Mönchhof

Mönchhof (ungarisch Barátudvar, Barátfalu, Baráfalva) ist eine Gemeinde mit 2214 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See. Mit dem Kneippkurhaus ist Mönchhof auch ein Kurort. Mönchhof ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Barátfalu. Vor etwa 800 Jahren besiedelten Zisterziensermönche aus dem Stift Heiligenkreuz das Gebiet um das heutige Mönchhof. Sie machten das Land, das zuvor meist Sumpflandschaft war, urbar. Im Jahre 1217 schenkte ihnen König Andreas II. von Ungarn das ehemalige Petschenegengut Leginthov als immerwährenden Besitz. Die Schenkungsurkunde von 1217 erwähnt die Gemeinde Mönchhof erstmals unter dem Namen Leginthov.

Der Ortsname leitet sich von der Zugehörigkeit zu Heiligenkreuz ab. Das Gebiet befand sich von 1648 bis 1920/21 in ungarischer Verwaltung, und zwar als Teil des Komitats Moson. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde im Jahr 1919 Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen.

Als wirtschaftliche Basis der Gemeinde gilt traditionell der Weinbau. Angefangen mit den Initiativen der Zisterziensermönche, die ihr Wissen aus Burgund über Heiligenkreuz nach Mönchhof brachten, gilt der Ort als die älteste Weinbaugemeinde Österreichs. Mit dem Zisterzienserinnenkloster Marienkron, das 1955 von Schwestern aus dem Kloster Seligenthal auf vom Stift Heiligenkreuz geschenktem Grund entstand, hat die Großgemeinde ein geistiges und gesundheitliches Zentrum gefunden, das weit über die Ortsgrenzen ausstrahlt.

