Burgenland-Glossar

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A

Angerdorf: Ein Angerdorf kennzeichnet eine Dorfform, bei dem die Häuser des Dorfes planmäßig um einen zentralen Platz, den Anger angelegt sind – wobei der Anger Gemeinbesitz der Dorfgemeinschaft ist und sich im Zentrum befindet. Der Anger kann die Form einer Linse oder eines Auges, eines Vierecks- oder Dreieckes, Kreises- oder auch Halbmondform haben. An diesen Stellen fand das bäuerliche Wirtschaftstreiben statt. Die Bezeichnung "Angergasse" weist auf dieses Merkmal hin.

Dachtropfen: Als Dachtropfen wird der Abstand (zw. 30. und 40 cm) zwischen zwei nebeneinander liegenden Scheunen oder Häuser bezeichnet, der eingehalten werden musste. Hier versickerte das Niederschlagswasser aufgrund der fehlenden Kanalisation. Bei einem Neubau muss dies heute ganz verbaut werden, was zu einem Nachbarsstreit führen kann. Der erste Bauherr bekommt dann diese 30 bis 40 cm dazu.

D

Dorfteich: Früher gab es in den Dörfern, oder hinter den Reihen der Bauernhöfe, zahlreiche Teiche. Hier sammelte sich bei Regen das Wasser aufgrund der fehlenden Kanalisation, und bildete kleine Teiche. Diese wurden von den ansässigen Bauern als Gänseteich genutzt. Heute sind sowohl die Gänseteiche und mit ihnen auch die Gänse aus den Dörfern verschwunden.

E

Eisgrube: Die Eisgrube war zumeist ein Erdkeller, in dem man große Eisblöcke legte. Dadurch blieben Getränke und Speisen haltbar. In den 1950-er Jahren baute man, in Genossenschaften organisiert, auch kleine Kühlhäuser, in denen verschließbare Tiefkühlfächer gegen kleine Beiträge genutzt werden konnten.

G

Gänseteich: Früher gab es in den Dörfern, oder hinter den Reihen der Bauernhöfe, zahlreiche Teiche. Hier sammelte sich bei Regen das Wasser aufgrund der fehlenden Kanalisation, und bildete kleine Teiche. Diese wurden von den ansässigen Bauern als Gänseteich genutzt. Heute sind sowohl die Gänseteiche und mit ihnen auch die Gänse aus den Dörfern verschwunden.

H

Hausbrunnen: In den alten Bauernhäusern gab es kein fließendes Trinkwasser, das Wasser musste aus hauseigenen Brunnen besorgt werden. Durch die Anbringung der Brunnen oft direkt neben den Viehställen oder Mistgruben kam es zu unhygienischen Zuständen (Magen- und Darminfektion). Eine Lösung war zum Beispiel der artesische Brunnen in Illmitz, welcher in den 1930-Jahren gebohrt wurde. Hier konnte sich die Bevölkerung kostenlos mit Trinkwasser versorgen.

Herkunft: Analog zu "Siebenbürgen" wurde 1919 der Name Burgenland entsprechend den Endungen der deutschsprachigen Namen für die seinerzeitigen westungarischen Komitate Pressburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg gewählt (ursprüngliche Vorschläge: Vierburgenland, danach Dreiburgenland, als klar wurde, dass Pressburg als Teil des neuen tschechoslowakischen Staates beansprucht wurde).

K

Katzensteig: Der Katzensteig ist ein stiegenartiger Aufbau am Giebel der alten Häuser. Die gemauerten Ziegel sollten verhindern, dass der Wind unter die Dachziegeln weht und diese anhebt. Die Namensgebung erfolgte durch die Katzen, die gerne darauf herumtrollten. Moderne Baumaterialien bzw. Bauweise machen den Katzensteig heute entbehrlich.

Kaufhaus: Die Kaufhäuser waren früher mehr Gemischtwarenhandlungen, als Lebensmittelgeschäfte, da sich die Bevölkerung noch selbst versorgte. Heute sind große Lebensmittelketten am Ortsrand, oft wegen fehlender Parkplätze, zu finden.

Kleinrichter: Ein Kleinrichter (Kloanrichter) ist ein Trommler, der den Dorfbewohnern Anordnungen des Bürgermeisters (Richters) mündlich mitteilte. Es begann meist mit den Worten "Es wird kundgenmacht ...". Anfangs zu Fuss, später auch mit dem Rad, wurden die Dorfbewohner über wichtige Angelegenheiten, wie Austrieb der Rinder, Festlichkeiten usw. informiert. Der Kleinrichter blieb in gewissen Abständen stehen, und wiederholte seine Ansage. Der letzte Trommler hörte in den 1960-er Jahren auf, ersetzt durch neuere Medien.

M

Müliapparat: Der Müliapparat ist ein Gebäude der Milchgenossenschaft. Nach der Weidewirtschaft betrieben die Bauern noch kurze Zeit die Milchwirtschaft weiter. Die Bauern organisierten sich in Genossenschaften und brachten ihre "Müli" zum "Müliapparat". Die unrentabel gewordenen Gebäude wurden abgerissen oder umfunktioniert.

