Ortsspottname oder Neckname

Ursprünglich meist höchst abfällig gemeint, wurden die Ortsnecknamen im 20. Jahrhundert häufig von den so Verspotteten selbst aufgegriffen und mit Stolz als Teil ihrer Identität betrachtet.

Die Quelle der Spottnamen bzw. Spitznamen (Ortsneckereien, Schildbürgergeschichten) wurde, sofern sie mir bekannt war, angegeben.

Ortschaft Neckname Dialekt Erklärung Bemerkung, Quelle
Alle Sumpfenten Sumpfanten - -
Althodis oder Markt Neuhodis Die Bachdrescher - In Hodis war der Bach in einer heißen Sommerzeit gänzlich ausgetrocknet. Das Bachbett war nun recht geeignet, um die geerntete Frucht hineinzulegen. Bald fing man auch an, an Ort und Stelle die Frucht auszudreschen. Als die Arbeit aufs höchste gestiegen war, kam plötzlich Hochwasser und schwemmte alles weg. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Altschlaining Die Steglangzehrer Di Stehlangzahra Das Hochwasser des Tauchenbaches hatte sich auch in Altschlaining ausgewirkt. Die große Brücke wurde vom Wasser weggerissen. Zur Not musste nun ein Steg errichtet werden. Bretter und Balken wurden geschnitten. Bald stellte sich heraus, dass die zu kurz seien. Auf Anordnung des Ortsrichters zogen die Leute von beiden Seiten, um die Bretter länger zu machen. Das Ende war nun, dass die Hälfte der ziehenden Leute ins Wasser fiel. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Bad Tatzmannsdorf Die Schwefelkinder Di Schwefelkinder Diesen Namen erhielten sie von der Wunderwirkung ihres Jod enthaltenden Sauerwassers. Bekanntlich erhalten nach Genuss dieses Wassers unfruchtbare Frauen Kinder. Aus diesem Grunde wurde das Bad besonders von jüdischen Frauen stark frequentiert, da bekanntlich für Jüdinnen der größte Fluch der ist, wenn es heißt: "Gras soll vor deiner Tür wachsen". Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Bad Tatzmannsdorf Die Stanglhocker Di Stanglhocka Die Gleichgültigkeit der Arbeit gegenüber findet seinen Niederschlag in den Namen, den die Tatzmannsdorfer tragen, "di Stanglhocka", die lieber Zusehen, wie die Badegäste sich vergnügen, als ihre Arbeit auf den Feldern zu verrichten. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Bergwerk Die Sautrogfahrer Di Traufoara Ein Teil des Ortes, der sogenannte "rote Haufen", wo schon in der Römerzeit Kupfer gewonnen wurde, wird von der "Tau" (Tauchenbach) durchschnitten. Zu beiden Seiten breiten sich üppige Wiesen aus. Eines Tages gab es Hochwasser, sodass tagelang der Verkehr zwischen den beiden Hälften stockte. Findige Leute schafften sich jedoch bald ein Verkehrsmittel, sie brachten einen mächtigen "Sautrog", spannten Gänse vor und die lustige Fahrt begann. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Bubendorf Kneidlwerfa Quelle: -
Deutschkreutz - Doahöm - Quelle: www.sieggraben.at
Deutschkreutz - Die Kreitzameinka Die Deutschkreutzer jedoch trugen ihr "Meinka" (Mente - ung. Kleidungsstück) sehr "gschlampat". Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Donnerskirchen Krenreißer - In Donnerskirchen wächst der Kren auf Feldern oder Wegränder eher üppig. Quelle: www.meinbezirk.at
Drumling Birnbrota Birnenbrater Um Brot zu sparen, nahmen die Drumlinger spät reifende Birnen mit aufs Feld, brieten die und aßen sie statt Brot mit gutem Appetit. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Eisenstadt Schwalbenfanger Schwoimfaounga, Schwojmfaounga - Quelle: www.sieggraben.at
Eisenzicken Nebelfanger Neblfanger In Eisenzicken wollte man in alter Zeit den Nebel fangen, da er in den Obstgärten viel Schaden anrichtete. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Forchtenstein Breinhirschen Braijnhiaschn, Breijhiaschn - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012.