Wappen: Das Wappen zeigt die Schwurhand. Sie stammt aus der Zeit, als die Bauern den Grundeigentümern Loyalität und sachgerechte Bewirtschaftung schwören mussten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Arche zur göttlichen Barmherzigkeit: Die Arche zur göttlichen Barmherzigkeit befindet sich an der B51 (Neusiedler Straße), bzw. Neustiftgasse 79 in Mönchhof (Richtung Frauenkirchen).
Bahnhofsmuseum: Das Bahnhofsmuseum ist eine Außenstelle des Dorfmuseums Mönchhof und ist nur 287 Schritte entfernt. Neben einer Ausstellung zur Neusiedler-Seebahn im Bahnhofsgebäude stehen drei Waggons. Ein Waggon ist als Personenwagen eingerichtet, ein anderer ist den Schmalspurbahnen auf den Gutshöfen gewidmet und im dritten wird der Vertreibung der Ungarndeutschen im Jahr 1945 gedacht.
Befestigungsanlage: ObjektID: 6034, Kirchenplatz, die Befestigungsanlage stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie ging ursprünglich weiter Richtung Westen und verlief um das gesamte Areal der Kirche. Heute ist sie noch auf der Südseite des Kirchhügels erhalten. Das Zwickelmauerwerk mit Schießscharten ist inhomogen und abschnittsweise erneuert. An der Außenseite ist die Mauer verputzt und durch schräge Stützen abgestützt. Der Kirchenplatz wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine westlich verlaufende Mauer abgetrennt, Das schmiedeeiserne Gitter des Zugangstores stammt aus dem Jahr 1847.
Blauglockenbaum: Der Blauglockenbaum befindet sich beim ehemaligen Kloster am Kirchenplatz in Mönchhof. Der Baum wurde 2017 anlässlich der 800 Jahre Feier von Abt Maximilian Heim und Pfarrer P. Michael Weiss gepflanzt.
Brunnen: Der Brunnen befindet sich an der Kreuzung Wiener Straße / Birkenallee in Mönchhof.
Cholerakapelle (Kreuzkapelle): ObjektID: 6031, Sandhöhe, die Kapelle wurde 1838 errichtet, der Turm wurde 1861 angebaut.
Dorfmuseum Mönchhof: Das Dorfmuseum befindet sich in der Bahngasse 62 in 7123 Mönchhof. Die ehemals kleine Privatsammlung von Josef Hauben­wallner ist in den letzten 20 Jahren zu einem großen regionalen Freilichtmuseum ausgebaut worden. Es gibt Einblick in die dörflichen Alltage und das bäuer­liche Leben im Heideboden ab der Zeit um 1890 bis in die 1960er Jahre.
Ehemaliges Kloster: ObjektID: 6030, Kirchenplatz 1, ein zweigeschoßiger, zweiflügeliger Bau, der ab 1729 errichtet wurde.
Figurenbildstock Heiliger Wandel: Der Figurenbildstock Heiliger Wandel befindet sich am Raiffeisenplatz 5 in Mönchhof und ist unter der ObjektID: 6041 denkmalgeschützt. Eine barocke Steinfigurengruppe auf einer toskanischen Säule.
Friedhofskreuz: ObjektID: 6039, das steinerne Friedhofskreuz mit schöner Pietà ist mit 1773 bezeichnet. Sein Sockel zeigt ein Relief des Fegefeuers.
Gedenkstein 800 Jahre Mönchhof: Der Gedenkstein "800 Jahre Mönchhof" befindet sich vor dem Gemeindeamt in Mönchhof.
Gedenkstein: Der Gedenkstein befindet sich Stiftsgasse in Mönchhof.
Granarium: ObjektID: 6033, Kirchenplatz 3, der zweigeschoßige Speicherbau mit Krüppelwalmgiebel stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Jakobsweg: Durch Mönchhof führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.
Kellerviertel Sandhöhe
Kreuz, Bahngasse: Das Kreuz (Bahngasse) befindet sich in der Bahngasse, vor dem Dorfmuseum, in Mönchhof. Die Inschrift lautet: "J.H. 1991" und "HANSI".
Kreuz, Halbturnerstraße: Das Kreuz (Halbturnerstraße) befindet sich an der Halbturnerstraße in Mönchhof.
Kreuzsäule: Die Kreuzsäule (Hotterkreuz) an der Straße nach Gols ist mit 1722 bezeichnet und unter der ObjektID: 6042 denkmalgeschützt.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich in einem von einen Gitterzaun eingefriedeten Areal am Kirchenplatz in Mönchhof. Es ist ein quadratisches Monument zusammengefügt aus Quadern, von denen jeder den Namen eines Gefallenen aus dem 1. Weltkrieg trägt. Davor steht eine Statue eines auf ein Gewehr gestützten Soldaten. Flankiert wird das Denkmal links und rechts von freistehenden Namenstafeln für den 2. Weltkrieg.
Lichtsäule: Die Lichtsäule (Engelskreuz) aus dem 15. Jahrhundert befindet sich beim Kreisverkehr zur Sandhöhe in Mönchhof und ist unter der ObjektID: 6035 denkmalgeschützt. Ein Vierkantpfeiler mit Steinhelm und Tabernakel, in dem sich eine kleine Engelsfigur befindet.
Lichtsäule: Die Lichtsäule (Bahngasse) befindet sich bei der Bahngasse 1b in Mönchhof und ist unter der ObjektID: 6036 denkmalgeschützt. Ein Tabernakelpfeiler mit Pyramidenhelm aus dem Jahr 1622.
Lindtnerkreuz: Das Lindtnerkreuz befindet sich am Kirchenplatz und ist unter der ObjektID: 6040 denkmalgeschützt. Die Inschrift lautet: "Heilige MARIA Schutzpatronin Ungarns bitte für uns. Gewidmet zur 1000jährigen Jubelfeier Ungarns von JAKOB u. ANNA LINDTNER 1896".
Pest-/Dreifaltigkeitssäule: Die Pest- bzw. Dreifaltigkeitssäule befindet sich am Kirchenplatz 1 in Mönchhof und ist unter der ObjektID: 6037 denkmalgeschützt. Eine Trinitasgruppe auf einem Vierkantpfeiler mit Schuppenornament; datiert mit 1714.
Pfarrkirche Mönchhof: Kath. Pfarrkirche hl. Magdalena, ObjektID: 6029, Kirchenplatz 1, nachdem die Vorgängerkirche, die urkundlich 1240 erwähnt wurde, beim Türkenkrieg 1683 zerstört wurde, erfolgte ein barocker Neubau in den Jahren 1729 bis 1734. Die Einrichtung stammt aus der Bauzeit. Der Hochaltar wurde von Elias Hügel, der auch die Bauleitung des Kirchenbaues innehatte, errichtet. Das Hochaltarbild ist ein Werk von Martino Altomonte.
Podersdorferkreuz: Das Podersdorferkreuz (Podersdorfer Kreuz) befindet sich am Feldweg zum See, südlich der Bahntrasse beim aufgelassenen Bahnübergang 'Neubaugasse'. Es ist ein weißes Kreuz aus Stein und auf einem Betonsockel aufgesetzt. Entstehungszeit ca. Mitte des 17.Jahrhunderts. An der Vorderseite ist folgende Inschrift noch lesbar: "DISES CREITZ HOBEN JOHAN REICH UNT SVSANA MEINE EHE WIRTIN VON MINI HOF GOTT UND UNSER LIEBEN FRAUEN ZV EHREN ALTA SET ZEN LASEN".
Schöttlkreuz: Das Schöttlkreuz befindet sich bei den Weinkellern auf der Sandhöhe in Mönchhof. Michael Schöttl verunglückte mit 48 Jahren durch einen Sturz vom Wagen. Die Inschrift lautet: "Michael Schöttl der am 7. November 1903 am Berge verunglückt Diese Seele bittet um einen Vaterunser".
Türkenturm, Wehrturm: Der Türkenturm bzw. Wehrturm, auch als Glockenturm bezeichnet, befindet sich in der Hauptgasse und ist unter der ObjektID: 6032 denkmalgeschützt. Ein quadratischer Turm mit der Inschrift 1669; vermutlich der Rest der ehemaligen Pfarrkirche.
Wegkreuz: ObjektID: 6038, das Wegkreuz mit übertünchter Inschrift stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht nahe der Bahnlinie.
Wegkreuz, auch Kurzbergkreuz: ObjektID: 6043, Am Kurzberg, der Vierkantpfeiler aus Sandstein mit Schuppenornament und Steinkreuz stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Er steht in den Weinbergen nordwestlich des Ortes. Die vordere Inschrift lautet: "RenoVirt VON Josef Pöckl 1807 --- RENO. 1995 VON FAM. GROSCHNER".
Zisterzienserinnenkloster Marienkron: Das Kloster Marienkron befindet sich in der Klostergasse 3 in 7123 Mönchhof und wurde 1955 von Heiligenkreuz als Gebetsstätte am Eisernen Vorhang gegründet. 1991 wurde Marienkron zur Abtei erhoben.

Persönlichkeiten:
Elias Hügel (1681–1755), Bildhauer und Kirchenbaumeister des Barock; er schuf auch den Hochaltar der örtlichen Pfarrkirche
Adalbert Winkler (1857–1938), österreichisch-ungarischer Zisterzienser
Jakob Mädl (1896–1978), Hauptschuldirektor und Politiker
Rosaria Golsch (1926–2003), Zisterzienserin, Gründeräbtissin der Abtei Marienkron
Josef Huber (* 1956), Fußballspieler
Thomas Polz, Mitstreiter für ein deutsches Burgenland, (Gedenktafel in Mönchhof)



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