Donnerskirchen

Donnerskirchen ist eine Marktgemeinde mit 1800 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Fertofehéregyháza.

Geografie: Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Ihre Nachbargemeinden sind Purbach am Neusiedler See im Norden, Schützen am Gebirge und Oggau im Süden sowie Hof am Leithaberge im Nordwesten. Teile des Gemeindegebietes befinden sich im Naturpark Neusiedlersee – Leithagebirge.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Am Fuß des Leithagebirges wurden im Rahmen einer Notgrabung des Landesmuseums Burgenland in der Flur Wolfsbachried zwei Körperbestattungen aus der Latènezeit freigelegt und geborgen. Die beiden rechteckigen Schächte waren in den Kalksandstein gehauen und mit Holzverschalungen versehen worden. Im einen Grab war ein Mann im Alter zwischen 50 und 70 Jahren beigesetzt, im anderen eine Frau von 60 bis 80 Jahren. Die Gräber waren in Süd-Nord-Richtung ausgerichtet und waren bei ihrer Entdeckung bereits beraubt. Im Männergrab waren eine eiserne Lanzenspitze, ein Lanzenschuh, ein Rasiermesser und zwei Wetzsteine, eine unvollständige Eisenfibel, eine Tonschale, eine Tonflasche und einige Fragmente, die zu einer eisernen Schwertscheide gehörten, als Grabbeigaben vorgefunden worden. Im Frauengrab fanden die Ausgräber vier Bronzefibeln, einen Fingerring, eine Schale und zwei Tonflaschen.

Später unter den Römern lag das heutige Donnerskirchen dann in der Provinz Pannonia. Im Osten des Gemeindegebiets am Rande des Neusiedlersee-Schilfgürtels verläuft die Bernsteinstraße, eine der wichtigsten Handelsrouten des Römischen Reichs.

1659 wurde Donnerskirchen durch Kaiser Leopold I. das Marktrecht verliehen. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Sopronfehéregyháza verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Donnerskirchen zum Bauabschnitt Mitte (Eisenstadt) des zu errichtenden Südostwalls. Im Lager Donnerskirchen (Sonderlager für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter) kam es Ende 1944 zu Akten extremer Grausamkeit, in deren späterer Verfolgung die Verurteilung des Baustreifenleiters Nikolaus Schorn besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfuhr. Nach Schätzungen von Ortsbewohnern sollen im Lager Donnerskirchen 300 bis 400 Menschen zu Tode gekommen sein.

