Maria Bild

Maria Bild gehört gemeinsam mit den Ortsteilen Krobotek, Rosendorf, Weichselbaum zur Gemeinde Weichselbaum im Burgenland im Bezirk Jennersdorf. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Mariakép.

Geografie: Die Streusiedlung Maria Bild liegt auf einer Höhe von 347 m ü. A. und ist der mittlere Teil der Großgemeinde Weichselbaum. Im Süden geht der Ort in das Raabtal über. Im Nordosten grenzt Maria Bild an Rosendorf, im Nordwesten und Norden an Krobotek, im Nordosten an Poppendorf im Burgenland, im Westen an Rax-Bergen, im Süden an Weichselbaum und im Osten an Mogersdorf-Bergen. Der Ort ist Teil des Naturparks Raab-Orség-Goricko. In Maria Bild entspringt der Schusterbach, die Ortschaft wird vom Saubach durchflossen.

Legende von Maria Bild: Ein ungarischer Maler fertigte im Jahr 1676 für die Basilika von Máriapócs ("Maria Pötsch") nach dem Vorbild von Maria Schnee ein Marienbild an, auf dem eines Tages Tränen zu sehen waren. Aufgrund dieser unerklärlichen Begebenheit ließ Kaiser Leopold I. das Bild nach Wien bringen, wo es im Stephansdom eine neue Heimstätte erhielt (Madonna von Pötsch). Nachdem zu dieser Zeit die Zisterzienser des Stiftes Heiligenkreuz mit der Seelsorge des Raabtals betraut wurden, gründeten diese das Kloster St. Gotthard. Pfarrer Gerhard Hauer war mit der Betreuung der Christen um Weichselbaum beauftragt und brachte 1749 eine in Wien erstandene Kopie des Bildes nach Weichselbaum. Dort hing er es an einem Baum auf, um immer wieder seine Gebete zu verrichten. Ebenso knieten vorbeikommende Bauern und Waldarbeiter vor dem Bild nieder. Um es vor Regen und Schnee zu schützen, errichteten fromme Leute eine Kapelle, womit das Bild eine bleibende Gedächtnisstätte erhielt. Das Gnadenbild wurde für die Bevölkerung bald zu einer beliebten Pilgerstätte; manche siedelten sich sogar hier an. Später erteilte Joseph II. dem Abt des Stiftes Heiligenkreuz den Auftrag, weitere Kirchen zu errichten. Das Kloster St. Gotthard gründete daraufhin 1787 unter anderen die deutschsprachige Pfarre und Kirche "Maria Bild am Weichselbaum", womit der auch Name für den Ort gegeben war.

