Leithaprodersdorf

Leithaprodersdorf (burgenlandkroatisch Madarski Proderštof, ungarisch Lajtapordány) ist eine Gemeinde mit 1193 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Die Gemeinde liegt an der niederösterreichischen Landesgrenze, wo der Schwesterort Deutsch Brodersdorf anschließt.

Geografie: Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland an der Grenze zu Niederösterreich nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt.

Gemeindegliederung: Leithaprodersdorf ist einzige Katastralgemeinde sowie einzige Ortschaft (Dorf) in der Gemeinde.

Nachbargemeinden: Au am Leithaberge (Gem., Bez. Bruck a.d.L., NÖ) Deutsch Brodersdorf (Gem. Seibersdorf, NÖ) Hornstein (Gem.) Loretto (Gem.) Pottendorf (Gem., Bez. Baden, NÖ) Seibersdorf (Gem., Bez. Baden, NÖ) Stotzing (Gem.) Wampersdorf (Gem. Pottendorf, NÖ) und Wimpassing an der Leitha (Gem.)

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Leithaprodersdorf dann in der Provinz Pannonia. Ältere Funde belegen von Aktivitäten schon seinerzeit. In römischer Zeit war das Gemeindegebiet von Leithaprodersdorf dicht besiedelt. Zwei große Gutshöfe und ein Wachturm (Burgus) sowie die zugehörigen Gräberfelder mit Grabsteinen sind durch Ausgrabungen seit dem vorigen Jahrhundert benannt. Die Namen Maguricius, Ussuro, Ucco, Cenomarus, Gnatila sowie Octo, Aurelia Valla und Aurelia Florentina belegen die keltisch-römische Mischbevölkerung des 1. bis 3. Jahrhunderts. Aus der Frühgeschichte stammt ein Bestattungsplatz der Awaren aus dem 8. Jahrhundert beim Annenkreuz.

Das bedeutendste, noch heute sichtbare Bodendenkmal am Ortsrand von Leithaprodersdorf ist das G'schlößl, eine mittelalterliche, aus drei konzentrisch umlaufenden Gräben und Wällen bestehende Wasserburg. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf den Ruinen des römischen Wachturmes zur Sicherung des Leithaüberganges errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1232.

Bereits in den 1860er Jahren scheint in der Presse das Bade-Etablissement in Leitha-Prodersdorf auf. Noch Jahrzehnte nach 1900 war Bad Prodersdorf (bisweilen: Bad Brodersdorf) als Ortsbezeichnung bekannt. Sie nahm Bezug auf die als Heil- und Thermalbad ausgebauten, bis 26 Grad Celsius warmen Quellen an der heutigen Adresse Badgasse 49. Das Bad, für dessen mittelbares bahntechnisches Erreichen die Stationen Ebreichsdorf, Weigelsdorf und Unterwaltersdorf genannt wurden, war als Tagesausflugsziel populär, unter anderem bei Wiener Radfahrvereinen.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn (Deutsch-Westungarn), wurde Ungarisch Prodersdorf genannt, und war wichtiger Grenzübergang zu Deutsch Brodersdorf im Erzherzogtum Österreich bzw. Kronland Österreich unter der Enns. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lajtapordány verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

1982 feierte die Gemeinde 750 Jahre ihres Bestehens, verbunden mit der Erhebung zum Markt.

Mit 1. Jänner 1990 wurden die bis dahin zur Marktgemeinde Leithaprodersdorf gehörenden Katastralgemeinden bzw. Ortschaften Loretto sowie Stotzing abgetrennt, und Leithaprodersdorf wurde als neue Gemeinde geschaffen.

Heute sind Leithaprodersdorf und Deutsch Brodersdorf vollständig zu einer Siedlungseinheit verwachsen, haben sich aber durch die Lage in zwei Bundesländern ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Forschungen haben ergeben, das Leithaprodersdorf als der älteste benannte Ort des Burgenlandes bezeichnet werden kann. Der Name stammt von Lithaha mit der Präposition super Sconibrunno, auf deutsch oberhalb des schönen Brunnens aus dem Jahr 833.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bildstock: ObjektID: 25794, Lorettostraße, ein Steinpfeiler mit Dreipaßkreuz und verwitterten Reliefs aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an der Straße nach Loretto.
Bildstock, Kreuzpfeiler: ObjektID: 25793, ein Tabernakelpfeiler mit Nischenrelief.
Bildstock, Raaberkreuz: ObjektID: 25790, Auweg. ein Tabernakelpfeiler am Auweg mit der Inschrift Ruefft Gott in allen nötten an 1595; im Kontext der Raaberkreuze zu sehen, der auf Wunsch Kaiser Rudolfs II. an die Befreiung von Raab (Gyor) aus der Hand der Osmanen im Jahre 1598 errichtete Denkmäler.
Ehem. Pfarrkirche zum Heiligen Stephan Martyr: Die ehemalige mittelalterliche Pfarrkirche zum Heiligen Stephan Martyr wurde südwestlich des Ortes am "Berg" errichtet, und wird heute Pfefferbüchsel genannt; 1252 diente sie beim Einfall der Ungarn als Zufluchtsort. 1683 wurde sie jedoch zerstört, 1907 restauriert und zu einer Kapelle umgebaut (Dreifaltigkeitskapelle). Im Jahr 1972 fand eine Außenrenovierung statt. In der Turmkapelle wurden 1975 gotische Freskenreste festgestellt.
Friedhofsmauer mit Grabsteinen: ObjektID: 75046, an der Innenseite der nördlichen, östlichen und südlichen Friedhofsmauer sind Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert eingelassen.
Gnadenstuhl: ObjektID: 25796, vor Hauptstraße 29.
Hausberg Gschlössl: ObjektID: 25798, Angerer, eine ehemalige mittelalterliche Wehranlage, bei der das Wall-Graben-System noch heute sichtbar ist.
Kapelle Hl. Dreifaltigkeit: ObjektID: 67013, seit 2017 denkmalgeschützt.
Kath. Pfarrkirche, hl. Maria Magdalena: ObjektID: 25783, ein Neubau aus dem Jahr 1680 anstelle einer ehemaligen Kapelle. Im Zuge der Türkenkriege 1683 gebrandschatzt und 1696 erneuert.
Kirchenruine, "Pfefferbüchsel": ObjektID: 25787, eine ehemalige dreischiffige, mittelalterliche Pfarrkirche mit romanischer Halbkreisapsis, die im Zuge der Türkenkriege 1683 zerstört wurde. 1907 wurden die Reste restauriert und eine Kapelle darin eingerichtet.
Pfarrhof: ObjektID: 25789, Hauptplatz 19, ein Bauwerk mit einem Portal mit Volutenrahmen, einer Gedenktafel mit der Bauinschrift 1718 und einer Loretto-Madonna-Steinstatue aus dem 17. Jahrhundert.
Wehranlage: Östlich des Ortes befinden sich die Reste einer mittelalterlichen Wehranlage mit ihrem noch heute sichtbaren Wall-Graben-System. Das G'schlößl ist eine aus drei konzentrisch umlaufenden Gräben und Wällen bestehende Wasserburg.
Wohnhaus, ehem. Schule: ObjektID: 25788, Hauptplatz 6.

Persönlichkeiten:
Gabriele Arenberger (* 1960), Politikerin

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