Frankenau Die Schläger Tukavci Nach Niederwerfung der ungarischen Revolutionsarmee bei Parndorf und Neusiedl schickte der Statthalter (Banus) von Kroatien, Oberst Josef Jellašic, einen Teil seiner Truppen zurück. Drei verirrte Soldaten kamen in die Mühle in Frankenau. Sie wurden von einigen jungen Männern gestellt und erschlagen. Bei Vilagos beugen sich im August 1849 die Revolutionstruppen der Übermacht. Im Herbst desselben Jahres werden die jungen Übeltäter in Frankenau von den kaiserlichen Soldaten gefangen genommen. Zwei Brüder Klabucic und Paul Dreiszker werden in Harkau erschossen, einige Andere durch Stockhiebe bestraft. Die Kroaten der Umgebung nahmen den Frankenauern diesen Brudermord sehr übel. Sie gaben ihnen den Spottnamen "Tukavci" ("die Schläger"), der sich bis heute erhalten hat. Quelle: www.frankenau-unterpullendorf.gv.at
Großwarasdorf Städter Varošcani Großwarasdorf hätte im Jahr 1830 Bezirksvorort werden sollen, jedoch widersetzten sich die Bewohner diesem Vorhaben, und die damaligen ungarischen Behörden machten das in jener Zeit unscheinbare Oberpullendorf zum Bezirksvorort. Von dieser Tatsache lässt sich auch der Spitzname der Großwarasdorfer "varošcani" (Städter) ableiten. Quelle: Wikipedia
Goberling Mohnpinkerl-Kirtag, Schaffleisch-Kirtag Mohnpinkerl-Kiata, Schafschinkerl-Kiata In diesem Orte finden jährlich zwei "Kiatag" statt. Der evangelische am Sonntag vor oder nach dem hl. König-Stephanstag (20. August) und der katholische am letzten Sonntag des Kirchenjahres. Ersterer heißt der "Mohnpinkerl- Kiata", weil an diesem die Goberlinger eine nur hier bekannte Speise, die Mohnpinkerl assen. Der zweite ist der "Schafschinkerl-Kiata", weil an diesem Schaffleisch gegessen wurde . Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Gols - Grammelposcher - Quelle: www.weidenamneusiedlersee.at
Grafenschachen - Di Iakracha In Grafenschachen erhielt die Bevölkerung anläßlich der Fronleichnamsprozession das Recht, mit Gewehren auszurücken. Die Männer die im Besitze eines Gewehres waren, wurden vom Ortsrichter kommandiert. Dieser hielt nun vor der Feier eine Ansprache und sagte zum Schluß: "Weins zua Kira kimmts, stöllts eink auf und laßts ia kracha!" . Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Grodnau Erdäpfelausdrücker Krumpirnausdrucka Es lebte in Grodnau ein besserer Bauer, dieser hatte auf seinem "Grund" einen prächtigen, alten Birnbaum stehen. Im Herbst befahl er seiner Magd und seinem Knechte: "Holts die Grund-Birn, damit ma maustl kinna!" Getreulich führen sie den Befehl aus und bringen "Krumbirn" (Erdäpfel) und schütten die in die Presse hinein. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Hannersdorf - Di Huanzlbankreitter Bei den Deputiertenwahlen stimmten die Hannersdorfer stets auf die Regierungspartei und so trugen sie stolz bei den Wahlen die rote Feder am Hut. Ihr Deputierter meldete sich, ob der Treue seiner Hannersdorfer einmal zu Besuch an. Eine große Ehrenpforte wurde errichtet. Die Schulkinder mit ihren Lehrern, die Feuerwehr und der Gemeindevorstand waren ausgerückt. Auch ein Banderium sollte dem hohen Gaste entgegenreiten. Da jedoch keine Pferde im Orte und solche auch in der Nachbarschaft nicht aufzutreiben waren, holten die Männer die "Huanzlbänk" und ritten auf diesem ihm entgegen. