Mühlen scheinen im Jahr 1605 unversehrt geblieben zu sein.

Im Jahr 1639 wird von 27 Bauern und 2 Söllner (haben Haus und Garten, aber kein Ackerland) berichtet; im Jahr 1661 etwa 40 Bauern und 2 Söllner. Genannte Namen (1661) sind EPIT, JANOS, CLEMEN (KELEMEN), und 5 SCHERMANN.

Grundherrn in diesem Gebiet (regiert von der Burg Lockenhaus) waren die Adelsfamilien KANIZSAY (bis 1535), dann NADASDY (bis 1675) und ab 1676 ESTERHAZY. Die NADASDY waren lutherisch bis 1643, als Graf Franz III. wieder katholisch wurde. Das bedeutete, dass auch die Bewohner seiner Herrschaft zum katholischen Glauben zurückkehren mussten. Die römisch-katholische Kirchenvisitation von 1697 berichtet, dass es in Deutsch Gerisdorf keine Kirche gibt, sondern dass sie eine Glocke haben, die in einer Art Holzturm befestigt ist. In den folgenden Jahren mögen der Kuruzzenaufstand und eine Pestepidemie einige Opfer gefordert haben, aber 1720 wird noch von 40 Familien und 2 Mühlen berichtet.

1733 errichtete die Gemeinde eine hölzerne Kapelle, die 1836 durch die (heute noch bestehende) Kirche (Heilige Dreifaltigkeit) ersetzt wurde. Schullehrer Franz WENINGER schreibt (1836), dass 64 Familien zum Bau der Kirche beigetragen haben. Deutsch Gerisdorf gehörte weiterhin zur Pfarre Pilgersdorf.

Ein Buch aus dem Jahr 1833 berichtet von 444 Einwohnern. Die Schule soll seit etwa 1767 bestehen, als erster Lehrer ist Johannes SCHERMANN überliefert. 1860 errichtete Graf Strachwitz aus Lockenhaus neben der heutigen Bundesstraße einen Schmelzofen, in dem schwefelige Kupfererze aus Glashütten bei Schlaining und aus Redlschlag verarbeitet wurden. Die Kohle bezog man aus Bubendorf. Ca. 40 Gerisdorfer (Fuhrleute und Arbeiter) fanden von 1860 bis 1875 in diesem Betrieb Arbeit. 1875 ging die Schmelze in Konkurs und Graf STRACHWITZ erschoss sich. Das war natürlich das Ende des Hüttenbetriebes.

Im Jahre 1873 wurde ein neues Schulhaus gebaut. Lehrer waren 1883-85 Ferdinand FLUR, 1886-1917 Josef SCHEDL, 1917-50 Nikolaus SCHERMANN, ab dann Gustav THURNER.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Német-Gyirót verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Kath. Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit: ObjektID: 49675, Angerweg 1, über dem Portal ist die Jahreszahl 1837 zu sehen.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich neben der Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit. Zwischen den zwei Alusäulen befindet sich eine mit einer bunten, stilisierten Sonne bemalte Glasplatte, in deren Zentrum eine Aluplatte mit den Kriegsopfernamen.

Radweg: Dur die Ortschaft führt der B 41 - Rabnitztal - Zöberntalradwanderweg mit einer Länge von ca. 43 km.



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