Wappen: In Blau auf Grund eine silber glänzende, rotbedachte Kirche, mit drei geöffneten Rundbogenfenstern und einem großartigen Turm, dessen Dach einmal abgesetzt und mit einem Kreuz besteckt ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bauernhof (Anlage): ObjektID: 25724, Hauptstraße 17, ein Bauwerk mit Konsolenerker und datiert mit 1669 (1975 restauriert).
Bauernhof (Anlage): ObjektID: 25727, Hauptstraße 124.
Doppelstreckhof: ObjektID: 25723, Hauptstraße 7.
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 66724, ein quadratischer Steinpfeiler mit Gnadenstuhl; datiert mit 1786.
Figurenbildstock hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 25732, bei Johannesstraße 49eine Nepomuk-Statue aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in einer Hausnische.
Florianikapelle: ObjektID: 25730, Hauptstraße, ein Achteckbau aus dem Jahr 1810, im Jahr 1890 wurde die Giebelfassade mit Dachreiter angebaut.
Flur-/Wegkapelle: ObjektID: 25734, ein einfacher Giebelbau aus dem Jahr 1896.
Friedhof mit Friedhofskapelle: ObjektID: 25728, die neogotische Grabkapelle stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Gnadenstuhl: ObjektID: 104507, Badstraße, auch als Dreifaltigkeitssäule bezeichnet; datiert mit 1701.
Gnadenstuhl: ObjektID: 25733, Hauptstraße, der Gnadenstuhl-Bildstock, auch als Dreifaltigkeitssäule bezeichnet, wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Auf einem breiten Sockel sind die Heiligen Sebastian und Franz Xaver dargestellt. Die runde Säule hat ein Volutenkapitell und Cherubsköpfchen und darauf der Gnadenstuhl.
Gräberfeld Zeiseläcker: ObjektID: 72360, Zeiseläcker, ein großflächiges Wiesengrundstück.
Höhensiedlung Kirchenberg: ObjektID: 130212, Ehrenfeld, ein großflächiges Wiesengrundstück.
Hügelgräberfeld Schönleitenberg: ObjektID: 30002, Lehmgrubenried, ein großflächiges Wiesengrundstück.
Kath. Filialkirche, hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 25719, Kirchengasse 2, eine in der Ortsmitte in den Jahren 1781 bis 1783 errichteter Rechteckbau mit einer eingezogenen Rundapsis und einem kleinen Dachreiter. Der Hochaltar stammt aus dem Augustinerkloster Bruck an der Leitha und wurde adaptiert.
Kirschbäume: Im Frühjahr beeindruckt die Gegend durch die zahlreichen blühenden Kirschbäume.
Leisserhof/ehemaliges Esterházysches Schloss: ObjektID: 25725, Hauptstraße 57, der historische Leisserhof geht auf Freiherr Christoph Leisser von Idolsberg und Kronseck zurück. 1653 erwarben die Esterházys den Leisserhof und nutzten ihn als ihr zentrales Weinlager.
Mariensäule: ObjektID: 101424, Kirschblütenweg, eine Muttergottes-mit-Kind-Statue auf einer quadratischen Säule aus dem Jahr 1710.
Pestkapelle: ObjektID: 25729, Badstraße: von den Bewohner um die Jahre 1693 bis 1700 als Dank dass sie die fürchterliche Epidemie überlebt hatten, errichtet.
Pfarrhof: ObjektID: 25720, Kirchengasse 1.
Pfarrkirche Donnerskirchen: ObjektID: 25718, Kirchberg 2, Die römisch-katholische Pfarrkirche Donnerskirchen steht in beherrschender Höhenlage auf einer wehrhaften Terrasse hoch über dem Ort in der Marktgemeinde Donnerskirchen im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland. Die dem heiligen Martin von Tours geweihte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Rust in der Diözese Eisenstadt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Der vorgesetzte viergeschossige Westturm mit Uhr und Schallöffnungen trägt einen Zwiebelhelm. An das fünfjochige Langhaus schließt sich der Chor mit einem Dreiachtelschluss an. Die Gesamtlänge der Kirche beträgt etwa 35 Meter. Die gelbe Fassadenfarbe ist durch weiße Faschen gegliedert. Ein Treppentürmchen mit gotischen Schlitzfenstern und die zweigeschossige Sakristei sind nördlich angebaut. Das Westportal mit einem Sprenggiebel zeigt plastischen Schmuck mit Fruchtgehänge und einem Cherubskopf. In einer Rundbogennische darüber steht die Steinfigur des hl. Martin mit der Stiftungsinschrift 1739 im Sockel. Das einschiffige Langhaus hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Der gemauerte Musikchor ruht auf zwei toskanischen Säulen.
Pranger: ObjektID: 25731, bei Hauptstraße 49, der Pranger ist mit 1666 bezeichnet und wurde 1960 restauriert.
Sonnenwaldbad: Das Sonnenwaldbad im Westteil des Orts bietet seit 2002 zwei Niro-Becken. Ein Babybecken und eines mit fünf 25-m-Bahnen und 4 m hoher 38,5 m langer GFK-Rutsche. Camping, Skateboard-Park, Tennisplätze und ein Mobilheimpark grenzen an. Zuvor - ab 1970 - gab es hier 3 Betonbecken, mit Sprungbrett und dort 3,6 m Wassertiefe.
Stadtmauer: ObjektID: 25721, hinter Hauptstraße 44.
Stadtmauer: ObjektID: 25722, hinter Hauptstraße 50.
Weine: Die Gemeinde am Osthang des Leithagebirges ist vor allem auf Grund ihrer international ausgezeichneten Winzer und deren Spitzenweine bekannt.


Vereine: Zahlreiche aktive Vereine tragen weiters zum kulturellen Leben und zur Bekanntheit der Marktgemeinde bei:
Musikverein 1. Burgenländische Trachtenkapelle Donnerskirchen,
St. Martinus Chor,
Gordon Highlanders of Austria,
D' Original Sautanz-Musi,
Fremdenverkehrs-und Verschönerungsverein, ...

Verkehr:
Donnerskirchen liegt an der Burgenland Straße (B 50) und ist Ausgangspunkt der Mannersdorfer Straße (B 15).
Mit der Pannoniabahn verfügt die Gemeinde auch über einen Anschluss zur Ostbahn mit Direktverbindungen nach Wien.

Persönlichkeiten:
Herbert Janata (* 1940), als Mitglied der Worried Men Skiffle Group Träger des Silbernen Verdienstzeichens des Landes Wien
Sebastian Janata (* 1988), Modedesigner, Musiker und Mitglied der Gruppe "Ja, Panik"
Hans Krenn (* 1934), Maler und Schriftsteller
Rudolf Kroboth (1887–1964), Politiker und Landwirt
Andreas Liegenfeld (* 1964), Politiker und Weinbauer
Franz Strobl (1897–1980), Politiker und Regierungsforstdirektor
Isabella Mayer (* 1992) österreichische Weinkönigin

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