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Hannersdorf Die Grünen Di Grianan Die Hannersdorfer sind "di Grianan." Den Namen hat ihnen in der magyarischen Ara ihre oppositionelle Einstellung gegen die Regierungspartei eingetragen, da sie mit grüner Feder am Hute erschienen.. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Horitschon Kuckuckfänger Gugafaounga Um den Kuckuck zu fangen, fällten die Horitschoner Baum um Baum. Guga = Kuckuck; Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Horitschon - Schmärtrockna Ein Mann hatte schlecht "abgstochn" und so ging früh das Schmalz aus. Am nächsten Wochenmarkt in Ödenburg kauft er sich "a größere Seitn Speick" und schreitet stolz über Harkau der Heimat zu. Es war ein recht heißer Sommertag, wohl fühlt er, dass ihm etwas über den Rücken rieselt, er meint es seien Schweißtropfen, die sein Hemd nass machen. Erst daheim wird er gewahr, dass der Speck infolge der Hitze tröpfelte. Um den Speck wieder trocken zu bekommen, sucht er nun, gefolgt von seinem Weibe, ein recht sonniges Plätzchen, um den Speck zu trocknen. . Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Horitschon - Tschirihaou Die Horitschoner werden auch noch mit einem Vogel in Zusammenhang gebracht: In dem Wort "Tschirihaou" (= spöttischer Beiname für Horitschon) klingt nämlich ein Hahn an. Allerdings dürfte es sich hier lediglich um eine lautmalerische Verballhornung von "Horitschon" handeln. Quelle: www.sieggraben.at
Illmitz Rohrwolf Roawulf Der Schilfschneider wurde oft Roawulf genannt, was sich als Neckname auf alle Illmitzer in den benachbarten Gemeinden übertrug. Der jetzt wieder eingewanderte Goldschakal wurde auch als Rohrwolf bezeichnet. Die winterliche Arbeit brachte zwar Geld in die Familien, war aber alles andere als leicht. Das geschnittene und gebündelte Rohr wurde mit Schlitten ans Ufer gezogen. Quelle: Hans Kroiss, Illmitz
Inzenhof - Huitwumma, Huitwummer Noch von den Großeltern gehört. Quelle: www.nikles.net
Horitschon Die Gscheibtseitn - Den Horitschonern gings nicht in den Kopf, warum das teure Salz zu kaufen, wo man es doch billiger haben kann, indem man es anbaut. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Kalkgruben Milchbrater Mülibrouda, Mülibroada Weil sie die Milch in Strümpfen am Herd braten wollten. Müli = Milch; Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012.
Kemeten Die Tornister Di Toanista Die Kemetener durften militärisch ausrücken. Vom Grafen Battyany erhielten sie sogar 14 Tornister. Bei einer feierlichen Gelegenheit rückten nun 14 Kemetener aus. Die Tornister liegen, 14 Stück, auf der Erde. Sie wurden gut gezählt. Nun werden die aufgestellten Leute gezählt und so oft auch das Zählen wiederholt wird, immer sind nur 13 statt 14 Männer da. Erst später kam man darauf, dass der Richter sich selbst vergaß mitzuzählen. Aus diesem Grunde erhielt Kemeten den Namen, "di Toanista" oder "14 Toanista und 13 Kemetener" Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Kleinmürbisch Presswürste Presswürscht keine Angabe Quelle: Heinz Koller
Kobersdorf Marktabhalter Makla Die Kobersdorf verfügen von alters her über das Marktrecht. Quelle: www.sieggraben.at
Königsdorf - Pollák - Quelle: www.mundart-burgenland.at
