Sankt Andrä am Zicksee

Sankt Andrä am Zicksee (bis 1982 St. Andrä bei Frauenkirchen) ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich mit 1371 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018). Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Mosonszentandrás.

Geografie: Sankt Andrä am Zicksee ist historisch gesehen ein Breitangerdorf, etwa zwei Kilometer östlich des Zicksees im Seewinkel. Ein Ortsteil von Sankt Andrä am Zicksee ist der Erdeihof. Die Sechsmahdlacke liegt ca. 2 km westlich von Sankt Andrä.

Geschichte: Sankt Andrä wurde erstmals 1437 urkundlich erwähnt. 1437 und 1529 – im Zuge der Türkenkriege sowie 1605 beim Bocskaiaufstand – wurde der Ort zerstört, war lange Zeit öde, und wurde 1696 neu gegründet.

Wie das gesamte Burgenland gehörte St. Andrä bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szent András verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Die postalische Bezeichnung des Ortes lautete noch bis in die 1980er-Jahre St. Andrä bei Frauenkirchen. Seit 2002 ist Sankt Andrä am Zicksee Marktgemeinde (durch LGBl. Nr. 66/2002).

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bauernhaus und Rohrscheune: ObjektID: 30738 und 30739, Kirchengasse 20, ein Hakenhof mit Zwerchtrakt und Schilfrohrdeckung.
Bauernhof (Anlage), Elbhof: ObjektID: 6105, seit 2014 denkmalgeschützt, Schadgasse 8.
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 6100, Hauptstraße, die Dreifaltigkeitssäule steht im Ortszentrum und ist mit 1713 bezeichnet.
Figurenbildstock, Guter Hirte: ObjektID: 6102, Hauptstraße, Säule mit der Figur des Guten Hirten wurde 1872 gestiftet. Die Sockelfiguren zeigen die Heiligen Wendelin und Leonhard.
Griechisch-orthodoxes Kloster Maria Schutz: Das Kloster Maria Schutz in Sankt Andrä am Zicksee ist das erste und bisher (2016) einzige orthodoxe Kloster in Österreich. Die Mönchsgemeinschaft wurde 2014 gegründet, nachdem die römisch-katholische Diözese Eisenstadt der Griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria ein Grundstück zur Verfügung gestellt hatte, auf dem das Kloster errichtet werden sollte. Aufgrund verschiedener Imponderabilien verzögerte sich allerdings die Umwidmung dieser landwirtschaftlich genutzten Fläche in Bauland immer wieder, sodass die Klostergemeinschaft vorläufig in einem eigens dafür angekauften Gebäude in der Marktgemeinde Sankt Andrä am Zicksee ihre vorläufige Heimat gefunden hat.
Immaculatasäule: ObjektID: 6099, Hauptstraße, die Immaculatasäule aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde im Jahr 1854 restauriert.
Josephssäule, Tieber Säule: ObjektID: 6097, Neusiedler Bundesstraße, die Josephssäule neben der Straße nach Frauenkirchen weist eine Inschrift mit der Jahreszahl 1701 auf.
Katholische Pfarrkirche Sankt Andrä am Zicksee: ObjektID: 6094, Kirchengasse, Die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Andrä am Zicksee steht in der Marktgemeinde Sankt Andrä am Zicksee im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland. Die Pfarrkirche hl. Andreas gehört zum Dekanat Frauenkirchen in der Diözese Eisenstadt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Es bestand eine vorreformatorische Pfarre welche 1703 wiedererrichtet wurde. An der Stelle einer 1724 erbauten Kirche erfolgte 1937 ein Neubau nach den Plänen des Architekten Stieböck. Die Deckenmalerei in Secco-Ausführung sind ein Werk des akademischen Malers Hans Alexander Brunner aus dem Jahr 1958. Die zwei großen Deckenfelder haben die Themen "Berufung der Apostel" sowie "Aussendung der Apostel". Die Wandmalereien schuf der Maler Hans Fischer.
Lidy- (Anna-) Kapelle: ObjektID: 6095, die kleine Kapelle mit geschweiftem Giebel und Dachreiter steht nördlich außerhalb des Ortes an der Straße nach Frauenkirchen. Nach der Inschrift wurde sie im Jahr 1851 erbaut.
Säule mit Krönung Mariens: ObjektID: 6098, bei Hauptstraße 52, Säule mit plastischer Darstellung Krönung Mariens. Laut Dehio aus dem 18. Jahrhundert, laut Sockelinschrift von der Familie Sattler 1877 gestiftet.

Freizeit und Sport:
Zicksee: Besondere Merkmale des Zicksees sind seine geringe Wassertiefe (im Schnitt 1,2 Meter) und der am Grund befindliche Heilschlamm, dem wohltuende Wirkungen auf Haut und Gelenke (z. B. bei rheumatischen Beschwerden) zugeschrieben werden. Am Zicksee befinden sich ein Campingplatz und ein Strandbad, er wird auch zum Windsurfen genutzt.
Radfahren: 4 beschilderte Radrouten führen durch und um St. Andrä
Tennis: 2 Tennisanlagen mit Sandplätzen

Vereine:
Freiwillige Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde Sankt Andrä am Zicksee ist im Jahre 1889 als Feuerwehrverein gegründet worden. Mit Inkrafttreten des burgenländischen Landesfeuerwehrgesetzes von 1935 erfolgte die Umwandlung in eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Mit dem neugebauten Feuerwehrhaus hat die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 2002 erstmals in ihrer Geschichte eine baulich selbstständige Einheit als Unterkunft erhalten.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde:
Käthe Lentsch (* 1923-2018), österreichische Soubrette und Schauspielerin
Ottilie Rochus (1928–2016), Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat a. D.

Personen mit Bezug zur Gemeinde:
Katharina Pfeffer (* 1951), österreichische Politikerin (SPÖ), Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat (Österreich) a. D., wohnt in St. Andrä am Zicksee
Elisabeth Epp (1910–2000), deutsch-österreichische Schauspielerin, wohnte mehrere Jahre in St. Andrä am Zicksee Gretl Elb (1917–2006), österreichische Schauspielerin, wohnte mehrere Jahre in St. Andrä am Zicksee

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