Steinbrunn

Steinbrunn ist eine Gemeinde mit 2614 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung.

Geschichte des Ortsnamens: Der Ortsname ist zum ersten Mal 1271, und zwar in der ungarischen Form Byzuskut erwähnt, die sich in der Folge zum heutigen Büdöskút (wörtlich "stinkende Quelle") entwickelte. 1344 ist erstmals die deutsche Form des Namens bezeugt, aus der das spätere Stinkenbrunn wurde (mit mhd. prunn "Quelle"). Beide Namensformen rühren von einer auf Gemeindegebiet befindlichen, übel riechenden Mineralquelle her. Der Volksmund, der die Umstände der merkwürdigen Namensgebung nicht mehr kannte, deutete den Ortsnamen später so, dass einst bei einem Gewitter ein Feuerdrache in den Ortsbrunnen gefallen und das Wasser verdorben habe.

Der deutsche Name wurde von den im 16. Jahrhundert zugewanderten Kroaten als Štikapron übernommen.

Auf Wunsch der Bevölkerung wurde der amtliche Ortsname per 1. Jänner 1959 in die unverfänglichere Form Steinbrunn geändert.

Geografie: Die Marktgemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt und ist deckungsgleich mit der gleichnamigen Katastralgemeinde. Neben der Marktgemeinde bestehen an Ortschaften: Neue Siedlung (Dorf) sowie Wochenendsiedlung (Dorf).

Nachbargemeinden: An Steinbrunn grenzen folgende Gemeinden: Neufeld an der Leitha, Hornstein, Zillingdorf (Niederösterreich), Müllendorf und Zillingtal.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Steinbrunn dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort wurde mehrmals durch Kriege zerstört, 1555 wurde er durch die ansiedelnden Kroaten wieder aufgebaut. Im Jahre 1810 begann man mit dem Braunkohleabbau im Tagebau. Für diesen Zweck entstand der Ortsteil Neue Siedlung. Jährlich betrug die Fördermenge 600 Tonnen. Zu dieser Zeit waren im Bergwerk 128 Frauen und Kinder beschäftigt. Genauere Angaben über die Arbeiterzahl gibt es aber nicht. Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung auf über 2000 Personen. 1905 begann die Elektrifizierung des Bergwerkes. 20 Jahre später hatte man im ganzen Ort Strom.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Büdöskút verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Die Gemeinde war sehr durch die zwei Weltkriege, die Wirtschaftskrise, den Austrofaschismus und den Nationalismus gekennzeichnet (thematisiert im Roman Die Dämonen von Heimito von Doderer). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Wiederaufbau des Ortes begonnen. Zu dieser Zeit war er sehr landwirtschaftlich geprägt.

Die große Umgestaltung wurde durch den Bürgermeister Friedrich Robak eingeleitet. Der vor dem Zweiten Weltkrieg eingestellte Braunkohleabbau wurde im Bereich der Neuen Siedlung wieder aufgenommen, doch nach einigen Jahren wieder aufgegeben. Es entstanden ein Sandwerk (1965), eine Wäschefabrik, eine Kartonagenfabrik und ein Betonwerk. Ein Höhepunkt war die Errichtung eines für Österreich ersten Gemeinschaftshauses, in dem eine Wäscherei, Brausen und Warmbäder, Kühlanlagen, Fernsehraum, eine Bücherei sowie ein Saal mit Küche eingerichtet war.

Um 1960 wurde auch das seit der Zwischenkriegszeit nicht mehr betriebene und schon mit Grundwasser gefüllte Bergwerk Steinbrunn-Zillingdorf in ein Strandbad mit Erholungszentrum umgewandelt. Auf der Steinbrunner Seite des Sees, durch den die Landesgrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland verläuft, entstand der neue Ortsteil "Steinbrunner See". 1971 wurde Steinbrunn mit der Nachbargemeinde Zillingtal aufgrund des Gemeindezusammenlegungsgesetzes zusammengeschlossen. 20 Jahre später wurde diese Zusammenlegung wieder aufgehoben. 1976 wurde die Volksschule neu errichtet. 1977 erfolgte der Neubau des Rathauses.

Wappen: Das Wappen von Steinbrunn ist diagonal zweigeteilt. Die linke obere Hälfte zeigt weiße Wellen und die die gelbe Sonne auf rotem Grund. Die Wellen stehen für den Steinbrunner See, die Sonne soll das warme Klima der Gemeinde andeuten. Die rechte untere Hälfte zeigt eine rote Weintraube auf gelbem Grund und erinnert daran, dass früher zahlreiche Einwohner einen Weingarten hatten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock, ehem. Sebastianspfeiler: ObjektID: 27149, Zillingtaler Straße, datiert mit 1731; die Figur ist neu.
Bildstock, Pestkreuz: ObjektID: 27152, Hornsteiner Straße, das steinerne Pestkreuz am östlichen Ortsrand ist mit 1662 bezeichnet.
Figurenbildstock, Antonisäule: ObjektID: 27150, vor Wiener Neustädter Straße 4, die im Ortsgebiet aufgestellte Antonisäule stammt aus der Zeit um 1730 und wurde 1956 restauriert.
Figurenbildstock, Marienkrönung: ObjektID: 27151, vor Bauerngasse 13, eine schlanke Weinlaubsäule mit der Marienkrönung und vier Sockelfiguren (Hll. Antonius, Rochus, Rosalia und Anna); datiert mit 1680.
Grabstein/Grabplatte: ObjektID: 27153, Kirchengasse, Friedhof, ein Grabstein mit Reliefschmuck vor dem Karner, datiert mit 1663 (die Datierung befindet sich auf der Rückseite).
Hauszeichen: ObjektID: 27146, Untere Hauptstraße 11.
Jagdschloss Stinkenbrunn/Fasanerie: ObjektID: 27148, Jagdhaus 1, das Jagdschloss ist ein einfacher Bau mit überhöhtem Mittelrisalit aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, welcher den Esterházy als Jagdschloss diente.
Kath. Pfarrkirche, Zum hl. Kreuz: ObjektID: 27076, die Pfarrkirche, ein im Kern gotischer Bau des Frühbarocks, auf einer Anhöhe über der Ortschaft wurde nach der Zerstörung 1683 im Zuge der Türkenkriege 1686 wieder aufgebaut. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1687.
Sühnekreuz: ObjektID: 67404, seit 2017 denkmalgeschützt, gegenüber Birkengasse 9, in der Neuen Siedlung.

Sport: Im Ortsteil Neue Siedlung befindet sich das burgenländische Landessportzentrum VIVA.

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