Ortsgeschichte: Aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest musste seit 1898 der ungarische Ortsname Mariakép verwendet werden. Der Erste Weltkrieg forderte auch in Maria Bild seine Opfer. Acht Männer fielen den Kriegswirren zum Opfer. Bis 1921 gehörte Maria Bild wie das gesamte Burgenland zu Deutsch-Westungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Maria Bild mit Weichselbaum aufgrund der Verträge von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Als Folge des "Anschlusses" an das Deutsche Reich erfolgte 1938 die Auflösung des Burgenlandes. Maria Bild gehörte bis 1945 zum Kreis Feldbach, Gau Steiermark. Der Zweite Weltkrieg forderte in Weichselbaum/Maria Bild mehr als einhundert Menschenleben. Diese allerdings nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch als Roma oder Gegner des Nationalsozialismus. Nachdem 1944 die Rote Armee in Richtung Jennersdorf und Fehring vorgestoßen war, wurde die Bevölkerung nach St. Marein am Pickelbach evakuiert. Am 30. März 1945 (Karsamstag) erlitt Maria Bild schwere Kriegsschäden. Artilleriegeschosse fügten der Wallfahrtskirche enorme Schäden zu, das Schulgebäude wurde schwer beschädigt und mehrere Häuser, darunter auch das Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes, fielen den Flammen zum Opfer. Die Bevölkerung litt unter Plünderungen und Vergewaltigungen russischer Besatzungstruppen. Erst als eine russische Kommandantur eingerichtet und ein Teil der Truppen abgezogen wurde, normalisierte sich das Leben der Bevölkerung. Mit dem Kriegsende wurden die Aufbauarbeiten in Angriff genommen und Weichselbaum/Maria Bild wurde wieder eine eigenständige Gemeinde. Die Gemeindeverwaltung wurde vom Kreisgemeindeamt Mogersdorf aus vorgenommen. Zwischen 1947 und 1950 erfolgte die Elektrifizierung, danach wurden Wasserleitungen errichtet. Nachdem infolge des Zuge des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes mit 1. Jänner 1971 die vordem selbständigen Gemeinden Krobotek und Rosendorf eingemeindet wurden, erfolgte die Bildung der Großgemeinde Weichselbaum. Nachdem die Schäden des Zweiten Weltkriegs nur notdürftig behoben wurden, erfolgte 1974 eine Generalsanierung der Wallfahrtskirche. Im Jahr 1983 wurde im Ortsteil Maria Bild mit dem Bau eines eigenen Amtsgebäudes, in dem auch der Kindergarten untergebracht ist, begonnen. Dieses wurde 1987 fertig gestellt und anlässlich der 800-Jahr-Feier seiner Bestimmung übergeben. Da nunmehr ein eigenes Gemeindeamt zur Verfügung stand, wurde der Gemeindeverband mit Mogersdorf mit 1. Jänner 1988 aufgelöst. Mit 1. Jänner 1990 erfolgte auch die Trennung des Standesamt- und Staatsbürgerschaftsverbandes mit Mogersdorf, womit die Großgemeinde Weichselbaum seitdem vollkommen autonom ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kriegerdenkmal: Quadratische Säule auf einem Sockel mit dem Relief eines liegenden Löwen, gekrönt mit Stahlhelm neben der Kirche. Die Inschrift lautet: Pro Patria. Die im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Helden aus Weichselbaum. Gewidmet mit Hilfe der Americanern aus der Gemeinde Weichselbaum. Unsere Gefallenen u. Vermissten. Maria Bild 1939-1945.
Pfarrhof: Der Pfarrhof befindet sich auf Maria Bild 1 und ist seit 15. Oktober 2008 unter der ObjektID: 115312 denkmalgeschützt.
Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung: Die römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Bild in der Ortschaft Maria Bild der Gemeinde Weichselbaum (ungarisch: Badafalva) im Bezirk Jennersdorf im Burgenland ist dem Fest Mariä Heimsuchung geweiht und gehört zum Dekanat Jennersdorf. Die Geschichte der Wallfahrtskirche von Maria Bild begann 1676 im ungarischen Máriapócs. Damals malte ein ortsansässiger Maler ein Marienbild für die dortige Kirche. Auf dem Bild waren eines Tages Tränen zu sehen, die sich niemand erklären konnte. Nach dieser rätselhaften Erscheinung gelangte das Bild ziemlich rasch in den Stephansdom nach Wien. In diesem Zeitraum wurden die Zisterzienser von Stift Heiligenkreuz beauftragt, die Seelsorge im Raabtal zu übernehmen. Um dies zu bewerkstelligen gründeten sie das Kloster St. Gotthard im heutigen Ungarn. Pater Gerhard Hauer brachte 1749 eine Kopie des Bildes nach Weichselbaum und hängte es an einem Baum auf. Immer wieder verrichtete er hier sein Gebet. Nicht nur er, sondern auch Waldarbeiter und Bauern hielten vor dem Bild inne. Einer Legende nach trug es ein Holzarbeiter immer wieder ins Tal, von wo es immer wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehrte. Zum Schutz vor Wind und Wetter wurde eine kleine Kapelle errichtet. Das Bild erfreute sich ziemlich schnell großen Zustroms. Viele Pilger kamen zum Gnadenbild, einige siedelten sich hier auch an. Kaiser Joseph II. erteilte dem Stift Heiligenkreuz den Auftrag, zusätzliche Kirchen im Raabtal zu errichten. Daraufhin gründete das Kloster in St. Gotthard (heute: Szentgotthárd) im Jahr 1787 neben den beiden schon länger bestehenden Pfarren Mogersdorf und Jennersdorf die deutschsprachige Pfarre Maria Bild am Weichselbaum. Die heutige Pfarrkirche wurde im Jahre 1793 geweiht. Der Turm wurde 1900 renoviert, 1940 das Kircheninnere. Die Kirche wurde 1945 schwer beschädigt, jedoch nach dem Krieg wiederhergestellt. 1974 wurde die Kirche generalsaniert. Architektur und Ausstattung: Das Bauwerk ist eine einschiffige Saalkirche mit halbrunder Apsis. Sie hat einen südlichen Fassadenturm mit Spitzhelm. Das Kirchenschiff ist dreijochig mit Platzlgewölben zwischen Gurten, die auf Doppelpilastern ruhen. Die platzlunterwölbte Empore ist dreiachsig und steht auf Pfeilern. Der Hochaltar wurde 1958 aus verschiedenen Teilen aus dem 18. und 19. Jahrhundert zusammengestellt. Die Mensa zieren spätbarocke Wappen. Die Kanzel wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Über der Tür zur Sakristei hängt ein modernes Bild das "Mariä Heimsuchung" zeigt. Es wird gerahmt von einem Akanthus-Rahmen aus dem 18. Jahrhundert.

Engelweg: gelbe Markierung, ca. 2,2 km, Gehzeit 40 - 50 min; mit der Gewissheit, dass Engel Ihre Begleiter sind, starten Sie die Wanderung und genießen die Landschaft und Wunder der Natur.
Rosenweg: rote Markierung, Gehzeit 90 - 110 min; immer in Begleitung der Rose (in natura oder in künstlerischer Form) führt die Wanderung durch ein liebliches Tal.
Wasserweg: blaue Markierung, Gehzeit 100 - 120 min; ein idyllischer Weg entlang des Baches führt Sie mitten in die schöne Kulturlandschaft.

Weblinks: Gasthaus Janitschek

Radwege: Die mittelschwere Strecke des Thermenradweges B 71 mit einer Länge von 38,5 km ist sehr waldreich und führt auf den Schlösselberg in Mogersdorf. Neben den wunderbaren Rundblick nach Ungarn und Slowenien ist auch die Ausstellung über die berühmte Tückenschlacht in Mogersdorf sehenswert. Auf dieser Tour sind einige Steigungen bis zu 14% zu bewältigen. Ausgangspunkt ist Jennersdorf. Eine genaue Beschreibung mit allen Details findet man auf www.fahr-radwege.com.

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