Pama

Pama ist eine Gemeinde mit 1232 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland. Der kroatische Ortsname lautet Bijelo Selo (dt. Weißes Dorf) und erscheint auf den Ortstafeln der Gemeinde gemeinsam mit dem deutschen Namen. Auf ungarisch heißt die Gemeinde Lajtakörtvélyes.

Geografie: Pama grenzt an Kittsee im Norden, Gattendorf und Zurndorf im Süden, an Deutsch Jahrndorf im Südosten sowie an Niederösterreich im Westen und die Slowakei im Osten. Nördlich von Pama befindet sich die Wüstung Lebarn (Lebern) mit dem Heidenturm.

Das nicht besiedelte Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt, Wälder sind kaum vorhanden. Ein Teil des Gemeindegebiets wurde zum Trappenschutzgebiet erklärt.

Geschichte: Nach den Türkenkriegen wurde die stark dezimierte Bevölkerung (Pama war halbwüst geworden) durch den Zuzug kroatischsprachiger Bevölkerung ergänzt. Die Bevölkerungsgruppe der Burgenland-Kroaten ist zwar in den letzten Jahrzehnten merklich geschrumpft, beteiligt sich jedoch immer noch sehr aktiv am Gemeindeleben. Ein Großteil der Gottesdienste wird hauptsächlich in kroatischer Sprache abgehalten. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn).

Seit 1898 musste auf Grund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Mosonkörtvélyes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Blasonierung: Schild geviert, Feld 1: In Rot eine goldene aufrechte Pflugschar, Feld 2: In Gold ein roter sechsstrahliger Stern, Feld 3: In Gold eine nach links gerichtete rote Sichel, Feld 4: In Rot eine goldene Weintraube.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock Heiliger Florian: Der barocke Bildstock Heiliger Florian befindet sich an der Oberen Hauptstraße 55 (neben der Bushaltestelle).
Bildstock, Maria Immaculata: ObjektID: 6196, Deutsch Jahrndorfer Straße, der Bildstock steht an der Straße nach Prellenkirchen. Es ist eine bewegte Barockfigur aus dem 18. Jahrhundert auf einem Steinsockel.
Bildstock, Weißes Kreuz: ObjektID: 6197, befindet sich am Fußweg aus dem Ort Richtung Norden. Es ist ein barocker Pfeiler mit Nische.
Friedhofskreuz: Das Friedhofskreuz befindet sich am Friedhof in Pama. Die Inschrift lautet: "IM KREUZ IST HEIL / IM KREUZ IST LEBEN / IM KREUZ IST HOFFNUNG / FAM. ST. u. M. SZEGNER".
Friedhofsportal: ObjektID: 6195, Barockes Friedhofsportal mit Aufsatz und Zinnen aus dem 18. Jahrhundert.
Gedenkstein: Der Gedenkstein befindet sich an der Oberen Hauptstraße.
Gedenkstein für Andreas Werdenich: Der Gedenkstein für Kanonikus Univ. Prof. DDr. Andreas Werdenich (1871-1933) wurde anläßlich seines 130. Geburtstages im Park am Hauptplatz in Pama im Jahr 2001 aufgestellt.
Hubertuskapelle: Die Hubertuskapelle am Fußweg nach Norden wurde im Jahr 1850 errichtet und wird von der Jägerschaft betreut.
Kapelle: Die im Jahr 1911 eingeweihte Kapelle befindet sich an der Kreuzung Untere Hauptstraße und Schaffelhof (gegenüber Gasthof Bartolich).
Kreuz Jive Krupicz: Die Dreifaltigkeitsstatue aus dem Jahr 1957 erinnert an Jive Krupicz und befindet sich an der Unteren Hauptstraße in Pama. Die Inschrift lautet: "SPOMINAK NA NASEGA DRAGOLJUBLJENOGA SINA I BRATA - JIVE KRUPICZ - RODJ. 16.11.1935 U BELEMSELU A NA 24.3.1957 PRETERPIL NESRICNU SMERT! ZUR ERINNERUNG AN UNSEREN UNVERGESSLICHEN SOHN UND BRUDER WELCHER AM 24.3.1957 TÖDLICH VERUNGLÜCKTE."
Kreuz Schulgasse: Das Kreuz befindet sich in der Schulgasse in Pama.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich am Hauptplatz und ist ein freistehendes dreiteiliges Denkmal auf einem Sockel, gekrönt mit der Figur eines liegenden Soldaten und eines neben ihm stehenden Engels.
Pfarrkirche Pama: ObjektID: 6194, die römisch-katholische Kath. Pfarrkirche Zu Allen Heiligen steht in der Ortsmitte der Gemeinde Pama im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland. Sie ist dem Fest der Allerheiligen geweiht und gehört zum Dekanat Neusiedl am See. Die Kirche bestand bereits im Mittelalter. Im Kern ist sie ein romanischer Bau mit Wehrturm. Der Steinhelm wurde in den 1860er Jahren erneuert. Bei einer Restaurierung im Jahr 1979 wurde die Turmbemalung aus dem 16. Jahrhundert freigelegt. Um die Kirche herum befindet sich der Alte Friedhof. Das im 18. Jahrhundert entstandene barocke Friedhofsportal mit Zinnen und Aufsatz wurde 1979 renoviert.
Sowjetischen Kriegsgräber: Die Sowjetischen Kriegsgräber befinden sich am Ortsfriedhof in Pama. Die Opfer wurden im April 1945 beigesetzt.
Werdenich-Kreuz: Das Werdenich-Kreuz befindet sich an der Kreuzung Wiesenäcker und Oberen Hauptstraße, die Inschrift lautet: "JIVE I ANNA WERDENICH".

