Neudorf bei Parndorf

Neudorf (kroatisch Novo Selo, ungarisch Mosonújfalu, Újfalu, slowakisch Nová Ves) ist eine mehrheitlich kroatischsprachige Gemeinde mit 730 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Mosonújfalu.

Geografie: Die Gemeinde Neudorf liegt 176 Meter über dem Meeresspiegel im Norden des Burgenlands nahe Parndorf.

Nachbargemeinden: Die Nachbargemeinden sind Gattendorf (Burgenland), Potzneusiedl und Parndorf.

Geschichte: Es existieren römerzeitliche Funde am Westrand des Ortes wie Steinplatten- und Steinkistengräber. In einer Urkunde vom 26. November 1074 wird der Ort als Nowendorf erwähnt. 1525 wird Neudorf als „ödes Dorf“ bezeichnet; und in den 1570er Jahren von den Grundherren, den Grafen Harrach, mit kroatischen Siedlern neu bestiftet. 1897 erfolgte der Anschluss an die Bahnlinie Parndorf - Preßburg.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Mosonújfalu verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Die Gemeinde Neudorf wurde 1971 gemeinsam mit der zuvor ebenfalls selbständigen Gemeinde Potzneusiedl und der Gemeinde Gattendorf zur Großgemeinde Gattendorf-Neudorf zusammengelegt. Nachdem Neudorf durch die Zusammenlegung große Nachteile erwuchsen, wurde die vorherige Selbständigkeit angestrebt. Die Trennung der Gemeinden gelang und mit 1. Jänner 1990 erlangte Neudorf wieder seine Eigenständigkeit. Der erste Bürgermeister nach der Trennung war Stefan Mikula, der bis zu seiner Pensionierung 2017 die Gemeinde führte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bauernhaus: ObjektID: 6049 bis zum Jahr 2014 denkmalgeschützt, Florianigasse 5, das Gebäude ist ein rohgedeckter Zwerchhof mit barockisierendem Volutengiebel. Im Giebelfeld steht die Jahreszahl MDCLLLV (1755). Die Fassade ist glatt verputzt und durch schlichte Faschen gegliedert.
Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 6048, neben Obere Hauptstraße 2, die Dreifaltigkeitssäule von 1913 ist ein geschlämmter, achteckiger Steinpfeiler auf einem hohen quadratischen Sockel. Darüber ist ein kapitellartiger Abschluss mit historisierendem Dreipassbogen. Darüber ist eine Trinitätsgruppe.
Ehemalige Spiritusfabrik: ObjektID: 6051 seit 2015, Fabriksstraße 1, die Anlage über einem unregelmäßigen Grundriss steht direkt an der Bahnstrecke von Bruck an der Leitha nach Kittsee. Die einzelnen Bauteile weisen unterschiedliche Dächer auf. Das Bauwerk ist ein Sichtziegelbau, der durch Lisenen und Kordongesimse gegliedert ist. Gegen Süden schließt ein Kesselhaus mit asymmetrischen Satteldach und turmartig überhöhtem Wasserreservoir an, daneben ein freistehender Schlot.
Figurenbildstock, hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 6047, bei Badstraße 2, der Figurenbildstock besteht aus einem abgetreppten quadratischen Postament. Auf dem leicht geschweiften, gefelderten Sockel mit reich profiliertem Abschlussgesims steht eine Steinfigur des heiligen Johannes Nepomuk aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. An der Vorderseite ist das Wappen der Grafen Harrach. Der Bildstock wurde 1998 restauriert.
Heimatmuseum im Gemeindeamt: Das kleine Dorfmuseum beherbergt viele interessante und wertvolle Ausstellungsobjekte des bäuerlich dörflichen Lebens sowie Dokumente zur Geschichte Neudorfs – Novo Selo.
Katholische Pfarrkirche hl. Leonhard: ObjektID: 6046, die Pfarrkirche ist dem heiligen Leonhard geweiht und ist eine im Kern romanische Saalkirche mit einem jüngeren Westturm. Trotz Umbauten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert hat sich der mittelalterliche Charakter der Kirche erhalten.
Volksschule Neudorf: Die Volksschule Neudorf befindet sich in der Unteren Hauptstraße 1 in 2475 Neudorf.

Persönlichkeiten: Ehrenbürger der Gemeinde:
Georg Kalinka
Petar Huisza
Branko Kornfeind, Dechant

Personen mit Bezug zur Gemeinde:
Simon Knéfacz OSFr. (1752–1819), Ordenspriester und Autor religiöser Bücher in (burgenland-)kroatischer Sprache
Mátyás Laáb (1746–1823), Übersetzer des Neuen Testamentes ins Burgenlandkroatische
Ivan Kusztrich (1871–1951), Oberlehrer, Kantor und Volksliedsammler

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