Krensdorf Ferkelzüchter Faalzichta Vermutlich neidete man den vergleichsweise wohlhabenden Krensdorfern den Verzehr von Fleisch. Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Kukmirn Brennendes Dorf, Apfeldorf - In Kukmirn gibt es mehr als 30 Brennereien mit mehr als 50 verschiedene Sorten von Bränden und Likören. Hier gibt es das "Hausbrandrecht" schon seit Jahrhunderten. Quelle: -
Lackenbach Bachscheißer Bochscheißa - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Lackendorf Sandhasen Soundhosn - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Landsee - Boukaubeta - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Langzeil - Staudnrauscher - Quelle: Lt. HOL E. Frühwirt
Leithaprodersdorf - Leithapracker Bei einer Überschwemmung sollen sie nämlich voll Zorn die hochgehenden Wasser der Leitha "geprackt", also geschlagen haben. Aber die "Leithapracker" sind doch wieder dem Motiv nach mit bei weitem berühmteren Gestalten der Mittelmeerantike verbunden: Kein geringerer als der aus der großen Weltgeschichte am Mittelmeer wohlbekannte Perserkönig Xerxes soll doch den Hellespont haben peitschen lassen, dessen Wasser ihm beim Übersetzen seiner Truppen von Kleinasien nach Europa nicht gehorchen wollten, wie Herodot allen Ernstes erzählt. Mit Fug könnte man das Motiv der "Leithapracker" also auch als "Xerxes im Burgenland" betiteln. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_32_0125-0137.pdf
Lindgraben Froschpracker Frouschpraka Weil angeblich die Frösche im Kobersdorfer Schlossteich wegen Ruhestörung erschlagen werden mussten. Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Litzelsdorf Krautfresser - Weil die Litzelsdorfer und die Neckenmarkter zu "Patlmai" noch Sauerkraut essen. Man sagt zu ihnen: "S' Kraut habts weiggfressen, s'Fleisch habts steihn lassen". Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Lockenhaus Ruamzuzla Quelle: -
Mariasdorf - Müllifoawla Es starb nämlich ein Mann, der "sei Lebtag" gern Müllifowerl aß. Sein Weib liebte ihren Mann noch über das Grab hinaus und trug statt Blumen stets Müllifoawerl zum Grab und goß sie auf den Hügel. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Markt Allhau - Katznwuppa Die Allhauer werden die "Katznwuppa" genannt, weil bekanntlich die Allhauer von jeher mit Tierfellen handeln und viele von ihnen gerne Katzen abfingen, die sie in ihre Säcke taten und mit großem Schwung auf die Erde schlugen ("wuppn"), bis die Katzen verendeten. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Mattersburg Schurscherl Schuaschal, Schualn Verkleinerungsform von Schurl (für Georg), gemeint ist aber ein ungeschickter Mensch. -
Marz Nebelposser Neibübossa Wegen der Tradition des Nuss-Possens im nebligen Herbst. Beim "Nuss bossn" wird mit einer Stange auf die Äste der Nussbäume eingeschlagen, damit die Nüsse herun-terfallen. Möglicherweise haben die Marzer in ähnlicher Weise auf den Nebel ("Neibü") eingeschlagen, damit er sich verziehen möge. possen = schlagen; Quelle: Werfring, J.(2012) Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Mittel- und Südburgenland - Spiegelhienz Wegen des "Spiegels" am Ärmel vom Schneuzen. Hienzen = Heanzen
Mönchhof - Gramlposser - Quelle: www.mundart-burgenland.at
