Ritzing

Ritzing (ungarisch: Récény, kroatisch: Ricinja) ist eine Gemeinde im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf mit 902 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Durch Ritzung fließt der Kuchelbach, der Talbach und der Ritzinger Dorfbach.

Geografie: Ritzing liegt im Mittelburgenland am Südrand des Ödenburger Gebirges und ist, identisch mit der Katastralgemeinde Ritzing, die einzige Ortschaft in der Gemeinde. Drei Kilometer entfernt liegt der Helenenschacht mit dem Sonnensee Ritzing.

Nachbargemeinden: Lackendorf (Bez. Oberpullendorf, Bgld.), Neckenmarkt (Bez. Oberpullendorf, Bgld.) und Sopron (Ödenburg, Ungarn)

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Ritzing dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Récény verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. In dieser Zeit wurde auch der Brennberger Ortsteil Helenenschacht nach Ritzing eingemeindet.

Eingemeindungen: Helenenschacht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Ehem. röm.-kath. Volksschule: ObjektID: 47538, Hauptstraße 4, ein eingeschoßiges Gebäude aus dem Jahr 1894 mit Mittelrisalit.
Förderturm Helenenschacht: ObjektID: 33232, Helenenschacht 5, 1882 wurde in dem (ab 1921 grenzübergreifenden) Braunkohlenrevier Brennberg (Brennbergbánya) der Helenenschacht abgeteuft. Der zugehörige Förderturm wurde 1914/15 aus Sicherheitsgründen ummauert. 1930 erfolgte die Stilllegung des Helenenschachtes als Förderschacht. 1986 wurde der Schacht auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft verfüllt, der baufällige Förderturm 1991 von privater Seite erworben, restauriert und zugängig gemacht.
Kalvarienbergkreuz: ObjektID: 67343, vor Kirchengasse 8, Kreuzigungsgruppe aus Stein mit der hl. Maria und dem hl. Johannes; datiert mit 1705.
Kath. Pfarrkirche hl. Jakobus d. Ä.: ObjektID: 50134, Kirchengasse 12, ein kleiner, im Kern mittelalterlicher Bau mit einem Chor aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche, umgeben von einer ehemaligen Wehrmauer, wurde um 1640 bis 1647 barockisiert. Der viergeschoßige Westturm mit Steinhelm stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Mariensäule, Maria Immaculata: ObjektID: 67346, neben Hauptstraße 4, auf einer Weinlaubsäule eine Immaculata-Steinfigur aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Sockelfiguren stellen die hll. Sebastian und Rochus dar.
Rosalienkapelle: ObjektID: 67347, Kapellenanger, eine im Jahr 1732 errichtete Kapelle mit Dachreiter und einer 3/8-Schluss-Apsis. In einer Nische befindet sich eine Glockenmadonna-Steinstatue.
Wehrmauer und Karner: ObjektID: 30688, die ehemalige Friedhofs- und Wehrmauer mit Schlüssellochscharten wurde über einem neuneckigen Grundriss errichtet. Das Eingangstor ist mit 1647 bezeichnet (datiert). Der Karner beziehungsweise die Grabkapelle der Adelsfamilie Tarnoczy ist ein kleiner rechteckiger Giebelbau mit Rundbogenportal und hat ein Kreuzgratgewölbe, das vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt.

Sport: Der Fußballklub SC Ritzing wurde 1963 gegründet, sein Heimstadion ist das Sonnenseestadion.

Persönlichkeiten:
Johann Bauer (1888–1971), Landwirt und Politiker
Mario Lösch (* 1989), Fußballspieler
Josef Wieser (* 1946), Maurer und Politiker

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