Reinersdorf

Reinersdorf ist einer von fünf Orten und Katastralgemeinden in der Gemeinde Heiligenbrunn im südlichen Burgenland. Im Zuge der Gemeindereform 1971 wurde Reinersdorf gemeinsam mit Deutsch Bieling, Hagensdorf und Luising der Gemeinde Heiligenbrunn eingegliedert.

Geografie: Der Ort hat auf einer Fläche von 741 ha 168 Einwohner (Stand Jänner 2015). Der Ort Reinersdorf liegt in südwestlicher Richtung des Hauptortes Heiligenbrunn und ist in südlicher Richtung etwa einen Kilometer von der Grenze zu Ungarn entfernt. Nachbarort auf ungarischem Gebiet ist Nemesvedves (deutsch Ginisdorf). Durchzogen wird der Ort vom Reinersdorfer Bach.

Geschichte: Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1452. Zu dieser Zeit wurde der Ort als Salman oder Zsalman bezeichnet. Bis 1631 finden sich die Bezeichnungen Zaalmar, Sarmar und Samar. Von 1662 bis zur Wiedervereinigung 1860 war Reinersdorf in die Ortsteile Deutsch Reinersdorf und Kroatisch Reinersdorf geteilt. In den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung stark ab. Ursache war, dass sich zahlreiche Reinersdorfer der Auswanderungswelle in die USA anschlossen und ihre Heimat verließen.

Bis 1921 gehörte Reinersdorf wie das gesamte Burgenland zu Deutsch-Westungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Gemeinde aufgrund der Verträge von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. 1941 wurde Reinersdorf an das Stromnetz der STEWEAG angeschlossen. 1971 erfolgte im Zuge der Gemeindezusammenlegungen gemeinsam mit Deutsch Bieling, Hagensdorf und Luising die Eingemeindung bei Heiligenbrunn.

Verkehr: Reinersdorf wird von der Landesstraße 401 ("Großmürbischer Straße") durchzogen, die von St. Nikolaus im Burgenland (Ortsteil von Güssing) über Großmürbisch nach Heiligenbrunn führt.

Kultur: Singkreis Reindersdorf – Der 1980 gegründete Frauenchor besteht aus 20 Sängerinnen und wird geleitet von Helmut Deutsch. Neben der musikalischen Begleitung von Gottesdiensten widmet sich der Chor der Pflege des Volksliedes in deutscher und kroatischer Sprache.

Sehenswürdigkeiten:
Katholische Filialkirche Christi Himmelfahrt (ObjektID: 27475) – Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Amerikanerkreuz – Dieses steht vor der Kirche und trägt die Inschrift "Gewidmet von den in Amerika weilenden Pfarrkindern aus Croat- und Deutsch-Reinersdorf 1903" und erinnert an die in die USA ausgewanderten Gemeindebürger.
Ehemalige katholische Volksschule (ObjektID: 27476) – Die neben der Kirche situierte ehemalige Volksschule wurde 1966 geschlossen. Sie steht unter Denkmalschutz.
Feuerwehrmuseum, das alte Feuerwehrhaus befindet sich an der L401 (Großmürbischer Straße), in unmittelbarer Nähe zur Filialkirche Christi Himmelfahrt.
Friedhofskapelle, befindet sich auf dem Friedhof in Reinersdorf.
Friedhofskreuz, befindet sich auf dem Friedhof in Reinersdorf.
Weinkeller (ObjektID: 27477) – Der historische Weinkeller in Reinersdorf-Bergen ist im Stil der ortsüblichen Weinkeller von Heiligenbrunn errichtet und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr Reinersdorf wurde 1925 gegründet. Die Mannschaft umfasste mit Stichtag 1. Jänner 2012 insgesamt 23 Aktive, davon 2 Frauen. Kommandant ist seit Herbst 2013 Ralf Kotlan. Im August 2014 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug mit Tragkraftspritze seiner Bestimmung übergeben. Am 13. August 2000 wurde das neue Feuerwehrhaus gesegnet. Dieses wurde in den Jahren ab 1995 errichtet. Für den Bau zeichnete die Feuerwehrmannschaft durch Eigenleistung verantwortlich. Das alte Feuerwehrhaus wurde 2001 renoviert und in ein Feuerwehrmuseum umgestaltet. Bemerkenswert ist, dass die FF Reinersdorf mit Karin Bodisch per 1. Juni 2014 die erste Kommandant-Stellvertreterin des gesamten Burgenlands stellt.

Persönlichkeiten:
Michael Somogyi (1883–1971) – Der Biochemiker wurde in Reinersdorf geboren. Er war Entdecker des nach ihm benannten Somogyi-Effekts.
Saskia Jungnikl (* 1981) – Die Journalistin und Autorin ist in Reinersdorf aufgewachsen.

Im BATTHYANY-Urbarium (mittelalterliches Güter- u. Abgabenverzeichnis großer Grundherrschaften; Grundbuch); von 1750 werden erwähnt: Matthaeus STOISITS, Nikolaus GROHOTOLSZKY, Franz BIER, Michael DEUTSCH, Georg MARX, Georg GROHOTOLSZKY, Georg PFEIFFER.

In den Kirchenaufzeichnungen werden noch folgende Familiennamen erwähnt: DOMASICS, OBRADOVICZ, SOVJAZ, FRENCZ, KOVACS, KNAZAR, JOKA. Reinersdorf war ein Teil der Pfarre Heiligenbrunn.

Der erste namentlich genannte Lehrer war Johann FABIANKOVITS, dessen Tochter 1847 in Deutsch Reinersdorf im Alter von 11 Jahren starb.

Zeittafel:
1925 - Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
1941 - Reinersdorf wird an das Stromnetz der STEWEAG angeschlossen.
1966 - Schließung der Schule.
1971 - Reinersdorf, Deutsch Bieling, Hagensdorf und Luising werden Ortsteile der Gemeinde Heiligenbrunn.
1980 - Gründung des Vereines "Singkreis Reinersdorf".

Reinersdorf, Reinersdorfer Bach

Reinersdorf, Reinersdorfer Bach

Der Reinersdorfer Bach (ung.: Vörös-patak), (im Quellgebiet auch Dragenbach genannt, dieser entspringt in Neustift bei Güssing, Mürbischgraben, Neuberg) durchfließt das Gemeindegebiet von Reinersdorf und verlässt bei Reinersdorf das österreichische Staatsgebiet. Der Bach hat auf öst. Seite eine Länge von 11 km (inkl. Dragenbach). Auf ungarischer Seite heißt der Bach dann Vörös-patak und durchfließt in Ungarn die Ortschaften Nemesmedves (Ginisdorf), Vasszentmihály, Rátót (Neustift an der Raab), Gasztony (Gasting), Csákánydoroszló und mündet bei Rábadoroszló (alle ung. Ortschaften liegen im Komitat Vas) in die Raab (Rába).

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