Mörbisch am See Die Gemeindereiter Di Gmuatreita Die Mörbischer tragen den Namen: "di Gmuatreita", sicherlich weil sie wegen jeder Kleinigkeit zur "Gmua" rennen. Auch hänselte man sie vor 40 Jahren, als sie eine ganz besonders gute Dorfkapelle hatten. Man behauptete, dass der Kapellmeister folgendermaßen dirigiert. Indem er den Taktstock erhebt und die Musiker gespannt warten, sagt er: "Uas, zwoa, drei, holts- aus!" Wieder erhebt er den Taktstock und ruft: "Uas, zwoa, drei nau nit!" Zum drittenmal erhebt er wieder den Taktstock und ruft: "Uas, zwoa, drei, hiaz fangts au!" Worauf die Kapelle einsetzt. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Neckenmarkt - Neiknmoaka Dreikeijwoaka "Eijwoaka" bedeutet "einweichen". Angeblich geht es hier nicht nur um den Reim. Die Neckenmarkter waren im Vergleich zu den Bewohnern umliegender Dörfer wohlhabend. Sie weichten täglich "Trank" (Futter) für die Schweine ein ("Trounk eijwoaka"). Die anderen, die den Neckenmarktern ihren Wohlstand neideten (Fleisch galt damals als Luxus), verballhornten das "Traunkeijwoaka" zu "Dreikeijwoaka", was sich zusätzlich noch auf den Ortsnamen reimt. Quelle: www.sieggraben.at
Neckenmarkt Krautfresser - Weil die Litzelsdorfer und die Neckenmarkter zu "Patlmai" noch Sauerkraut essen. Man sagt zu ihnen: "S' Kraut habts weiggfressen, s'Fleisch habts steihn lassen". Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Neudorf bei Landsee - Grassaschloapfa - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Neudörfl Maikäferfänger Mäulafaonga, Moilerfanga Der Pfarrer von Neudörfl schickte die Jugend auf die Maikäferjagd und versprach, für ein Stück einen Kreuzer zu bezahlen. Die Burschen brachten nun die Maikäfer zu Hunderten daher, freuten sich nicht wenig über das gute Geschäft und rechneten die Maikäferbeute schon in Wein um. Doch der schlaue Pfarrer gab ihnen für ein Stück einen Kreuzer, die andern - sagte er - könne er nicht brauchen. Darauf soll die rachsüchtige Jugend alle Maikäfer im Garten des Pfarrers ausgelassen haben. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_3_1930_0065-0081.pdf
Neumarkt im Tauchental Stieraufhänger Stieraufhänga Gras wuchs am Kirchturm und dies sollte herabgeholt werden. Nach langem hin und her fand man es am zweckmäßigsten, mit dem Gemeindestier das Gras abweiden zu lassen. So zog man den Stier in die Höhe. Der Strick schnürte den Hals des Stieres derart zusammen, sodass er erstickte. Als die Zunge immer mehr heraustrat, schrie freudig die Menge: "Ea glankt scha!" Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Neusiedl am See Herren aus Neusiedl - - Quelle: www.weidenamneusiedlersee.at
Neutal Prahler Proola Wegen des früher offen zur Schau gestellten Besitzes der Neutaler Ofenmaurer. Quelle: Werfring, J.(2012) Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Nickelsdorf Mondscheinlöscher Mounscheinlescher Wegen der dortigen Feuerwehr, näheres nicht beschrieben. Quelle: http://www.nickelsdorf.gv.at
Oberpetersdorf Die Wildgänse D Wildgäns Weil sie so scheu wie die Wildgänse sind. Kommt ein Fremder, so fliegen sie alsogleich auseinander. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Oberpullendorf Krebsler Krebsla Wegen des reichen Krebsvorkommens im Stooberbach und Gaberlingbach. Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Oberschützen Stierwoscha Quelle: -
Ollersdorf Vogelfänger - - Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Piringsdorf - Ringalaa, Ringala - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012.