Wirtschaft: In der Gemeinde selbst sind wenige Arbeitsplätze vorhanden (z. B. in einem Betrieb für landwirtschaftliche Produkte, einem Transport- und Schotterei-Betrieb, einer Tischlerei, einem Installateurbetrieb und einem Zimmereibetrieb), sodass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung zum Pendeln gezwungen ist, entweder in angrenzende Gemeinden oder nach Wien. Viele Bewohner sind aber, zumindest im Nebenerwerb, auch als Landwirte tätig, wobei hier der überproportional große Anteil an Biobauern erwähnenswert ist.

Im Jahr 2004 wurden in Pama, wie auch in vielen Nachbargemeinden (zum Teil schon zuvor), Windkraftanlagen errichtet.

Auf Grund der exponierten Lage an der Schengen-Ostgrenze befand sich in Pama ein Bundesheer-Zugsgefechtstand für den Assistenzeinsatz Grenzraumüberwachung zur Überwachung der Grenzen.

Infrastruktur: Die Infrastruktur entspricht der üblichen einer Gemeinde dieser Größe. So existieren etwa ein Kindergarten und eine Volksschule (beide zweisprachig), eine Musikschule, ein Lebensmittelladen, zwei Gasthöfe, eine Anzahl von Heurigenlokalen und eine Bank. Die Postfiliale musste im Zuge von Einsparungsmaßnahmen geschlossen werden, ein Postpartner übernahm deren Aufgaben.

Verkehr:
Bahn: In der Gemeinde besteht ein Bahnhof, von dem aus im Stunden-Takt Züge nach Wien und Bratislava verkehren. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke ParndorfKittsee–Petržalka.
Fahrrad: In der Gemeinde gibt es ein ausgedehntes Radwegnetz.

Freizeit und Sport:
Reiten: Die Weite der Landschaft lädt zum Reiten ein.
Radwegnetz: Im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke wurde auch ein ausgedehntes Radwegnetz errichtet.
Fußballplatz: Die Gemeinde verfügt über zwei Fußballplätze.
Tennisanlage
Beachvolleyballplatz
Eislaufplatz: Ein ehemaliger Löschwasserteich wird in den Wintermonaten von den Kindern des Ortes als Eislaufplatz benutzt.
Turnhalle: Es steht allen Sportbegeisterten seit Dezember 2006 eine Turnhalle zur Verfügung.

Vereine: Im Ort existieren mehrere Vereine, darunter die Freiwillige Feuerwehr, die Landjugend, eine Tamburica-Gruppe, die Stucknfreunde (Schnellsportart) sowie der VfB (Verein für Bewegung). Als Kuriosum ist zu erwähnen, dass gerade dieser kleine Ort – als einer der ganz wenigen im Burgenland – über zwei Fußballvereine verfügt: SK Pama und UFC Pama.

Söhne und Töchter der Gemeinde:
Rudolf Buczolich (1934–2015), Schauspieler und Intendant, auch Ehrenbürger der Gemeinde



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