O

Ochsengespann: Ein Ochsengespann wurde zum Ziehen schwerer Lasten bzw. zum Ackern und Pflügen verwendet. In den großen Gutshöfen setzte man auch Wasserbüffel ein. Moderne Arbeitsgeräte ließen diese Arbeitstiere ganz verschwinden.

P

Pferdeeisenbahn: Die Pferdeeisenbahn zwischen vom Hanság nach Straßsommerein (Hegyeshalom) wurde 1833 errichtet. Später verband man auch einige Gutshöfe im Bezirk Neusiedl miteinander, um verschiedene Produkte wie, Getreide, Milch oder Torf zu transportieren. Ersetzt wurde der Betrieb mit Pferden später durch motorisierte Feldbahnen.

Pferdefuhrwerk: Statt mit dem Traktor fuhr man mit einem Pferdegespann zur Feldarbeit. Heute sind die Arbeitspferde aus der Landwirtschaft verschwunden.

S

Schilfhütte: Die Schilfhütten wurden oft in der Nähe der Ziehbrunnen als Unterstand für die Viehhirten errichtet. Die Hütte schützte in der baumlosen Landschaft vor Sonne, Wind und Regen. Zu besichtigen ist eine Schilfhütte mit einem Ziehbrunnen (im UNESCO Welterbe Neusiedler See) in Illmitz vor der Zicklacke.

Straßengraben: Vor dem Bau der Kanalisation waren die Straßengräben auch im Burgenland zu sehen. Heute sind sie noch in zahlreicher Menge in den ungarischen Orten zu sehen. Die Häuser, konnten nur über kleine Brücken erreicht werden, meistens hölzerne Brücken.

T

Torf: Der Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. In getrocknetem Zustand ist Torf brennbar. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar. Der Torf aus dem Hanság (Niedermoorlandschaft, Feuchtgebiet südöstlich des Neusiedler Sees) bildete eine wichtige Einnahmequelle. Es war eine beschwerliche Arbeit, erst musste das Erdreich entfernt werden, dann musste der Torf mit einem sogenannten Torfstecher herausgeholt werden. Der Torf wurde dann getrocknet und z.B. zur Verbrennung in einem E-Werk verwendet.

Trift: Als Trift bezeichnete man den Weg, auf dem die Viehherden aus dem Dorf auf die Weiden getrieben wurde. Heute wird das Vieh ganzjährig in Ställen, oder auf Weiden außerhalb der Dörfer gehalten. Die Straßenbezeichnung "Triftgasse" in den Seewinkler Ortschaften oder "Trift" im südburgenländischen Steingraben erinnert an diese Zeiten.

Tschardake: Die Tschardake (auch Schaktadn oder Guri) wurde früher verwendet, als noch Mais (Kukuruz) für die Fütterung von Schweinen und Hühnern gebraucht wurde. Sie wurde aus Holzlatten errichtet, die mit Zwischenräumen senkrecht in einen Rahmen eingefügt wurden. Tschardaken wurden mit einem Ziegeldach versehen. Die Tschardake sollte ein Schimmeln des Korns verhindern.

W

Windmühle: Frühr gab es in Andau, Gols, Halbturn, Illmitz, Neusiedl am See, Pamhagen, Sankt Andrä am Zicksee Windmühlen. Die einzige vollständig erhaltene Windühle befindet sich in Podersdorf am See und ist im Privatbesitz der Familie Lentsch. Sie steht unter Denkmalschutz. Die Windmühlen waren bis in die 1920-Jahre in Betrieb, mit der Erfindung der Dampfmaschine war ihre Zeit aber zu Ende.

Z

Ziehbrunnen: Die Ziehbrunnen dienten als Viehtränke, diese ursprüngliche Bedeutung ist verloren gegangen. Viele dieser Ziehbrunnen sind bereits beseitigt worden oder sind bereits verfallen. Zu besichtigen ist ein Ziehbrunnen (im UNESCO Welterbe Neusiedler See) mit danebenliegender Schilfhütte in Illmitz vor der Zicklacke.

Zeughaus: Der Begriff Zeughaus wird u.a. auch für die Gebäude von Feuerwehren verwendet, in denen Gerätschaften aufbewahrt wurden. Früher reichte ein kleines Gebäude im Zentrum der Ortschaften, zuerst gab es nur handbetriebene Wasserspritzen. Heute verfügt die Feuerwehr in allen Ortschaften über moderne Gerätschaften und Gebäude.

Zille: Zillen sind schmale, einfach konstruierte, zwischen fünf und 30 m lange Boote, mit denen die Schilfschneider, aber auch die Fischer zu ihren Reusen fuhren (Fangvorrichtung u.a für die Fische). Bewegt wurde die Boote durch Stangen. In engen Schilfkanälen oft die einzige Fortbewegungsmöglichkeit.



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