Poppendorf - Pollák - Quelle: www.mundart-burgenland.at
Purbach am Neusiedler See Kotzenflicker, Pferdedeckenflicker Koutznflicker - Koutzn = Kotzen, Pferdedecke; Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Raiding Stieraufzieher Schtiaaufzaara Weil die Raidinger einen Stier auf das Kirchendach hieften, als dort Gras wuchs. aufzaarn = hinaufzerren, -ziehen. Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Rattersdorf Pflugrädlein-Heinzen Pfluiradhienzen Pfluiradl: Pflugrädlein, zweirädriges Fahrgestell am Handpflug Hienzen (Heanzen): deutsche Volksgruppe im Burgenland
Rechnitz Lercherltreiber - - -
Rohrbach bei Mattersburg Gänsebären, Gänsbären Gaousbeen Weil es in Rohrbach früher viele Gänsehändler gab. Es wird auch eine Gans im Wappen geführt. Gaous = Gans; Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Rohrbrunn - Prozeshansln Die Rohrbrunner heißen die „Klagenfurter", weil sie wegen jeden "Schmarn" Klage führen und gerne zu Gericht laufen. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Rumpersdorf - Di Feinstamaka Die Rumpersdorfer heißen: "di Feinstamaka", vielleicht ob ihrer kroatischen Aussprache. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Rust Hechtenstutzer - Im See beunruhigte ein ganz großer Hecht die Fische und verursachte unendlich großen Schaden, so dass die Fischer sich genötigt fanden, sich darob beim Stadtmagistrat zu beschweren. Es blieb der Stadtverwaltung nichts andres übrig, als dass sie eine hohe Belohnung in Aussicht stellte demjenigen, der diesen Räuber von einem Hechte in sein Netz kriegt und lebendig der Stadt abliefert. Die ausgesetzte Belohnung diente nun zum Ansporn für die zahlreichen Fischer. Eines Tages wurde der Hecht endlich gefangen. In der Eile wurde ein recht großer Trog verfertigt und in diesen wurde nun der Hecht hineingezogen, um über den Übeltäter Gericht zu halten. Beim Gericht präsidiert der Bürgermeister und auch der Deliquent ist zugegen. Die Frage, die zu beantworten ist, lautet: "Was soll mit dem Hechte geschehen?" Einmütig war die Antwort: "Er muss sterben!" Nur über die Todesart konnte man sich zunächst nicht einigen. Der eine meinte: "Aufghenkt ghert dea Hund." Der Schreiber will bereits dies als Urteil niederschreiben, als ein Mitglied des Gerichtes sich zum Worte meldet und sagt: "I muan, dass man in Schwoaf aschneidn (stutzen) sull." Allgemeine Zustimmung folgte diesen Worten. Es schien, dass dieser Vorschlag vom ganzen Magistrat gebilligt wird, denn alle Anwesenden "nauppten mit n Gescha." Bevor jedoch das Urteil ausgesprochen wurde, springt noch ein Stadtrat auf und ruft in die Versammlung hinein: "Dasaufn sull das Luda, deis hitwanigi!" Allgemeiner Beifall begleitete diese Worte und alsogleich schreitet man zur Tat und der Hecht wird in den See geworfen, wo er seither noch immer sein grausames Räuberhandwerk betreibt. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Salmannsdorf Huizbianbrouder - www.mundart-burgenland.at
Schattendorf Kuckuckfänger Gugafaounga Weil die Bewohner versuchten, den Kuckuck mit einem Fangeisen mit Nuss, Speck und Goldmünze zu fangen. Guga = Kuckuck; Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012
Schönau Waldhasen Waldhasn Diese verkriechen sich wie die Kaninchen in ihren Löchern. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Seewinkel Hechtenstutzer - Siehe Eintrag bei Rust. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Siegendorf Britve - kroatisch britve = Aufschneider für den durch die Zuckerindustrie erreichten Reichtum. Quelle: Die Zuckerfabrik in Siegendorf auf ORF vom 17. Oktober 2014.
Sieggraben Blutiger Bluadiger - Quelle: www.mundart-burgenland.at
Sieggraben Die Flügelbahner Di Fliglbahna In der Zeit der madjarischen Herrschaft war es nicht leicht, zu dem allgewaltigen "nagykegyelmü" (großgnädigen) Herrn Minister vorzudringen. Jedenfalls einer Deputation aus Sieggraben gelangt dies. Auch ihre Bitte um eine Eisenbahn findet gnädige Erhörung. Der Herr Minister drückt den Mitgliedern der Deputation die Hand und verspricht eine Flügelbahn und damit ist auch das Signal gegeben, dass die Audienz beendet. Die Siegrabner jedoch rühren sich nicht und schauen den Herrn Minister ganz verlegen an. Auf eine neuerliche Frage, ob sie noch etwas am Herzen hätten, antwortet einer der Geschworenen, indem er sich zuerst räuspert: "Mit Verlaub, Euer Gnaden, wir möchten halt a Bahn mit Radi und nit uani mit Fligl". Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
St. Georgen am Leithagebirge Goaßhänger Quelle: -
Steingraben Kothandler Koathandla Weil sie früher mit Kot (weißblauem Ton, Weißenkot) handelten. Quelle: Mag. Roman Kriszt, Dt. Jahrndorf.
Stoob Blizal Blizal Wegen der Keramikproduktion im Ort. Blizal = Verkleinerungsform bzw. Koseform für Plutzer; Quelle: Werfring, J.(2012) Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Stotzing Dirndlbosser - Weil die Stotzinger die Dirndln von den Bäumen schlagen statt schütteln. Dirndl: Kornelkirsche
Sulzriegel Spatz oder Schwutzer Di Spatzn (Spotz) oder die Kschwuza Kschwuza ist ein hienzischer Ausdruck für Spatzen-Sperling. Von jeher waren die Einwohner von Sulzriegel bessere Bauern und als solche stolze, große Männer, die nur herablassend, ohne den Hut zu heben, für einen Gruß gedankt haben. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Südburgenland - Pumhienzen Bewohner an der steirischen Grenze. Hienzen oder Heanzen
Tschurndorf Mondscheinfänger Maouscheifaoun(g)a Weil sie angeblich beim Bau des Gemeindeamtes auf die Fenster vergaßen und daher versuchten den Mondschein einzufangen. Maouschei = Mondschein; Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Unterpullendorf Buchweizenknödel Hajdenjaki Eine einst sehr beliebte Speise der Unterpullendorfer Bevölkerung Quelle: www.bvz.at
Unterschützen - Höllabrenna - Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Urbersdorf Pandura - Angeblich einmal Pandurensiedlung Quelle: Heinz Koller.
Urbersdorf - Baunlduana, Baunlduara Vor Jahren fragte ein Wandersmann eine Bäuerin, die gerade mit einem Stock Bohnen ausschlug, was sie denn so mache. Die Bäuerin antwortete "Baunlduan", seither nennt man die Einwohner so. Quelle: Mag. Roman Kriszt, Dt. Jahrndorf.
Weiden am See Hetscherler - Großes Vorhandensein von Hertscherlstauden (Hagebuttestauden). Quelle: Bräuche und Traditionen in Weiden am See auf www.weidenamneusiedlersee.at
Weppersdorf Foawerlschlopfa Man erzählt sich, dass die Weppersdorfer "Foawerl" in "Plutzer" gefüllt mit aufs Feld nahmen, diese jedoch im Plutzer fest wurden, sodass man sie zerschlagen musste, um die Foawerl herauszubekommen. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Weppersdorf - Hosnhaara Weil angeblich die Hasen wie Schweine enthaart wurden. haan = enthaaren; Quelle: Sieggrabener Gemeindenachrichten Nr.67.
Wiesen - Repetierheanzen Die Wiesener heißen "Repetierheanzen", weil sie alles, was sie sagen, gerne wiederholen. Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_3_1930_0065-0081.pdf.
Wiesen - Bumma Bia - Quelle: J. Werfring: Gemeindenachrichten Sieggraben 12/2012.
Willersdorf Foafalschlopfa www.mundart-burgenland.at
Willersdorf Krählampl Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf
Wolfau Di Plawa Der Kropf ist hier keine Seltenheit und der war von jeher die Zielscheibe des Spottes, wie dies auch ein hienzisches Stanzerl zeigt: "Di steirischn Madln ham hintn an Zoupf, voan hams a kluas Tipferl, deis neint ma an Kroupf." Quelle: Burgenlaendische-Heimatblaetter_11_0030-0039.pdf



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